7. Platz - SCR Altach

Für den einzigen Vorarlberger Verein in der österreichischen Bundesliga, den SCR Altach, begann die Saison 2017/18 wegen der Europa League früher als für jeden anderen Club der Liga. In der Liga steht das Team im Mittelfeld, genauer gesagt auf Platz sieben, und wir wollen analysieren, wie das gute Abscheiden im Europacup, aber auch die Platzierung im nationalen Bewerb zustande kamen.

Knappes Scheitern in der Europa League

Nach einem turbulenten Frühjahr und der knappen Qualifikation – Altach erreichte nur aufgrund des Doubles von Red Bull Salzburg die internationalen Bewerbe – für die Europa League, ging die Saison für das Team aus dem Ländle bereits am 29. Juni los, als es in der ersten Qualifikationsrunde auswärts in Georgien bei Chikhura Sachkhere antreten musste. Nach dem Weiterkommen folgten weitere sensationelle Siege gegen Dynamo Brest und KAA Gent, wonach die Altacher erst im Play-Off an Maccabi Tel-Aviv scheiterten. Besonders in Erinnerung blieben hier allen österreichischen Fußball-Begeisterten sicher der Auswärtssieg in Brest mit dem sensationellen Traumtor von Moumi Ngamaleu (0:3) und der Heimsieg gegen Gent (3:1).

Erst in der vierten und letzten Qualifikationsrunde war für den SCR Altach schluss – Nach einer unglücklichen 0:1-Heimniederlage im Innsbrucker Tivoli und trotz zwei Auswärtstoren von Hannes Aigner und Philipp Netzer schieden die Vorarlberger aus.

HIGHLIGHTS: SCR Altach kann sich trotz toller Leistung im EL-PlayOff gegen Maccabi Tel-Aviv nicht belohnen

Weiterlesen...

Alles in allem kann die Qualifikation als durchaus erfolgreich erachtet werden. Aus Vereinskreisen war immer wieder das Erreichen der 3. Qualifikationsrunde als Zielsetzung zu hören und spätestens KAA Gent als Vorjahres-Teilnehmer wurde als fast unbezwingbare Hürde angesehen, was sich auch in den Zuschauerzahlen widerspiegelte. Bei den Spielen in Altach gegen vermeintlich “einfachere” Gegner war das heimische Schnabelholz auf wenige 100 Plätze fast komplett gefüllt, während zum Spiel gegen den “Brocken” aus Gent weniger Zuschauer kamen, als gegen Tel-Aviv (3.852 und 5.269). Für den Verein wird es nun enorm wichtig sein, das Stadion schnell weiter auszubauen. Mit der ersten Bauphase, welche im April 2018 fertig gestellt werden soll, wäre immerhin schonmal das Spielen der kompletten Europa League-Qualifikation in Altach möglich. Bis 2023 soll die Arena dann ein vollwertiges Stadion der UEFA-Kategorie 4 werden.

Fohrenburger Fantribüne – Zeitraffer 01

Kurz vor Weihnachten blicken wir auf die ersten Maßnahmen beim Bau der neuen Fohrenburger Südtribüne zurück. Bis Mitte Jänner steht die Baustelle nun still, dann geht es mit Vollgas weiter.

Posted by SCR Altach on Samstag, 23. Dezember 2017

Enttäuschende Bundesliga-Platzierung

Für diese Saison wurde wieder der internationale Bewerb als Ziel ausgesprochen, woran aber noch hart gearbeitet werden muss. Aktuell stehen die Vorarlberger auf Platz sieben der Bundesliga. Die Plätze vier, was ein fixer Europacup-Startplatz wäre, und fünf – bei Liga- und Cup-Sieg des gleichen Vereins ebenfalls ein Qualfikationsplatz für die Europa League – sind mit aktuell sechs bzw. zwei Punkten Abstand aber in Reichweite.

Tabellenplatz des SCR Altach (Quelle: bundesliga.at)

Von der aktuell eher enttäuschenden Platzierung in der Tabelle sollte das aber auf gar keinen Fall ablenken. Gleich im ersten Spiel der Saison setzte das Team mit einem 3:0-Heimsieg über die Wiener Austria zwar das Zeichen, nicht unterschätzt werden zu wollen, aber auch aufgrund der Doppelbelastung ging es dann immer weiter bergab und es setzte einige unnötige Punktverluste (z.B.: Tor zum 0:1 von Salzburg in 94. Minute, Gegentreffer zum 2:2 in 91. Minute gegen Rapid, trotz Überlegenheit nur 0:0 bei Sturm). Vom Beginn der Saison bis zum Ausscheiden in der Europa League mussten die Altacher in 8 Wochen ganze 17 Spiele bestreiten (pro Woche im Durchschnitt mehr als zwei Spiele), wobei noch diverse Reisestrapazen beachtet werden müssen. Für eine bessere Bundesliga-Platzierung müssen auf jeden Fall bessere Leistungen erbracht werden, was aber durchaus möglich sein kann. Zudem kann auch hier das Ausscheiden im Cup weiterhelfen (3. Runde gegen Sturm Graz; 0:4), was wieder weniger Spieltermine für den Verein bedeutet. Zutrauen kann man dem SCR Altach eine Platzierung in den Top fünf in jedem Fall.

Turbulente Sommer-Transferphase

Das Europacup-Scheitern zieht sich auch weiter hindurch bis zu den Transfers, welche vom Verein im Sommer getätigt wurden bzw. getätigt werden mussten. Ein Beispiel hierfür ist Shooting-Star Nicolas Moumi Ngamaleu, welcher nur zwei Tage nach dem Ausscheiden in Tel-Aviv zu den Young Boys nach Bern wechselte. Weitere Leistungsträger, wie Lukas Jäger (1. FC Nürnberg), Martin Harrer (Wacker Innsbruck), Nikola Dovedan (1. FC Heidenheim), Nikola Zivotic (Leihe; Wiener Neustadt) und Lucas Galvao (Rapid Wien) gingen abhanden.

Händchen zeigte die sportliche Leitung aber bei den Neuzugängen. Spieler wie Stefan Nutz, Christian Gebauer, Bernard Tekpetey, Mathias Honsak oder Kristijan Dobras werden mittlerweile in fast jedem Match eingesetzt und bereichern das Spiel der Altacher um einige Klassen. Ein Fragezeichen schwebt noch über der Spielberechtigung von Samuel Oum Gouet, welche von der UEFA und der Bundesliga, nach dem Wechsel, welcher bereits im August erfolgte, immer noch nicht erteilt wurde. Sollte diese nun folgen, könnte der junge kamerunische Nationalspieler, welcher auch in Testspielen gegen den FC Götzis oder den FC Vaduz gute Leistungen zeigte, eine längerfristige Option für die Vorarlberger werden.

Auch im Trainerteam des SCR Altach gab es einen Wechsel. Neben der Neuverpflichtung des Cheftrainers Klaus Schmidt wechselt Co-Trainer Thomas Hickersberger, welcher auch erst im Sommer zum Verein kam, zurück nach Wien zu Rapid. Er wird mit 1. Jänner von Wolfgang Luisser ersetzt werden, welcher zuvor als Co-Trainer bei Erzgebirge Aue tätig war.

Tabellenplatzentwicklung des SCR Altach (Quelle: bundesliga.at)

 

Dieser Teil des Rückblickes wurde von Maximilian Werner geschrieben!