Im aufstrebenden Fußballland USA haben drei österreichische Spieler und ein Trainer ihre Saison bereits im November beendet. Bevor in zwei Monaten die neue Saison der Major League Soccer startet, wirft die 12terMann.at-Serie „Die große Pause“ in Teil 18 noch einmal einen Blick zurück auf viele erste Male.

 

Photo-Credits: Charlotte FC, Orlando City, Vancouver Whitecaps

Die Vereinigten Staaten sind bereits gut gerüstet für die Heim-WM 2026. Die junge Truppe um die Top-Spieler Christian Pulisic und Weston McKennie trat in Katar beherzt und äußerst ansehnlich auf. In vier Jahren werden die Erwartungen höher sein als das Erreichen des Achtelfinales, denn der Kader scheint eher besser als schlechter zu werden.

Der Qualitätsaufstieg ist mit der immer zunehmenden Popularität des Sports im Fast-Food-Land zu begründen. Die Major League Soccer ist längst nicht mehr nur eine Resterampe für gealterte Stars, sondern versteht sie sich inzwischen als Konkurrent mit den europäischen Ausbildungsligen, wie sie in Belgien oder Portugal zu finden sind. Die höchste Fußballliga wird im Jahresrhythmus ausgetragen und endete dieses Jahr bereits im November, also einen Monat früher als üblich. Erst Ende Februar geht es in Übersee wieder weiter.

Kara im verdienten Urlaub

800.000 Euro überwies Orlando City im Jänner 2022 an den SK Rapid Wien, um den Goalgetter Ercan Kara trotz auslaufenden Vertrags aus der Hauptstadt loszueisen. Seine Torquote konnte er in seinem ersten Jahr in der Major League Soccer zwar nicht ganz bestätigen, das Jahr in Orlando war mehr für ihn aber doch erfolgreicher als ein typischer Tagesausflug ins örtliche Disneyland für die meisten Familien aus der Mittelklasse.

Elf Tore und drei Assists in 29 Ligaspielen stehen für ihn am Ende seiner ersten Saison auf dem Statistikpapier, in der Liga war er der erfolgreichste Torschütze des Teams. Der Brecher profitierte sehr von seinen kreativen und dynamischen Sturmpartnern Alexandre Pato und Facu Torres. Orlando City qualifizierte sich zum dritten Mal en suite für die Playoffs. Dort schieden die „Lions“ aber in der ersten Runde gegen den Club de Foot Montréal aus, mehr wurde von der 2015 gegründeten Franchise auch nicht erwartet.

Erste und letzte Saison für Fuchs

Für die 28. Franchise in der MLS, den Charlotte FC aus dem Bundestaat North Carolina, war 2022 die erste Saison. Für die Jungfernfahrt im Profifußball hatte man bereits gut vorgesorgt, so war Leicester-Legende und Ex-Nationalteam-Capitano Christian Fuchs bereits im Juli 2021 in die USA gewechselt und hatte sich bis zum Saisonstart beim Zweitligisten Charlotte Independence fitgehalten.

Seine Abgeklärtheit und Erfahrung brauchte der neue Klub auch, Fuchs übernahm die Kapitänsschleife und half als gelernter Außenverteidiger auch manches Mal in der Innenverteidigung aus. Erstmals in seiner Karriere trat er auf Vereinsebene als Elferschütze in Erscheinung und verwertete gleich drei Stück, seine einzigen Saisontore in 26 Spielen. Charlotte verpasste als Neunter in der Eastern Conference die Playoffs, schnitt aber deutlich besser ab als prognostiziert wurde. Im US-Sport sind die Ligen im Grunddurchgang stets in zwei Conferences eingeteilt.

Die Fans goutierten seine Leistungen, Fuchs gehörte gemäß Trikotverkaufszahlen zu den beliebtesten Spielern der Liga. Dennoch wird er Charlotte nach der wichtigen Aufbauarbeit zum Jahresende verlassen. Wie es mit dem 36-jährigen Neunkirchener weitergeht, steht nun in den Sternen. Fest steht wohl, dass er der Eastside wohl weiter treu bleibt. Seine Familie lebt in New York und Fuchs selbst träumt von einer Karriere als Kicker in der NFL, der bedeutendsten Liga im American Football. Die meisten Teams befinden sich im Osten des riesigen Landes.

Startschwierigkeiten bei Schöpf

Für Kara und Fuchs lief der Start in das Abenteuer USA bisher ganz gut, im nördlichen Nachbarn Kanada muss Alessandro Schöpf erst noch das Eis von den Fußballstollen kratzen. Im August 2022 zog es den 28-jährigen Tiroler nach seinem Vertragsende bei Arminia Bielefeld zu den Vancouver Whitecaps, einem von drei kanadischen Teams in der MLS.

Und war er auf der westfälischen Alm noch Stammspieler, konnte er in den zwei Monaten bei den Whitecaps diesen Status noch nicht erreichen. Er startete in fünf von elf möglichen Spielen und wurde zwei weitere Male eingewechselt. In diesen Anläufen blieb der Offensivmann wie in Deutschland ungefährlich vor dem Tor, ihm gelang keine Torbeteiligung. Auch für sein Team verlief die Saison unzufriedenstellend, der Einzug in die Playoffs wurde verpasst.

Goodbye, New York für Struber?

Gerhard Struber stand heuer bereits sein zweites Jahr an der Seitenlinie der New York Red Bulls. Im Vergleich zum letzten Jahr gelang der Einzug in die Playoffs dieses Mal geschmeidiger, doch erneut folgte das Aus in der ersten Runde, während der Stadtkonkurrent New York City FC wieder deutlich weiter kam. Die Durchschnittlichkeit der US-amerikanischen Red-Bull-Filiale kann mit ihren ständigen Personalrochaden begründet werden, große Investments in Supertalente oder gewachsene Spieler bleiben am Big Apple ebenso aus.

Die Voraussetzungen waren nicht positiv, Struber holte aus der jungen Mannschaft viel heraus. Dementsprechend blieb eine Rochade am Trainersessel aus. Der 45-Jährige Kuchler besitzt noch einen Vertrag bis 2023, aber beinahe sein gesamtes Jahr 2022 wurde von Gerüchten um eine Rückkehr nach Europa begleitet. Da wurde er zuerst als Nachfolger von Franco Foda als ÖFB-Teamchef ins Gespräch gebracht, später gab es auch Gerüchte um ein Engagement beim FC Augsburg oder dem englischen Aufsteiger Nottingham Forest. Die Gerüchte bewahrheiteten sich alle nicht, Struber verweilt weiter in den USA.

Bis hierhergekommen? Schau dir auch gleich hier die anderen Teile der Serie „Die große Pause“ an.

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