Der 29-jährige Moritz Bauer, der für Österreich sechs A-Nationalteam Spiele absolvierte, schnürt aktuell seine Fußballschuhe in Russlands Premier Liga. Aufgrund mangelnder Spielpraxis wurde er leihweise bis Saisonende von Stoke City an FK Ufa abgegeben.


Der gebürtige Schweizer, der in seiner Jugend auch drei Einsätze für die Nachwuchsmannschaften der Eidgenossen absolvierte, macht nun zum zweiten mal Halt in Russland. Bereits von 2016 bis 2018 kickte Bauer beim russischen Erstligisten Rubin Kasan. Zufälligerweise war es auch sein ehemaliger Arbeitgeber gegen den der Rechtsverteidiger sein erneutes Debüt in Russland feierte. Sein erster Auftritt war aber bereits nach 45 Minuten wieder beendet. Rashid Rakhimov – Trainer von FK Ufa – nahm den ÖFB-Legionär in der Halbzeit aus taktischen Gründen vom Feld. Die Umstellungen brachten allerdings nichts mehr ein, das Spiel ging mit einer 0:3 Heimniederlage zu Ende. Am vergangenen Spieltag verlor man ebenfalls zuhause mit 0:1 gegen Lokomotive Moskau. Bei diesem Spiel fand sich Bauer nur auf der Ersatzbank wieder.

Geplatzter Knoten, Marcel Koller und Engagements auf der Insel

Nach seiner Nachwuchsstation beim FC Winterthur startete Moritz Bauer bei den Grasshoppers Zürich voll durch. Im August 2011 gab er sein Profidebüt in der Schweizer Super League gegen die BSC Young Boys Bern. Nach sechs erfolgreichen Jahren in Zürich entschloss sich Bauer einer neuen Aufgabe zu stellen. 2016 wurde Rubin Kasan auf das damals 24-jährige Talent aufmerksam und überwies vier Millionen Euro in Richtung Schweiz. Auf diese Entwicklung wurde auch der ÖFB aufmerksam, denn Bauers Vater ist Österreicher. Da er vom Schweizer Verband nicht berücksichtigt wurde und mit Marcel Koller ein Schweizer ÖFB-Teamchef war, nahmen die Entwicklungen ihren Lauf.

Er gab somit im September 2017 beim WM-Qualifikationsspiel gegen Georgien sein Debüt im ÖFB-Dress. Das Duell im Wiener Ernst Happel Stadion endete mit einem 1:1, bei dem Bauer die ganzen 90 Minuten ran durfte. Obwohl mit dem Unentschieden gegen Georgien die letzten Hoffnungen auf ein Ticket zur Weltmeisterschaft in Russland begraben wurden, war Moritz Bauer einer der besten Akteure am Feld. Er überzeugte mit seiner Leistung so sehr, dass er auch für den darauf folgenden Lehrgang im Oktober 2017 nominiert wurde. Bei den abschließenden beiden Qualifikationsspielen gegen Serbien in Wien sowie auswärts gegen Moldawien stand Bauer jeweils über die volle Distanz am Feld. Beide Duelle gingen auch gewonnen – Serbien schlug man mit 3:2 – die Moldawier besiegte man in Chisinau mit 0:1. Diese beiden Siege kamen leider zu spät, so beendete man die Qualifikation auf dem vierten Rang hinter Serbien, Irland und Wales. Mit einem 2:1-Testspielsieg gegen Uruguay im November wurde das Länderspieljahr 2017 abgeschlossen – auch hier wurde Bauer 90 Minuten eingesetzt bei dem ihm sogar ein Assist gelang.

Im Jänner 2018 verschlug es den Doppelstaatsbürger in die englische Premier League zu Stoke City. Die abstiegsbedrohten “Potters” bezahlten über sechs Millionen Euro für den österreichischen Legionär. Moritz Bauer konnte allerdings die Trendwende nicht mehr herbeiführen – Stoke stieg zum ersten mal seit über zehn Jahren wieder in die Championship ab. Dies könnte wohl auch der Knackpunkt in der Karriere des gebürtigen Winterthurers gewesen sein.

Im März 2018 kam Moritz Bauer bei einem freundschaftlichen Länderspiel in Luxemburg zum Einsatz. Bei diesem 0:4 Auswärtserfolg stand der damalige Premier League Legionär zum bis dato letzten mal in der österreichischen Startelf. Einzig und allein Anfang Juni 2018 konnte Bauer noch Einsatzminuten beim ÖFB sammeln – beim 2:1 Heimsieg gegen Deutschland in Klagenfurt wurde er in der 76.Minute für Alessandro Schöpf eingewechselt. Danach wurde er von Franco Foda – der seit November 2017 Teamchef ist und somit Marcel Koller ablöste – nicht mehr berücksichtigt.

Anschließend folgte eine knapp einjährige Leihe zu Celtic Glasgow, bei der es für Bauer nur neun Einsätze gab. Nach einem weiteren halben Jahr bei Stoke verlieh man den Österreicher erneut. Aktuell schlägt Bauer seine Zelte in Russland auf, der Leihvertrag läuft Ende Juni aus. Man darf also durchaus gespannt sein, wie der weitere Karriereweg von Moritz Bauer aussehen wird. Ob er noch einmal an vergangene Leistungen anknüpfen kann und sich damit für das ÖFB-Team weiterempfehlen würde, bleibt offen.

Noch eine erwähnenswerte Anekdote: Moritz Bauer konnte in über 150 Einsätzen als Profi noch kein einziges Tor erzielen, wenn auch als Verteidiger.

NEU: Alle News direkt aufs Smartphone mit unserem Telegram-Newsservice (Instant-Messaging):

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.