Am 16. Juli 2016 hat der SK Rapid Wien mit einem 2:0 im Testspiel gegen Chelsea London das Allianz Stadion eröffnet. Die Hoffnung war damals in Hütteldorf groß, dass das neue Stadion ein wichtiger Grundpfeiler auf dem Weg zurück an die nationale Spitze ist. Die neue Heimat sollte zur für Gegner uneinnehmbaren Festung werden. Knapp 40 Monate später ist längst die Klarheit da, dass das Weststadion – wie es von den Fans genannt wird – weit weg von einer Festung ist. In der Bundesliga steht nach 61 Partien die Schreckens-Bilanz von 28 Siegen, 15 Remis und 18 Niederlagen zu Buche. Das bedeutet, dass in der Liga gerade einmal 46% der Heimspiele in der neuen Heimstätte gewonnen werden und sogar 30% verloren gehen.


Bundesliga-Bilanz von Rapid im Allianz Stadion gegen… 

Red Bull Salzburg: 1 Sieg – 1 Unentschieden – 4 Niederlagen

Austria Wien: 0-2-3

LASK Linz: 2-0-2

Sturm Graz: 1-2-3

Admira Wacker: 6-1-0

Wolfsberger AC: 3-2-1

SCR Altach: 3-2-2

SV Mattersburg: 4-3-0

SKN St. Pölten: 4-0-2

TSV Hartberg: 0-2-1

FC Wacker Innsbruck: 2-0-0

SV Ried: 2-0-0

Besonders auffällig ist, dass Rapid gegen die Großen der Liga bzw. die größten Rivalen eine katastrophale Bilanz vorzuweisen hat. In 21 Partien gegen Salzburg, die Austria, Sturm und den LASK konnten gerade einmal vier Siege eingefahren werden. Im Wiener Derby sind die Grün-Weißen nach fünf Spielen gar noch ohne Sieg. Schadlos gehalten hat man sich bislang nur gegen die Admira, Wacker Innsbruck, Mattersburg und Ried. 

Vergleicht man die Quoten über die Spielzeiten hinweg, zeigt sich eine gewisse Konstanz, wobei es diese Saison bislang sogar noch schlimmer geworden ist. In der Saison 2016/17 wurden 50% der Spiele gewonnen (25% verloren), 2017/18 wurden 53% gewonnen (21% verloren), 2018/19 wurden 52% gewonnen (28% verloren) und in der laufenden Saison wurden gar nur 25% gewonnen und 50% verloren.

 

International wirds etwas besser

In der Debütsaison im neuen Stadion sowie der Spielzeit 2018/19 gab es in insgesamt elf Spielen in der Europa-League-Qualifikation und dem Hauptbewerb im Weststadion schon internationalen Flair. Dabei konnten zumindest 55% (sechs Siege) der Matches gewonnen werden. Zudem gab es international auch nur in 18% der Spiele Niederlagen. Da zeigt die Statistik also etwas besseres Bild des Heimvorteiles. Noch besser sieht das Ganze im ÖFB-Cup aus. Da gab es in vier Matches drei Siege und nur heuer gegen Salzburg eine Niederlage in der Verlängerung.

Die Gründe für die in den letzten Jahren durchwachsenen Leistungen bei Rapid sind sicherlich vielfältig. Die eklatante Schwäche in Heimspielen ist allerdings ein deutliches Indiz dafür, dass im Westen von Wien vieles nicht stimmt. Gerade auch deswegen, weil die Hoffnungen in das neue Stadion groß waren und das Prestigeprojekt von Präsident Michael Krammer in seiner Amtszeit den SK Rapid in eine erfolgreiche Zukunft hätte führen sollen. Von einer Festung ist man in Hütteldorf aber weit entfernt, die Gegner kommen gerne und ohne großes Bauchweh vorbei.

 

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