COVID-19 machte der Fußballsaison 2019/20 einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Nahezu alle europäischen Ligen setzten den Spielbetrieb aus und die UEFA EURO 2020 wurde verschoben. Jetzt wirft das neue Virus in Sachen Fortsetzung der Meisterschaften und der Spielverträge große Fragen auf.


Ende des letzten Jahres erreichten uns aus China die Neuigkeiten des Ausbruches eines neuartigen Virus, welches sich rapide ausbreitet und alle älteren Personen und gesundheitlich Schwachen in Todesgefahr bringen würde. Zu diesem Zeitpunkt schienen die europäischen Regierungen und Fußballfunktionäre keine Gefahr in SARS-CoV-2 zu sehen. Drei Monate später änderte sich die Lage, als sich das Coronavirus, in allen Teilen der Welt verbreitete. Spätestens Mitte März mussten sich dann die politischen Amtsträger und die Fußballverantwortlichen, die gesundheitsgefärdende Misere eingestehen. Das Herunterfahren des gesellschaftlichen Lebens und die einstweilige Pausierung nationaler und internationaler Wettbewerbe folgten darauf. Die Jubiläumsausgabe der EURO musste sogar in den Sommer 2021 verlegt werden. Auch wenn das Ende Corona-Krise nicht in Sichtweite ist, setzen sich Fußballfunktionäre und die Journalisten mit der Weiterführung der Saison auseinander.

Anfang Mai als frühestmögliche Wiederaufnahme des Spielbetriebs

Wie man bereits den veröffentlichen Aussagen der Premier League und der heimischen TIPICO-Bundesliga entnehmen konnte, scheint das erste Maiwochenende, rund um den 1. – 3. Mai, das anvisierte Ziel zu sein. Bei der DFL hält man sich noch zu solch einem Statement zurück, da ein weiterer Monat ohne Spiele enorme Einnahmeeinbußen bedeuten würde. Jedoch wurden die Maßnahmen in Deutschland erst kürzlich verschärft, deren Auswirkungen erst in den nächsten Wochen zu sehen sein werden. In den am stärksten betroffenen Ländern Italien, Spanien und Frankreich wäre eine weitaus länger andauernde Pause erwartbar, die sich im Worst-Case-Szenario in einen Meisterschaftabbruch umwandeln könnte.

In nahezu allen dieser Ligen muss noch eine ganze Menge Fußball gespielt werden: Serie A mit noch zwölf Runden, La Liga mit noch elf, TIPICO-Bundesliga mit noch zehn und Premier League sowie die deutsche Bundesliga mit neun. Geht man vor der Prämisse aus, dass die Meisterschaften Anfang Mai fortgesetzt werden, gäbe es neun Wochen Zeit (bis 30. Juni: Verträge enden zu dem Zeitpunkt) um die noch ausstehenden Ligen und Pokalwettbewerbe zu Ende zu führen. Mit der hohen Wochenanzahl könnte man mithilfe einer oder zwei englischen Wochen die restlichen Spiele austragen. UEFA Champions League und Europa League müssten wohl dann als beendet erklärt werden.

 

Spielervertäge enden am 30. Juni

Die Beendigung der nationalen Wettbewerbe mit spätestens 30. Juni, wäre angesichts der verheerenden Lage das beste Szenario. Mit 01. Juli könnten sich somit die einzelnen Vereine am Transfermarkt nach potenziellen Verstärkungen umsehen. Spieler, die einen auslaufenden Vertrag haben und bereits einen Vorvertrag unterschrieben haben, könnten wie geplant zu dem Zeitpunkt bei ihrem neuen Arbeitgeber anheuern. Eine Verlagerung der Wettbewerbe in Juli oder sogar August würde hier Probleme aufwerfen. Dürfen die Vereine ihre Profis nach Juni noch zum Spielen auffordern? In Österreich, ja. Neben der Angabe des Endzeitpunktes, sagt eine Klausel aus, dass der Vertrag bis zum letzten Saisonspiel Gültigkeit besitzt. Somit wäre in Österreich die arbeitsrechtliche Situation der Fußballer geklärt. Das österreichische Modell könnte somit in naher Zukunft auch in anderen europäischen Ländern Anwendung finden. Bezüglich des Abganges eines Spielers nach Vertragsende müssten sich Verbände und Vereine noch einig werden.

Geisterspiele als einzige Alternative

Bilder von vollen Stadien wird es zumindest bis zum Sommer 2020 nicht mehr zu sehen geben. Zu groß wäre die Gefahr, dass sich viele tausende Personen gleichzeitig infizieren. Somit geht man bei der Wiederaufnahme der nationalen Meisterschaften von der Abhaltung von Geisterspielen aus. Was vor nicht allzu langer Zeit noch als Strafe gesehen wurde, scheint für die nächsten Monate bittere Realität zu sein. Dies würde lediglich die Anwesenheit von Spielern, Funktionären und den TV-Teams in den großen Stadien bedeuten. Die Übertragung der Spiele im Fernsehen könnten die Vereinskassen mit erheblichen Geldbeträgen füllen, die für ein Großteil der Mannschaften untentbehrlich sind. Das Ganze hätte jedoch einen faden Beigeschmack: Leere Ränge und die daraus resultierende fehlende Stimmung hätten einen deutlich spürbaren Einfluss auf das Geschehen am Rasen. Die Personen die das Spiel zwischen dem LASK und Manchester United gesehen haben, bemerkten, dass sich die fehlende Atmosphäre negativ auf die Partie auswirkte und dem UEFA Europa League Achtelfinal-Hinspiel eher einen Freundsschaftsspielcharakter verlieh.

LASK muss gegen Manchester United bittere 5:0-Heimpleite hinnehmen

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Die kommenden Wochen und Monate werden uns auf die ausstehenden Fragen zum Fußball Antworten geben. Jedoch hat hier die Eindämmung und Bekämpfung des Coronavirus höchste Priorität, bevor der Fußball wieder ins Rollen kommt.

 

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