Robert Sedlacek, Chef der österreichischen Schiedsrichter, hat im Gespräch mit der Kleinen Zeitung eingeräumt, dass zuletzt teilweise Entscheidungen nicht nach dem Regelwerk gefällt wurden. Es gäbe Beispiele bei denen Bundesliga-Schiedsrichter die Spielsituation nicht optimal bewertet haben, um nicht gegen bestimmte Vereine zu pfeifen, wo gewisse Entscheidungen nicht so gut ankommen.


Dabei hätten die Schiedsrichter sogar schlechte Bewertungen durch die Beobachter in Kauf genommen, indem etwa Strafstöße oder Rote Karten nicht gegeben wurden. Um welche Szenen oder gar welche Schiedsrichter es sich handelt betonte Sedlacek freilich nicht. Dennoch ist die Tatsache höchst interessant, dass der oberste Schiedsrichter derartige Details öffentlich bekanntgibt.

Wieso sich die Betroffenen teilweise nicht zur Gänze ans Regelwerk gehalten haben, kann nur gemutmaßt werden. Fandasein wird man wohl eher ausschließen können. Wahrscheinlicher ist hier schon eher der Druck von Außen bzw. von den Vereinen (Spieler, Trainer, Vorstand), der auf Schiedsrichter permanent lastet. Eine gewisse Resistenz muss man für den Job selbstverständlich mitbringen, irgendwann gibt dann aber der eine oder andere vielleicht doch ein bisschen nach und beurteilt Szenen – möglicherweise unterbewusst – etwas anders. Es ist zu erwarten, dass sich durch die Aussagen von Sedlacek viele Vereine bestätigt fühlen und in Zukunft weiterhin während und nach den Spielen stark Druck auf die Schiedsrichter ausgeübt wird.

Um grobe Fehlentscheidungen aus dem Weg zu gehen wird derzeit an der Einführung des Video Schiedsrichters (VAR) gearbeitet. Bundesliga und ÖFB sind laut Sedlacek gerade dabei, ein Budget dafür aufzustellen. Diesen Schritt würden laut Ex-Schiedrichter Bernhard Brugger alle Schiedsrichter begrüßen. Vor allem auch, weil in der Champions League und Europa League nur mehr Leute aus jenen Ländern eingesetzt werden, wo mit VAR auch im Ligabetrieb gearbeitet wird.

 

Foto-Credits: SteindyCreative Commons – Robert Sedlacek (WFV-Präsident) (03)

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