Wenn man an die nordischen Länder in Europa denkt, kommen einem schnell Sportarten wie Skispringen, Langlaufen oder Biathlon in den Sinn. Spätestens mit dem dänischen Erfolgslauf bei der EM 2021 und dem Durchbruch von Erling Haaland, nimmt auch der Fußball in Nordeuropa einen höheren Stellenwert ein. Deshalb blickt 12terMann.at im siebten Teil der “Großen Pause” auf die Legionäre in Dänemark, Norwegen und Finnland.

Titelbild-Credits: HJK Helsinki Website, Randers FC Website, Kuopion Palloseura Website

Spätestens seit dem Halbfinaleinzug bei der Europameisterschaft 2021, kann man Dänemark als Fußballnation bezeichnen. Die heimische Liga ist im internationalen Vergleich zwar nicht allzu hoch angesehen, dennoch sorgt ein Österreicher für Furore.

Egho im Kampf um Torjägerkrone

Marvin Egho spielt seit Sommer 2018 bei Randers FC in der Superligaen. In Österreich kommt der 28-jährige Stürmer auf Stationen bei Wr. Neustadt, der Admira und der SV Ried, ohne einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen zu haben. Beim Tabellensechsten in Dänemark ist Egho seit seinem Wechsel meistens Stammspieler, in dieser Saison kam er in 17 der 19 Pflichtspielen zum Einsatz, 13-mal von Beginn an. In der Liga befindet sich Egho mit seinen sechs Saisontoren auch noch im Kampf um die Torjägerkrone, der Führende Andreas Schjelderup vom FC Midtjylland liegt bei zehn. Die Tore des Wieners kann Randers auch gebrauchen, liegt man doch nur einen Punkt vor Platz sieben, was, bei gleichem Ligamodus wie in Österreich, die Abstiegsrunde bedeuten würde.

Während also Marvin Egho in Dänemark für Furore sorgt, gibt es in Norwegen ebenfalls einen Stürmer, der dies tut, nämlich Erling Haaland. Aber der Superstar von Manchester City ist nicht der einzige Ex-Bundesliga Stürmer mit Norwegen-Bezug.

Ex-Teamstürmer mit Ladehemmung

Zugegeben, an die Leistungen von Haaland kommt Philipp Zulechner nicht ganz heran. Nach seiner Odyssee durch Österreich, Deutschland und der Schweiz, ist der 32-jährige Stürmer im Sommer bei Odds BK untergekommen. Dort kam er allerdings nur zweimal in der ersten Mannschaft zum Einsatz, ein Tor wollte ihm nicht gelingen. Deswegen ist das Norwegen-Abenteuer für Zulechner schon wieder vorbei. In Norwegen wird eine Ganzjahressaison gespielt, der Tabellenfünfte plant nicht mehr mit ihm und deshalb ist er ab Januar wieder einmal vereinslos. Er wird spannend zu sehen sein, wo die Reise des Ex-Teamstürmers weitergeht.

Wie in Norwegen, wird auch in Finnland die Meisterschaft über ein Kalenderjahr ausgetragen. In der vergangen Spielzeit, hatten auch zwei Österreicher eine tragende Rolle im Titelkampf.

Innenverteidiger beinahe in Europa

Keiner der Meisterschaftsanwärter war Mehdi Hetemaj. Der 25-jährige Innenverteidiger wechselte nach Stationen in St. Pölten, Horn, Wr. Neustadt, Albanien und auf Malta im Sommer nach Finnland zum AC Oulu. Dort konnte er sich auf Anhieb zum Stammspieler mausern, in 14 der 20 Spiele nach seiner Ankunft stand er in der Startelf. Auch in Finnland wird die Liga nach der Hälfte geteilt, in der Abstiegsrunde wurde Oulu Erster, verpasste im Play-Off allerdings die Qualifikation für den Europacup. Der Vertrag von Hetemaj läuft mit 1. Januar aus, ein weiterer Wechsel steht damit kurz bevor.

Als Stammtormann zum Vizemeister

Johannes Kreidl dürfte in Österreich nur wenigen ein Begriff sein, dabei schnürte der 26-jährige Tormann seine Schuhe schon beim Hamburger SV, dem 1. FC Nürnberg und der SV Ried. Richtig glücklich wurde der gebürtige Tiroler aber nur bei Kuopion Palloseura in Finnland, wo er 2021 zum zweiten Mal einen Vertrag unterschrieb. In dieser Saison war er unumstrittener Stammtormann und stand in 23 der 27 Spiele im Tor, wobei er sich auch eine rote Karte abholte. Er wurde finnischer Pokalsieger und das Double verpasste er nur hauchzart, in der Meisterschaft musste man sich um einen Punkt HJK Helsinki geschlagen geben.

Ex-Rapidler als Meister

Bei HJK Helsinki steht mit Manuel Martic aber auch ein Österreicher unter Vertrag, der sich somit Meister nennen darf. Der 27-jährige Mittelfeldspieler begann die Saison als Stammspieler und konnte auch ein Tor erzielen. Im Juli verletzte sich Martic allerdings und kam erst am letzten Spieltag zurück, dennoch trug er zehn Einsätze und ein Tor zur 32. Meisterschaft bei und startet damit, wie auch sein Ex-Verein, nächste Saison Mission 33. 

Wem es im Norden zu kalt ist, dem seien hier die anderen Teile der “Großen Pause”, in vielleicht wärmeren Ländern, empfohlen.

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