Während in der Bundesliga bereits kommendes Wochenende die Frühjahrssaison beginnt, geht es für die Erste-Liga-Clubs erst am 23. Februar los. Der Frühling wird wohl im Zeichen des Übergangs stehen. Immerhin wird ab Sommer die neue 2. Liga eingeführt und die zweithöchste Spielklasse damit auf 16 Teams aufgestockt. Vieles ist noch unklar und einige Teams haben bereits Bedenken bezüglich der Liga-Reform geäußert. Wir haben mit FAC-Team-Manager Lukas Fischer über die neue Liga und auch die Ziele des Tabellen-Neunten Floridsdorfer AC gesprochen.

12terMann.at: Hallo und danke für das Interview! Die neue 2. Liga sorgt weiter für Diskussionen. Noch ist im Vorfeld nicht alles fixiert worden. So ist die Situation mit potentiellen Aufsteigern aus der Regionalliga unklar. Wie schätzt ihr die derzeitige Situation ein?

Lukas Fischer: In den Bundesliga-Sitzungen ist recht viel darüber diskutiert worden. Wie sie es planen macht mich nicht glücklich, aber wir nehmen es so hin – so wie alle anderen Mannschaften – und hoffen, dass wir dann doch weiter vorne mitspielen. Immerhin möchten wir mit einem Profikader in die Saison gehen.

In der neuen Liga werden neben Profiteams auch Amateurteams spielberechtigt sein. Wird zwischen diesen Mannschaften eine große Schere entstehen?

Ich glaube, dass den Regionalligisten die jetzt den Schritt wagen noch gar nicht bewusst ist, welche Kosten auf sie zukommen. Ich denke, dass dann die Schere zwischen den Teams, die schon wissen wie das Geschäft lauft und den Mannschaften die das Ganze erst dann fühlen wenn es soweit ist, groß sein wird. Für die Aufsteiger wird das schon ein wenig schwieriger.

Fühlt sich der FAC in der neuen 2. Liga wohl?

Das Problem ist, dass man das noch gar nicht einschätzen kann, weil wir von der Bundesliga eigentlich noch gar nicht wissen wie sich die Zuschüsse – sprich z.B. Fernsehgelder oder Österreicher-Topf – ändern werden. Das ist doch eine Challenge, weil wir für die neue Saison schon planen müssen und wir natürlich ganz klar mit einem Profikader in die Saison gehen möchten. Aber das ist eine Herausforderung, der wir uns stellen wollen. 

Ist da auch eine finanzielle Unterstützung von der Stadt Wien denkbar?

Ich hoffe schon, denn wir sind die Nummer drei in Wien. Ich denke, dass die beiden großen Clubs Austria und Rapid recht viel von der Stadt Wien haben und wir da auch durch die Finger schauen. Vielleicht bekommen wir ja das eine oder andere Zuckerl.

Wo sieht sich der FAC eigentlich in der 2. Liga was das Sportliche angeht?

Wenn das alles so klappt wie wir es vorhaben, dann sehen wir uns im vorderen Drittel. Wir wollen ja den Profibetrieb aufrecht erhalten.

Ist da langfristig dann sogar die höchste Spielklasse möglich? Immerhin ist der FAC mittlerweile seit ein paar Jahren in der Ersten Liga dabei und hat sicherlich eben den großen Vorteil gegenüber den Amateurteams die erst Aufsteigen und nicht auf Profibetrieb umstellen. 

Naja, das ist natürlich immer schwer. Ein Aufstieg in die Bundesliga ist mit vielen Auflagen verbunden. Sportlich wäre es durchaus machbar, auch finanziell sind wir nicht sehr weit weg. Wir machen mit unserem Budget das Bestmögliche. Infrastrukturell müssten wir aber sehr viel Geld in die Hand nehmen um das Stadion bundesligatauglich zu machen und an dem wird es aus der jetzigen Sicht wahrscheinlich scheitern. Wenn uns die Stadt Wien aber ein Stadion herstellt, dann bin ich natürlich der Letzte, der Nein sagt.

Der FAC ist nach Rapid und der Austria zurzeit durchaus die Nummer drei im Wiener Fußball. Ist es auch eines der Ziele das auch weiterhin zu bleiben?

Auf jeden Fall. Wir sind ein finanziell schwächerer Verein, arbeiten aber in unseren Möglichkeiten. Das Schönste wäre es natürlich, wenn wir mal die Nummer zwei in Wien werden könnten.

Wären aber nicht noch andere Wiener Clubs – wie zum Beispiel der Sportclub oder die Vienna – wichtig für die 2. Liga?

Zuschauermäßig auf jeden Fall. Wenn man gegen die Vienna oder den Sportclub spielt, dann hat das schon einen besonderen Charakter, aber jede Mannschaft wirtschaftet selbst und die beiden Vereine haben es selbst in der Hand gehabt, aber nicht zusammengebracht.  

Letzte Saison ist der Zuschauerschnitt beim FAC bei durchschnittlich 416 Besuchern pro Spiel gelegen. Könnt ihr euch damit zufrieden geben?

Wir sind ein Verein, der halt doch sehr erfolgsabhängig ist. Je mehr Siege wir haben, umso mehr Zuschauer kommen auch. Aber ich denke, jeder Club wünscht sich mehr Zuschauer – ich glaube auch wenn man Rapid fragt, wünschen sie sich mehr Zuschauer. Unsere Mannschaft hätte es sich aber auf jeden Fall verdient.

Ein Proficlub in Floridsdorf ist ja nicht selbstverständlich. Trotzdem ist das Stadion oft nicht voll. Der 21. Bezirk ist jedoch einer der größten in Wien und zusammen mit der Donaustadt leben fast 350.000 Menschen in “Transdanubien.” Da ist bei den Besucherzahlen also noch sehr viel Luft nach oben. Oder ist dieser Schnitt beim FAC einfach das Maximum?

Überhaupt nicht. Wir sind schon dahinter und probieren viel. Das letzte Heimspiel gegen Kapfenberg letzte Saison hat bewiesen, dass es möglich ist. (Anm. mit 2.000 Zuschauern das meistbesuchte FAC-Heimspiel in letzter Zeit). Warum es auf Dauer nicht möglich ist, das ist noch ein kleines Fragezeichen. Unser Einzugsgebiet ist riesengroß und wir überlegen natürlich weiter, wie man die Leute mobilisieren kann.

Wird sich vielleicht etwas am Stadion – das für Erste Liga-Verhältnisse bereits sehr gut ist – noch weiter was ändern?

Mal schauen was die Zukunft bringt, derzeit bliebt es so. Wenn die Stadt Wien Interesse zeigt, dann bin ich wie gesagt der Letzte, der Nein sagt.

Werfen wir zum Abschluss noch einen Blick auf die Frühjahrssaison. Die Transferperiode läuft noch ein paar Tage. Wird der FAC noch einen Spieler holen?

Wir haben mit Marko Sahanek viel Qualität zurückgeholt und mit Daniel Rechperger einen jungen Spieler mit guter Ausbildung verpflichtet. Mit Adolphe Belem haben wir auch noch einen sehr interessanten Afrikaner geholt und damit das Ganze vorerst beendet. 

In der Tabelle liegt der FAC derzeit an neunter Stelle – hat aber bereits fünf Punkte Vorsprung auf Schlusslicht Blau Weiß Linz und das Tabellenmittelfeld ist ja auch noch in Reichweite. Was ist im Frühjahr möglich?

Wir haben im Winter Transfers getätigt, weil wir uns nicht nur absichern möchten, sondern einen Schritt nach vorne machen wollen. Das Ziel vor der Saison war ein Platz im Mittelfeld. Im Laufe der Herbstsaison waren wir ziemlich weit weg, das Trainerteam hat aber sehr gute Arbeit geleistet und die Mannschaft dann weitergebracht. Das Ziel wäre es auf den sechsten Platz vorzukommen.

Vielen Dank für das Interview, Lukas! (Durchgeführt von David Chomiczuk am 23. Jänner 2018)

Der FAC hat heuer außerdem eine ungewöhnliche Aktion gestartet. Im Rahmen einer Sponsoring-Verlosung winkt der Stadionname bis Saisonende als Hauptgewinn. Wir haben berichtet:

FAC verlost Stadionnamen

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One thought on “FAC-Team-Manager Lukas Fischer: “Glücklich macht es mich nicht”

  • Avatar
    29. Januar 2018 at 15:31
    Permalink

    Das Zuschauer Problem ist leicht zu erklären. Wenn man immer gegen den Abstieg spielt auch brav dagegen hält ist es für die Zuschauer schon vorher klar das man sich eine Niederlage anschaut. Das Potential zumindest fürs Mittelfeld haben um als Fan mehrere Siege anzusehen. Ich als Älterer Floridsdorfer gehe auf alle Heimspiele
    und muss auch sagen das sich wirklich im Umfeld was getan hat aber sportlich um zu Siegen mehr investiert werden muss mit unseren neuen Bürgermeister.
    Siege = Zuschauer
    Mit freundlichen Grüßen Mimra

    Reply

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