Elf von 22 Runden der Allianz Frauen-Bundesliga sind absolviert. Für unsere österreichischen Legionärinnen verlief die Herbstsaison sehr unterschiedlich. Während einige von Titeln träumen dürfen und einen Stammplatz sicher hatten, mussten andere hart um ihre Einsätze oder mit Verletzungen kämpfen. Wir haben uns die Leistungen unserer Teamspielerinnen angesehen und wagen einen Ausblick auf die Rückrunde.

1. FFC Turbine Potsdam

Eine hervorragende Herbstsaison spielte Sarah Zadrazil mit dem 1. FFC Turbine Potsdam. 10 Siege in 11 Spielen bedeuten die Tabellenführung für die Turbinen, die Chancen auf den ersten Meistertitel seit 2012 stehen sehr gut. Sarah Zadrazil konnte sich nach ihrem Wechsel in die Bundesliga sofort als Stammspielerin etablieren und war ein wichtiger Bestandteil der erfolgreichen Mannschaft. Sollte nichts unvorhergesehenes passieren, wird sie auch in der Rückrunde gesetzt sein.

Sarah Zadrazil: „Ich wusste zu Beginn der Saison absolut nicht, was mich bei Turbine Potsdam bzw. in der deutschen Bundesliga erwartet und besser hätte es einfach nicht laufen können! Wir haben nur ein Spiel verloren und stehen an der Tabellenspitze – damit hat niemand so gerechnet! Unser Mannschaftsziel ist, weiterhin besser zu sein als im Vorjahr und wir orientieren uns nur von Spiel zu Spiel und wollen uns keinen Druck machen. Natürlich sind wir jetzt die Gejagten, aber so sehen wir es nicht wirklich. Wir wollen einfach eine ähnlich gute Leistung wie in der Hinrunde bringen und dann werden wir sehen, wo wir am Ende stehen!“

Im Winter wechselte mit Marina Georgieva eine zweite Österreicherin zum deutschen Tabellenführer. Hier darf man gespannt sein, wie sie den großen Schritt von der österreichischen in die deutsche Bundesliga bewältigt. Für die Innenverteidigerin wird es wichtig sein, sich im Training an das höhere Niveau heranzuarbeiten, die Einsatzzeit im Frühjahr ist vorraussichtlich noch rar gesät.

Marina Georgieva: Ich weiß noch nicht wirklich, was auf mich zukommt und ich bin schon sehr gespannt auf die Deutsche Bundesliga. Die Vorbereitung war sehr hart und eine große Umstellung für mich. Umsomehr freue ich mich auf den Beginn der Rückrunde. Wir sind sehr gut gerüstet, um auch aus der Position des Gejagten das Spieltempo und den Einsatz beizubehalten oder wenn möglich sogar zu steigern. Als Mannschaft möchten wir uns keinen Druck machen und von Spiel zu Spiel denken.“

FC Bayern München

Etwas holprig startete Titelverteidiger Bayern München in die Saison 2016/17, je länger die Spielzeit jedoch dauerte, umso besser kam das Team in Fahrt. Mit fünf Punkten Rückstand auf Potsdam ist ein neuerlicher Titel möglich, es wartet aber noch ein hartes Stück Arbeit. Teamkapitänin Viktoria Schnaderbeck war unumstrittene Stammspielerin, verletzte sich jedoch im Herbst und konnte so die letzten Partien nicht mehr mitwirken. Inzwischen arbeitet sie auf dem Trainingsplatz schon hart am Comeback, das Trainingslager mit der Mannschaft konnte sie allerdings noch nicht absolvieren. Bei Schnaderbeck wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis sie wieder in der Startelf steht.

Viktoria Schnaderbeck: „Potsdam hat eine überragende Hinrunde gespielt und hat sich eine tolle Ausgangslage für die Rückrunde erspielt. Allerdings glaube ich, dass in der Liga noch alles offen ist. Es gibt noch viele Spiele und entscheidend sind dann die direkten Duelle. Wir haben uns gut auf die Rückrunde vorbereitet. In der Meisterschaft ist noch alles offen und wir wollen so lange wie möglich oben bleiben und um den Titel mitspielen. Im Pokal warten mit Wolfsburg und in der Champions League mit Paris St. Germain zwei internationale Top-Teams auf uns. Mehr Motivation geht nicht!“

Carina Wenninger war in der Hinrunde meist nur Ergänzungsspielerin beim FC Bayern, in den bisherigen elf Bundesligarunden kam sie auf knapp 350 Spielminuten. Für sie gilt es im Frühjahr, sich bei den Einsätzen möglichst gut zu präsentieren und weiter auf ihre Chance zu hoffen. Vor allem im Hinblick auf die kommenden Aufgaben mit dem Nationalteam wäre möglichst viel Spielpraxis wünschenswert.

Carina Wenninger: „Die Hinrunde hat gezeigt, dass die Frauen Bundesliga noch näher zusammengerückt ist. Wir können mit der ersten Saisonhälfte zufrieden sein und sind in allen drei Wettbewerben im Rennen. Es warten tolle Herausforderungen auf uns. Wir möchten bis zum Saisonende überall mitmischen.“

Selbiges gilt auch für Teamtorhüterin Manuela Zinsberger, die bei den Bayern die Nr. 2 im Kasten war. Sie kam lediglich auf je 90 Spielminuten im Pokal und der Champions-League, in der Bundesliga wurde sie kein einziges Mal eingesetzt. Hier darf man sehr gespannt sein was die Rückrunde bringt, in den Testspielen gegen Arsenal London und Sparta Prag stand Zinsberger jeweils zwischen den Pfosten.

SC Freiburg

Der SC Freiburg zeigte eine starke Herbstsaison und überwintert auf dem dritten Tabellenplatz, nur zwei Punkte Rückstand auf den FC Bayern lassen den Sportclub sogar von noch mehr träumen. Ein wichtiger Teil des Teams ist Sarah Puntigam, die Legionärin hat ihren Stammplatz fix. Die Mittelfeldspielerin wird auch in der Frühjahrssaison viel Spielzeit bekommen.

Sarah Puntigam: „Ich denke, wir haben eine richtig gute Hinrunde gespielt und jetzt wollen wir natürlich daran anknüpfen. Die letzte Saison haben wir ja auf dem vierten Platz abgeschlossen und unser Ziel ist es, in dieser Saison zumindest nicht schlechter abzuschneiden. Wir wollen uns auf jeden Fall da oben festsetzen und die Großen ärgern.“

SC Sand

Der SC Sand liegt nach der Hinrunde auf Rang sieben, beim letztjährigen Pokalfinalisten hätte man sich wahrscheinlich etwas mehr erwartet. Für Laura Feiersinger verlief die Herbstsaison trotz allem ausgezeichnet. Die Teamspielerin blühte nach ihrem Wechsel vom FC Bayern nach Sand auf, konnte sich sofort in der Stammformation etablieren und ist mit drei Saisontreffern eine der Topscorerinnen ihres Teams. Alles andere als ein Fixplatz wäre eine große Überraschung.

Laura Feiersinger: „Generell bin ich mit der Hinrunde recht zufrieden. Wir hätten zwar in einigen Spielen ein paar Punkte mehr holen und somit näher an den Top-4 sein können, aber dafür, dass sich sowohl die Mannschaft als auch das Trainerteam erst neu finden musste, war es eine sehr solide Hinrunde. Auf die Rückrunde freue ich mich schon sehr, auch weil man in den Hinrundenspielen gesehen hat, dass wir gegen jedes Team bestehen können. Wenn wir jetzt noch konsequenter und konstanter spielen, wird das denke ich eine gute Saison. Die aktuelle Situation (Anm.: Trainer Colin Bell wechselte in der Winterpause zur Nationalmannschaft Irlands) macht das natürlich etwas schwieriger, aber ich mache mir angesichts unserer Mannschafts und unseres Teamspirits diesbezüglich keine Sorgen – wir werden das auf jeden Fall meistern!“

Durchwachsen verlief der Herbstdurchgang für Nina Burger. Sie kam zwar im Schnitt auf 81 Spielminuten pro Bundesligaspiel, erzielte jedoch nur einen Treffer. Dass die ÖFB-Rekordtorschützin das Zeug hat, auch in der deutschen Bundesliga regelmäßig zu treffen, hat sie schon oft genug bewiesen. Hoffentlich kehrt in der Frühjahrssaison ihre Treffsicherheit zurück, genug Einsatzzeit wird sie auch weiterhin bekommen.

Nina Burger: Wir sind mit der Hinrunde großteils zufrieden, haben uns einen Abstand zu den Abstiegsplätzen geschaffen und sind noch an den vorderen Teams dran. Für die Rückrunde wollen wir weiter von Spiel zu Spiel schauen, Punkte holen und den einen oder anderen Platz noch gut machen. Aktuell hoffen wir, dass der Verein rasch einen geeigneten Trainer findet, nachdem Colin Bell als Teamchef bei Irlands Frauen unterzeichnete. Im Pokal wollen wir wieder nach Köln.

Verena Aschauer wechselte im Sommer vom SC Freiburg zum SC Sand, konnte sich dort aber noch vollends durchsetzen. Für sie gilt es, sich bei ihren Kurzeinsätzen möglichst gut zu präsentieren und sich so beim Trainerteam für mehr Spielzeit zu empfehlen.

Verena Aschauer: „Wir haben in der Hinrunde ein paar Punkte unnötig hergeschenkt, ansonsten würden wir in der Tabelle noch besser dastehen. Wir wissen, dass noch mehr geht – das fordert und motiviert uns. Wenn wir in der Rückrunde schnell in unseren Rhythmus finden, ist in der Liga noch vieles möglich. Im Pokal sogar alles.“

TSG 1899 Hoffenheim

Auf dem achten Tabellenplatz steht 1899 Hoffenheim, die Damen von der TSG müssen mit nur vier Punkten Polster auf die Abstiegszone den Blick auch nach unten richten. Auch Nicole Billa wird mit ihrer Herbstsaison nicht restlos zufrieden sein, sie musste hart um ihre Einsatzzeit kämpfen, hatte keinen Stammplatz und konnte lediglich einen Saisontreffer erzielen. So wird sich auch die Rückrunde gestalten, hoffentlich kann sie sich vermehrt in Szene setzen.

Nicole Billa: Leider lief die Hinrunde nicht so wie wir uns das vorgestellt haben und wir wollen wieder weg von den Plätzen im unteren Drittel. Für die Rückrunde gilt es für uns nun jedes Spiel mit Vollgas zu absolvieren, und Punkte zu sammeln um wieder weiter hoch zukommen.“

MSV Duisburg

Beim Aufsteiger MSV Duisburg wird alles daran gesetzt, nicht gleich wieder direkt in die 2. Liga zurückzuwandern. Der Grundstein dafür wurde in der Herbstsaison gelegt, mit neun Punkten haben sich die Zebras gut in der Liga etabliert und drei Zähler Vorsprung auf die Abstiegszone. Dauerbrennerin beim MSV ist Virginia Kirchberger, die im Schnitt auf 87 Einsatzminuten pro Spiel kam. Auch in der Frühjahrssaion wird in der Hintermannschaft von Duisburg kein Weg an der Teamspielerin vorbeiführen.

Virginia Kirchberger: „Mit der Hinrunde denke ich können wir sehr zufrieden sein, denn das Ziel in Duisburg ist ganz klar der Klassenerhalt und wir konnten auf einem Nichtabstiegsplatz überwintern. Leider wurden wir in der Hinrunde sehr vom Verletzungspech verfolgt und viele wichtige Spielerinnen sind lange ausgefallen, aber umso positiver stimmt mich die Rückkehr der Spielerinnen für die bevorstehenden, schwierigen Aufgaben zur Rückrunde! Also ich blicke ganz klar positiv in die Zukunft und bin davon überzeugt, dass wir mit dem MSV Duisburg auch nächstes Jahr in der 1. Liga vertreten sein werden!“

Nach einer zweijährigen Verletzungspause konnte auch Lisa Makas endlich ihr Bundesligadebüt feiern. Die Stürmerin kam in den letzten beiden Runden vor der Winterpause zu zwei Kurzeinsätzen. Für Makas geht es im Frühjahr auch darum, noch den Sprung auf den EM-Zug zu schaffen. Wenn sie regelmäßig zum Einsatz kommt oder sogar einen Stammplatz erkämpft, wird Teamchef Dominik Thalhammer nur schwer an ihr vorbeisehen können, in den Kader für den Cyprus Cup hat es die Stürmerin schon geschafft.

Lisa Makas: „Rückblickend war es eigentlich eine ganz gute Hinrunde. Wir haben im Tabellenmittelfeld überwintert und ich hatte endlich meine ersten Einsätze. So gesehen war das für mich persönlich sehr erfolgreich! Unsere Ziele für die Rückrunde sind ganz klar die Liga zu halten und für mich, dass ich zu meinen ersten 90 Minuten Einsatzzeit hinarbeite.“

Mit Simona Koren steht seit kurzem eine dritte Österreicherin beim MSV Duisburg unter Vertrag. Die Offensivspielerin wechselte in der Winterpause von den USA in die deutsche Bundesliga und will sich so noch für ein EM-Ticket empfehlen. Bei ihr geht es darum sich möglichst schnell an die neue Liga zu gewöhnen und möglichst viel Spielzeit zu bekommen.

SV Werder Bremen

Derzeit nur in der 2. Bundesliga spielt Werder Bremen, wo Katharina Schiechtl unter Vertrag steht. Doch die Chancen auf den direkten Wiederaufstieg in die höchste Spielklasse stehen sehr gut. Werder liegt ungeschlagen auf dem zweiten Tabellenplatz, da der aktuelle Tabellenführer, VfL Wolfsburg II, jedoch nicht aufstiegsberechtigt ist, würde dieser Platz bereits zur Rückkehr ins Oberhaus reichen. Im Pokal steht das Team überraschend im Viertelfinale, auf dem Weg dorhin wurden mit Turbine Potsdam und 1899 Hoffenheim zwei Bundesligateams aus dem Weg geräumt.

Katharina Schiechtl: „Ich denke, wir haben eine nahezu perfekte Hinrunde gespielt und sind ungeschlagen geblieben, sowohl in der Meisterschaft als auch im DFB-Pokal. Highlights waren das Weiterkommen im DFB-Pokal gegen Potsdam und Hoffenheim. Ich freue mich schon auf die Rückrunde und wir wollen an die Hinrunde anknüpfen und den Aufstieg in die erste Liga wieder schaffen.“

 

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