Er ist eine Stütze im aktuellen U19-Nationalteam von Teamchef Manfred Zsak und geigt mit seinem Verein, dem FC Augsburg, in der A-Junioren Bundesliga Süd/Südwest auf. Kevin Danso ist mit Sicherheit ein Spieler, dessen Entwicklung man in den nächsten Jahren weiterhin sehr gespannt verfolgen kann und muss. Der 18-jährige Sohn ghanaischer Eltern zog bereits mit sechs Jahren aus der Steiermark nach England und lernte das Fußballspielen bei den Milton Keynes Dons. Seit 2014 spielt er nun für die Jungendabteilung des FCA und schnuppert dort bereits in den Trainings bei Martin Hinteregger und Co. rein.

12terMann.at: Danke, dass du dir für das Interview Zeit genommen hast Kevin. Zuerst einmal möchte ich kurz wissen, ob du schon vorher von unserer Seite 12terMann.at gehört hast?

Kevin Danso: Nein. Davor habe ich von Euch, ehrlich gesagt, leider noch nichts gehört. Aber der Name kam mir bekannt vor, weil ich Euch ein paar Mal auf Twitter gesehen habe. In Zukunft werde ich jetzt jedenfalls öfter mal auf Eure Website schauen.

Ihr habt am Wochenende 4:1 gegen den Karlsruher SC gespielt und führt als Aufsteiger die A-Junioren-Bundesliga Süd /Südwest nach neun Runden an. Habt ihr nach eurem Aufstieg letztes Jahr damit gerechnet, dass es auch in der Bundesliga so gut laufen wird?

Als Aufsteiger ist es natürlich etwas Besonderes ganz oben in der Tabelle zu sein. Meiner Meinung nach ist das Geheimnis unseres aktuellen Erfolgs, dass wir als Mannschaft im Training und auf dem Platz hart arbeiten und das umsetzen, was die Trainer von uns fordern. In anderen Worten ist die mannschaftliche Geschlossenheit unser großes Plus. Ich hatte schon vor der Saison das Gefühl, dass wir oben dabei sein könnten, weil ich wusste, dass wir die Qualität dafür in der Mannschaft haben, aber mir war auch klar, dass es schwer wird. Nach elf Spieltagen ist es natürlich schwierig sicher zu sein, dass wir dieses Tempo aufrechterhalten können, aber ich glaube fest daran.

Was ist denn euer Saisonziel im Sommer gewesen?

Unser Ziel war und ist es, erstmal die Liga zu halten. Wir wissen ungefähr wie viele Punkte man dafür braucht. Alles, was darüber hinaus möglich ist, ist ein wunderschöner Bonus und wir werden als Mannschaft alles dafür tun, diesen auch zu erreichen. Wir schauen einfach weiter, wie bisher, von Spiel zu Spiel. Damit sind wir bis jetzt sehr gut gefahren. Und am Ende schauen wir dann was dabei herauskommt.

Du hast am Wochenende wieder zwei Mal getroffen und mit bisher fünf Toren läuft es auch bei dir bislang ganz gut. Welche Rolle übernimmst du in eurem Spiel?

Ja. Im Moment läuft es wirklich sehr gut. Meine Tore sind aber immer eine Gesamtmannschaftsleistung. Weil jeder für den Anderen arbeitet, fällt es mir im Moment leicht gut zu spielen und der Mannschaft mit meinen Leistungen und Toren zu helfen.

Wo siehst du denn im Moment deine Stärken?

Im Moment spiele ich auf der sechs in einem 4-1-4-1 System. Hier kommen meine Stärken sehr gut zur Geltung. Meiner Meinung nach habe ich ein sehr gutes Kopfballspiel, aufgrund dessen ich immer wieder Tore mache. Und auch das Zweikampfverhalten gehört zu meinen Stärken.

Du bist als Kind mit der Familie von der Steiermark nach England ausgewandert, hast dort den Großteil deiner Kindheit Verbracht. Mit 15 Jahren bist du dann von den Milton Keynes Dons zum FC Augsburg gewechselt. Wie schwer fiel dir damals der Umstieg von England nach Deutschland? Du musstest ja auch die deutsche Sprache wieder quasi von neu auf lernen.

Am Anfang war es natürlich nicht einfach, da ich die Sprache wieder neu lernen musste, aber das ging ziemlich schnell, da sehr viel noch unterbewusst vorhanden war, was immer mehr zum Vorschein kam. Ich bin jemand, der sich schnell anpassen kann und offen auf die Menschen zugeht, was mir bei der Eingewöhnung geholfen hat. Außerdem haben mich die Mannschaft, die Verantwortlichen des FC Augsburg und mein Bruder Emmanuel extrem bei der Eingewöhnung unterstützt und es mir so einfach wie möglich gemacht.

Wie lebt es sich als Nachwuchsspieler in Augsburg? Ist Fußball auch in deiner Freizeit das Thema Nummer eins?

Es lebt sich sehr gut! Fußball ist definitiv auch in der Freizeit das Thema Nummer eins. Fußball ist einfach meine größte Leidenschaft. Wenn wir zum Beispiel Spielpausen haben, merke ich schon nach einem Tag, dass mir langweilig ist und dass ich sofort wieder auf den Platz und den Ball am Fuß haben möchte.

Du bist mit 15 von daheim weggezogen. Hast du auch immer wieder Zeit um deine Familie in England zu besuchen? Oder kommt sie manchmal zur Unterstützung ins Schwabenland?

Ja. Wenn ich keine Schule und trainingsfrei habe, fliege ich entweder nach Hause für ein paar Tage oder meine Eltern kommen mich auch ab und zu in Augsburg besuchen. Außerdem lebt mein Bruder Emmanuel in Deutschland, der mich sehr häufig besuchen kommt und fast alle Spiele von mir live verfolgt.

Wenn wir zum Beispiel Spielpausen haben, merke ich schon nach einem Tag, dass mir langweilig ist und dass ich sofort wieder auf den Platz und den Ball am Fuß haben möchte.

Nachdem du deine Ausbildung in zwei der größten Fußballnationen genießen durftest und darfst, wo liegen denn deiner Meinung nach die Unterschiede im fußballerischen zwischen England und Deutschland?

Ich finde, dass in England das Spiel viel körperlicher ist und, dass das Spieltempo ein bisschen schneller ist als in Deutschland. In Deutschland ist dafür die taktische und technische Ausbildung mehr im Fokus und deshalb besser als in England. Beide Länder haben also ihre Vorteile.

Premier League oder Bundesliga? Hast du eine Wunschliga, in der du einmal unbedingt auflaufen willst?

Schwierige Frage. Beide Ligen sind super und ich schaue und verfolge beide Ligen intensiv. Am schönsten fände ich es, wenn ich die Gelegenheit bekommen würde in beiden Ligen aufzulaufen. Ich weiß aber sehr gut, dass das noch ein weiter Weg ist und noch sehr viel Arbeit auf mich wartet, bevor ich dieses Ziel erreichen kann.

Am Ende der letzten Saison hast du bereits zwei Mal in der Regionalliga gespielt. Dieses Jahr ist aber noch kein neuerlicher Einsatz dazugekommen. Woran liegt das, denkst du?

Die Verantwortlichen des FCA und mein Berater haben ein genaues Konzept besprochen, welches natürlich auch mit mir abgesprochen wurde. Im Moment spiele ich in der U19-Bundesliga, weil dieses Jahr der Fokus darauf gelegt wird, mich spielerisch nochmal ein Level nach vorne zu bringen, was in der U19-Bundesliga besser umzusetzen ist. Danach wird es darum gehen mich an den Herrenfußball heranzuführen, zumal mir schon häufiger gesagt wurde, dass ich dafür körperlich schon fast alles mitbringe. Ich für meinen Teil arbeite geduldig und hart und alles Weitere kommt dann. Wenn ich allerdings schon früher oben gebraucht werden sollte, stehe ich natürlich jederzeit zur Verfügung.

Wie sieht es mit den Trainings aus? Darfst du schon ab und zu bei den Profis mittrainieren?

Die Frage passt gut, denn ich werde diese Woche zum ersten Mal bei den Profis mittrainieren und freue mich sehr darauf, mich den Trainern und Verantwortlichen zu präsentieren. Grundsätzlich konzentriere ich mich aber, wie gesagt, nur auf meine aktuellen Leistungen, arbeite hart und alles Weitere passiert dann.

Beim FCA spielen seit dem Sommer mit Martin Hinteregger und Georg Teigl zwei Österreicher in der Kampfmannschaft. Hast du mit ihnen schon Kontakt gehabt?

Ja, ich weiß. Es ist schön, Verstärkung aus der Heimat hier zu haben.  Noch hatte ich keinen Kontakt zu ihnen, ich hoffe aber, dass sich das jetzt ergeben wird.

Schaust du dir die Spiele der Kampfmannschaft immer an? Gibt es ein Vorbild in den Reihen des FCA?

Ja klar. Ich schaue, wenn ich nicht parallel selbst auf dem Platz bin, jedes Spiel der Kampfmannschaft an. Ein einziges direktes Vorbild gibt es jetzt nicht, weil mir mehrere Spieler gut gefallen. Wenn ich aber zwei nennen müsste, wären es wohl Daniel Baier und Martin Hinteregger.

Es ist schön, Verstärkung aus der Heimat hier zu haben.

Wie schätzt du deine Chancen ein, in Augsburg eines Tages in die Bundesliga-Mannschaft aufzusteigen?

Wenn ich weiter hart arbeite und alles gebe, glaube ich fest daran, eines Tages in der Kampfmannschaft des FCA in der Bundesliga aufzulaufen. Ich spüre im Verein aktuell das Vertrauen in mich und werde jedenfalls alles dafür geben, was ich kann.

Wechseln wir zum Schluss noch kurz zum Nationalteam. Ihr habt euch souverän für die U19-Eliterunde qualifiziert. Dort kann das Ziel, nehme ich an, nur die Qualifikation für Georgien 2019 sein oder?

Exakt. Wir wollen uns unbedingt für die U19 EM im nächsten Jahr in Georgien qualifizieren. Es wäre für mich eine Ehre, Österreich dort mit der Mannschaft vertreten zu dürfen.

Du warst bereits 2015 in Bulgarien bei der U17-EM dabei. Was hast du von damals mitgenommen?

Viele Erfahrungen, wie es ist bei einem großen Turnier dabei zu sein. Leider haben wir auch ein bisschen Lehrgeld gezahlt, aber dadurch wissen wir jetzt, was wir dieses Mal besser machen müssen um nicht wieder nach der Gruppenphase nach Hause zu müssen.

Wer sind denn deiner Meinung nach die größten Talente im Jahrgang 1998 beim ÖFB? Einige Kollegen spielen ja ebenso wie du in der A-Junioren Bundesliga.

Wir haben sehr viele talentierte Spieler im Jahrgang 1998 in der Nationalmannschaft und finde es vermessen, einzelne Namen zu nennen. Aber ich bin mir sicher, dass man von dem ein oder anderen in Zukunft noch viel hören wird. –

Wie intensiv gestaltet sich der Kontakt mit Teamchef Manfred Zsak?

Bei den Lehrgängen sehr intensiv. Der Trainer spricht viel mit mir und ich kann jedes Mal interessanten Input mit nach Hause nehmen.

Vielen Dank für das Interview Kevin und weiterhin alles Gute für deine Karriere und vor allem Gesundheit!

Das Interview führte Sebastian Sohm

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