Zwei Kreuzbandrisse in der vergangenen Saison verhinderten bislang die Premiere von Lisa Makas in der deutschen Allianz Frauen-Bundesliga. Nach ihrem Wechsel vom SC Freiburg zum MSV Duisburg ist die ÖFB-Teamspielerin schon wieder voller Optimismus und Angriffslust. Nicht nur in Deutschland will die 24-Jährige durchstarten, auch mit dem Nationalteam will sie bei der Europameisterschaft in den Niederlanden für Furore sorgen.

 

Lisa, vielen Dank, dass du 12terMann für ein Interview zur Verfügung stehst. Wir freuen uns mehr über dich in Erfahrung zu bringen!

 

Mich würde zunächst interessieren, ob du uns schon kennst und ob du von unserer neuen Seite 12teFrau auch bereits gehört hast?

Ja, ich kenne die Seite und folge ihr natürlich auch auf Facebook.

Du hast von 2011 bis 2015 beim SKN St. Pölten (vormals FSK St. Pölten-Spratzern) gespielt. Vom ersten Jahr in der Bundesliga bis zum ersten Meistertitel. Welche Erinnerungen hast du an diese Zeit und was konntest du mitnehmen?

Ich habe sehr schöne Erinnerungen, es war eine sehr tolle Zeit, die mich geprägt hat. Ich habe sehr viel gelernt und mich extrem weiterentwickelt bei St. Pölten. Ich wurde dort extrem gefördert und habe eine großartige Unterstützung erfahren. Ohne den Verein wäre ich heute nicht dort, wo ich bin.

Vor der zweiten Operation habe ich natürlich über das Karriereende nachgedacht […]

Du hast dir Ende Mai 2015 in deinem letzten Bundesliga-Spiel unglücklich das Kreuzband gerissen und im darauffolgenden Winter ein zweites Mal. Zwei so schwere Verletzungen hintereinander sind so ziemlich das schlimmste für Sportler und Sportlerinnen. Wie bist du mit der Situation umgegangen und wie geht es dir jetzt?

Naja, sagen wir einmal so: ich hätte mir meinen Wechsel in die deutsche Bundesliga etwas anders vorgestellt und war wegen dieser Verletzung natürlich am Boden zerstört. Aber das wichtigste ist, dass man auch nach solch einem Rückschlag nicht aufgibt. Das habe ich nicht getan. Der zweite Riss war leider wirkliches Pech und nicht zu verhindern. Vor der zweiten Operation habe ich natürlich über das Karriereende nachgedacht, aber mir war dann schnell klar, ich würde es schaffen mich wieder an meine alten Leistungen heranzukämpfen. Heute geht es mir gut und ich bin bereits seit sieben Wochen im Aufbautraining bei meinem neuen Verein MSV Duisburg.

Hattest du auch mit dem Gedanken gespielt die Fußballschuhe an den Nagel zu hängen. Wenn ja, warum hast du dich anders entschieden?

Ja, ich habe darüber nachgedacht, allerdings nur für einen kurzen Augenblick. Meine Familie hat mich in der gesamten Zeit unterstützt. Sie und ich wussten, dass es das nicht gewesen sein konnte und daher stand das Aufgeben für mich nicht zur Debatte.

Wie ist die Reha bei dir abgelaufen und wie sieht eine Trainingswoche jetzt bei dir aus?

Die ersten zwei Monate nach der Operation war ich in Österreich und habe auch dort meine Reha bestritten. Im Anschluss habe ich sie in Deutschland fortgesetzt. Aktuell trainiere ich etwa sieben bis acht Mal wöchentlich. Neben dem Mannschaftstraining absolviere ich auch heute noch in der Reha ein individuelles Training im Kraft-, Stabilisations- und Ausdauerbereich.

Die schwere Verletzung im Mai 2015 erfolgte kurz nach deiner Vertragsunterzeichnung beim deutschen Bundesligisten SC Freiburg. Wie hat der Verein auf deine Verletzung reagiert und wie war für dich die Zeit in Freiburg?

Selbstverständlich waren sie nicht erfreut, haben mich aber bei all meinen Reha-Maßnahmen unterstützt. Nach einem Jahr haben wir uns einvernehmlich entschieden den Vertrag aufzulösen. Trotz allem war es eine sehr tolle Zeit in Freiburg und ich möchte daher keine Sekunde missen.

Ein Grund war sicherlich, dass ich seitens unserer Trainerin Inka Grings vollste Unterstützung bekommen habe […]

Du bist in diesem Sommer von Freiburg zum Aufsteiger MSV Duisburg gewechselt. Was waren die Gründe für den Wechsel und was sind deine Ziele mit dem MSV?

Ein Grund war sicherlich, dass ich seitens unserer Trainerin Inka Grings vollste Unterstützung bekommen habe und dass ich sie als Trainerin sehr schätze. Persönlich kann ich als Offensivspielerin sehr viel von ihr lernen. Unser Ziel ist ganz klar der Klassenerhalt.

Was sind deine größten Stärken auf dem Spielfeld und wie versuchst du dem Match deinen Stempel aufzudrücken?

Ich denke, dass meine Schnelligkeit und meine Zweikampfstärke meinen Spielstil ausmachen. Auffallen würde ich selbstverständlich am liebsten mit einem Tor.

Was sind deine persönlichen Ziele und was machst du, wenn du gerade nicht für dein Comeback trainierst?

Ich möchte endlich mein erstes Spiel in der deutschen Bundesliga bestreiten und natürlich bei der EM gut abschneiden. In meiner freien Zeit reise ich sehr gerne. Ich möchte so viel wie möglich von der Welt sehen.

Du wurdest letztes Jahr zur „Spielerin des Jahres 2015“ in Österreich ausgezeichnet. Wie lässt sich dieses Gefühl am besten beschreiben und gab dir diese Ehrung zusätzliche Motivation für deine Karriere?

Es ist ein unglaubliches Gefühl der Freude. Zweifellos bestätigt mich diese Auszeichnung und sie zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Nun gilt es aber wieder sich kleinere Ziele zu setzen und so schnell wie möglich wieder spielen zu können.

Daher denke ich, dass wir uns für die harte Arbeit der letzten Jahre belohnen werden, wenn wir alles geben werden.

Du bist bereits 45 Mal für Österreich aufgelaufen und hast bereits 18 Tore auf deinem Konto. Was traust du dem Nationalteam bei der EM 2017 zu?

Ich traue uns einiges zu. Wir haben viel erreicht und uns extrem weiterentwickelt. Das gilt für jede Einzelne von uns. Daher denke ich, dass wir uns für die harte Arbeit der letzten Jahre belohnen werden, wenn wir alles geben werden.

Hast du dir zum Ziel gesetzt bei der EM 2017 in Holland dabei zu sein bzw. wie stehen deine Chancen dafür?

Ganz klar ist das mein ganz großes Ziel. Ich setze alles daran bei der EM wieder fit zu sein. Wenn alles planmäßig verläuft, werde ich bei der EM dabei sein.

In welche Sphären kann der österreichische Frauenfußball einmal durchdringen – sei es im Nationalteam oder auf Klubebene?

Mit dem Nationalteam, denke ich, könnten wir es sicher in die Top 10 Europas schaffen. Bezogen auf die Vereine wäre es schön, wenn wir uns auch international einen Namen machen würden.

Wie siehst du die Entwicklung im Frauenfußball? Hat sich in den letzten Jahren viel in Richtung größerer Bekanntheit getan oder hinkt man noch zu sehr dem vorhandenen Potential hinterher?

Ja, ich finde schon, dass es in die richtige Richtung geht. Durch den Erfolg der Nationalmannschaft wurden auch schon die Medien aufmerksam und Spiele werden im Fernsehen übertragen. Der Frauenfußball befindet sich auf einem guten Weg.

Stören dich negative Vorurteile über den Frauenfußball bzw. wie gehst du damit um?

Natürlich finde ich es nicht toll, dass es Vorurteile bezüglich des Frauenfußballs gibt, aber ich muss ehrlich sagen, dass ich mich damit nicht sonderlich beschäftige.

Gibt es etwas, dass du Spielerinnen, die mit einer Verletzung hadern, mitgeben möchtest?

Ich habe mich immer aufgebaut, indem ich mir gesagt habe, wenn ich es träumen kann, dann kann ich es auch tun. Solange ich nicht alles gegeben habe, werde ich nicht aufhören für das zu kämpfen.

 

Lisa, vielen Dank für deine Antworten und das interessante Interview. Wir wünschen dir in Zukunft viel Erfolg und eine gelungene Rückkehr in den aktiven Sport!

 

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