Der Fußball in Polen wird mit leidenschaftlichen Fans und einer starken Nationalmannschaft assoziiert. Im Land von Stürmerstar Robert Lewandowski tummeln sich auch fünf Österreicher, die verschiedenste Saisonverläufe hinter sich haben. “Die große Pause” wirft in Teil vier einen Blick auf die einzelnen Legionäre und ihre Performances.

Titelbild-Credits: Piast Gliwice Website, Pogon Stettin Website

Nachdem der polnische Fußball in der Vergangenheit mehrere Erfolge feiern konnte, sind die besten Zeiten vorbei und in der Fünfjahreswertung liegt man nur mehr auf Platz 28. Die Liga ist also qualitativ nicht ganz so hochwertig, die Mannschaften liegen aber sehr eng zusammen.

Abstiegskampf für Ex-Rieder

Constantin Reiner wechselte im letzten Winter, nach einer soliden Bundesliga-Herbstsaison, von der SV Ried zu Piast Gliwice. In der letzten Saison pendelte der 25-jährige Innenverteidiger zwischen Ersatzbank und Startelf, diese Saison startete er als absoluter Stammspieler. Zwischen dem dritten und dem 13. Spieltag stand Reiner in jedem Spiel in der Startelf und konnte auch zwei Tore verbuchen. Allerdings wurde es danach etwas ruhiger um ihn, seit Mitte Oktober kam er nur noch einmal im Pokal zum Einsatz, zuletzt fehlte er in der Liga sogar komplett im Kader. Insgesamt kommt Reiner auf 15 Pflichtspieleinsätze in der Saison. Sein Klub liegt auf einem Abstiegsplatz, einen Punkt vom rettenden Ufer entfernt und Reiner will im Frühjahr bei der Mission Klassenerhalt sicher mehr mithelfen.

Beinahe Rapid-Schreck unten drin

Einen Punkt vor Piast Gliwice und damit ebenfalls im Abstiegskampf liegt Lechia Gdansk mit Legionär David Stec. Der Verein aus Danzig dürfte einigen Fußballfans in Österreich noch bekannt sein, hatte Rapid in der Europa-Conference-League-Qualifikation ja so seine Mühe mit dem Klub. Stec ist absoluter Stammspieler, er stand in 19 der 23 Pflichtspielen in der Startelf. Der 28-jährige Rechtsverteidiger sammelte wettbewerbsübergreifend sechs gelbe Karten, Torbeteiligungen sucht man vergeblich. Vielleicht würde der ein oder andere Scorerpunkt nicht schaden, um den Vorjahresvierten schnell aus den unteren Plätzen zu ziehen.

Comeback nach langer Leidenszeit

Mit den unteren Plätzen hat Pogon Stettin überhaupt nichts zu tun, der Klub aus dem Nordwesten Polens liegt auf Platz vier und damit im Kampf um die internationalen Plätze. Einen großen Anteil daran hat Benedikt Zech. Der langjährige Altacher, der seit 2019 in Polen tätig ist, ist auch in dieser Saison wieder Stammspieler. Der 32-jährige Innenverteidiger stand in 20 von 23 Pflichtspielen in der Startelf und hat als Routinier einen Anteil daran, dass Stettin sich zum dritten Mal en Suite für das internationale Geschäft qualifizieren könnte.

Nicht ganz so viel am Erfolgslauf konnte Alexander Gorgon beitragen. Der mittlerweile 34-jährige Ex-Austrianer musste eine lange Leidenszeit durchlaufen, seit August 2021 fiel der Offensivspieler aufgrund einer Knieverletzung aus. Ende Oktober feierte er in der zweiten Mannschaft dann endlich sein Comeback und am letzten Spieltag vor der Winterpause kam Gorgon nach über 15 Monaten auch wieder in der Ekstraklasa zum Einsatz. Hoffentlich kann er im Frühjahr wieder mehr mitwirken und helfen, dass Pogon Stettin noch auf den dritten Platz, der die Teilnahme an der Conference-League-Qualifikation bedeuten würde, springen kann.

Aufsteiger als Überraschung

Diesen dritten Platz bekleidet zurzeit sensationell Aufsteiger Widzew Lodz, punktgleich mit Stettin. Vicky Leandros wollte bereits 1974 mit Theo nach Lodz fahren, im Jänner 2022 machte es ihr Martin Kreuzriegler gleich, der aus Norwegen nach Polen wechselte. Nachdem der 28-jährige Verteidiger den Aufstieg mit seinem Klub bejubeln durfte, mischt der Verein nun auch die oberste Spielklasse auf. 17 Pflichtspieleinsätze, davon 13 von Beginn an, bestritt der Weltenbummler, der in seiner Karriere auch schon auf Malta unter Vertrag war, dabei erzielte er auch ein Tor. Der zweite Platz liegt nur drei Punkte entfernt, vielleicht kann der Aufsteiger auch im Frühjahr weiter aufzeigen.

Polen ist nicht das einzige Land, indem die LegiÖs zu überzeugen wissen. Hier geht es zu den anderen Teilen der “Großen Pause”.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.