Der Fußball in Österreich hatte in den letzten Jahren wenig Berührungspunkte mit dem in Südosteuropa. Komplett abseits des Interesses tummeln sich aber ganze neun Legionäre in Bosnien-Herzegowina, Slowenien und Serbien. Grund genug für 12terMann.at, sich im fünften Teil der “Großen Pause” die Leistungen dieser Spieler genauer anzuschauen. 

Titelbild-Credits: Roter Stern Belgrad Website, NK Domzale Website

Ganze fünfmal hat die österreichische Nationalmannschaft gegen jene aus Bosnien-Herzegowina bereits gespielt. Das ist aber auch fast der einzige Berührungspunkt mit dem bosnischen Fußball, oder kannst du drei Mannschaften aus der Premijer Liga aufzählen?

Ex-Sturm-Torjäger vor Abstieg

Wer aber in Österreich vielleicht doch noch bekannt ist, ist Darko Bodul. Der ehemalige Sturm- und Altach-Stürmer ist nach Stationen in Dänemark, Schottland, Russland, Belarus und der Türkei seit Sommer 2022 beim FK Igman Konjic unter Vertrag. Für den Aufsteiger läuft es aber nicht nach Wunsch, bekleidet man nach 19 von 33 Runden doch den letzten Platz und hat vier Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Bodul selbst stand in 17 Spielen auf dem Platz, in denen er ein Tor, drei Assists und eine gelb-rote Karte sammeln konnte. Soll der Klassenerhalt gelingen, muss wohl sowohl der Klub, als auch der 33-jährige Stürmer selbst etwas mehr im Frühjahr zeigen.

Während also in Bosnien-Herzegowina der einzige Österreicher tief im Abstiegssumpf steckt, ist in Slowenien vom Abstieg bis zur Meisterschaft für alle Legionäre etwas dabei.

Junger Legionär im Abstiegskampf

Ein ähnliches Schicksal wie Bodul teilt Milos Savic. Der 20-jährige Stürmer, der in der Jugend bei Red Bull Salzburg spielte, wechselte im Sommer vom SV Grödig zu NK Tabor Sezana in die Prva Liga. Dort durfte er bislang fünf Einsätze absolvieren, wobei er zweimal in der Startelf stand. Seine letzten Einsatzminuten für den Tabellenletzten datieren allerdings von Mitte September, seitdem schafft er es meistens nicht einmal in den Kader. Sezana ist allerdings punktgleich mit dem Tabellenneunten, vielleicht kann Savic im Frühjahr wieder etwas mehr mithelfen, den Klassenerhalt zu erreichen.

Ehemaliges Toptalent im Mittelfeld

Mit dem Abstieg nichts zu tun hat der NK Domzale. Dort steht seit Sommer 2020 Arnel Jakupovic unter Vertrag, der einst als großes Talent und zukünftiger Hoffnungsträger galt. Sein Können kann der 24-jährige Stürmer in dieser Saison allerdings zeigen, so kam er in allen 19 Pflichtspielen zum Einsatz und sammelte vier Tore und sieben Assists für den Tabellensechsten.

Teamkollege von Jakupovic ist seit September Daniel Offenbacher, der immerhin schon fast 250 Spiele in der höchsten österreichischen Spielklasse sammeln konnte. Er kommt allerdings erst auf drei Einsätze in dieser Saison, wovon zwei über 90 Minuten gingen. Der 30-jährige Mittelfeldspieler fehlt seit Oktober gänzlich im Kader, es wird spannend zu beobachten sein, wie sich seine Leistungen im Frühjahr entwickeln.

Ex-Rapid-Talent zeigt auf

Ebenfalls im Tabellenmittelfeld liegt der NK Maribor mit Ex-Rapid-Spieler Marko Bozic. Nachdem der 24-jährige Mittelfeldspieler im Januar 2022 zu Frosinone Calcio in die Serie B wechselte und dort lediglich auf einen Einsatz kam, wurde er im Sommer nach Slowenien verliehen. Dort weiß er durchaus zu überzeugen, kam er doch bislang in 21 Pflichtspielen zum Einsatz, in denen ihm vier Tore und vier Assists gelangen. Der amtierende Meister liegt im Moment auf Rang fünf und hat bereits 17 Punkte Rückstand auf die Tabellenführung. Vielleicht kann Bozic aber immerhin seine Form konservieren und bei seiner Rückkehr im Sommer dann auch wieder in Italien glänzen.

Sturm-Leihspieler als Edeljoker

Der Weg von Graz nach Murska Sobota ist ziemlich kurz, er beträgt nämlich nur 70 km Luftlinie. Vielleicht hat sich Dardan Shabanhaxhaj auch deswegen im Sommer dafür entschieden, leihweise von Sturm Graz zum NS Mura zu wechseln. Dort kam der 21-jährige Mittelfeldspieler bislang in allen 23 Pflichtspielen zum Einsatz, allerdings stand er nur achtmal in der Startelf. Ein Tor und zwei Assists stehen auf seiner Habenseite für den Tabellendritten, ob das reicht, um nach seiner Rückkehr wieder in der Bundesliga Fuß zu fassen, wird sich zeigen.

Junges Verteidigerduo vor Titelgewinn

Während also für die meisten Österreicher in Slowenien der Mittelfeldplatz fix ist, stehen zwei junge Verteidiger vor dem Titelgewinn. Der NK Olimpija Ljubljana mit Pascal Estrada und Mateo Karamatic ist nämlich klarer Tabellenführer. 

Der 20-jährige U21-Teamspieler Estrada wechselte im Sommer von den Wolverhampton Wanderes in die slowenische Hauptstadt. Dort pendelt der Innenverteidiger zwischen Ersatzbank und Startelf, von seinen 19 Pflichtspieleinsätzen waren nämlich zehn von Beginn an. Der Wechsel hat sich für ihn aber schon bezahlt gemacht, kam er doch im Herbst auf seine ersten drei Einsätze im U21-Nationalteam.

Ebenfalls in der Verteidigung spielt Mateo Karamatic. Der 21-jährige wechselte 2019 aus Anif nach Osijek und 2022 weiter nach Laibach. Dort kommt er in dieser Saison auf 19 Einsätze, die meisten davon von Beginn an. Ljubljana führt die Tabelle mit 13 Punkten Vorsprung auf ihren ersten Verfolger, dem NK Celje, an und wird damit wohl im Frühjahr die erste Meisterschaft seit 2018 bejubeln dürfen.

Aber nicht nur in Slowenien wird die Meisterschaftsfeier mit österreichischer Beteiligung von statten gehen, auch in Serbien wird eine Legende des heimischen Fußballs wohl Meister werden.

Dragovic vor zweiter Meisterschaft

Als Aleksandar Dragovic im Sommer 2021 von Bayer Leverkusen zu Roter Stern Belgrad wechselte, war die Überraschung doch groß, immerhin war er zu diesem Zeitpunkt erst 30 Jahre alt und der Schritt schien etwas zu früh. Nichtsdestotrotz feierte Dragovic in seiner ersten Saison direkt das Double in Serbien und auch diese Saison läuft für den 100-fachen Teamspieler bislang sehr erfolgreich. Tabellenführer mit zehn Punkten Vorsprung auf Verfolger Partizan Belgrad, dazu im Pokal-Achtelfinale und Siege in der Europa-League-Gruppenphase über Ferencvaros Budapest und Trabzonspor. Dragovic selbst kam in 27 der bislang 30 Pflichtspiele zum Einsatz und ist mit damit mitverantwortlich, dass Roter Stern die mit Abstand beste Defensive der Liga stellt. 

Noch nicht genug von den Erfolgen unserer Legionäre? Hier geht’s zu anderen Teilen der “Großen Pause”.

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