Action pur an Spieltag drei!

Ganze acht Platzverweise und vier Strafstöße hat uns der dritte Spieltag beschert, bei zwei Spielpaarungen wurde alleine schon je drei Spieler vorzeitig zum Duschen geschickt. Auch Christian Fuchs war einer von ihnen. Nichts desto trotz fielen wieder unzählige Tore und schön langsam setzen sich auch einige Mannschaft in der Tabelle ab. Aber gleichzeitig beginnen die ersten Trainerstühle mehr oder weniger heftig zu wackeln. Der erste ist vor kurzem umgefallen: Bruno Labbadia muss seinen Arbeitsplatz beim VfB räumen. Wenn wir gleich einen Nachfolger empfehlen dürften: Ralph Hasenhüttl wäre noch zu haben. Aus unserer Sicht könnten die nächsten arbeitslosen Übungsleiter der aktuellen Spielzeit Keller und Fink heißen.

 

 

1:0

(0:0)

Es war eigentlich die erwartete Niederlage des SV Werder gegen den Vizemeister und Champions League-Finalisten, doch sie fiel bei weitem nicht so dramatisch aus, wie man hätte befürchten können. Bremens Trainer Robin Dutt überrascht gleich einmal mit einer für erfreulichen Änderung in der Startelf: Marko Arnautovic war von Beginn an als zentraler Angreifer aufgestellt. Wie sich sehr bald herausstellen sollte, kam Arnautovic die Spezialaufgabe zu, den in der Spieleröffnung so starken Dortmunder Innenverteidiger zu binden und aus dem Spiel zu nehmen. Dies gelang dem Österreicher ganz hervorragend, von Hummels war über die gesamt erste Halbzeit so gut wie nichts zu sehen. Arnautovic presste immer wieder gegen die ballführenden Verteidiger (natürlich vornehmlich gegen Hummels) und ließ so keine gefährlichen Spieleröffnungen aus der Innenverteidigung zu. Zu vielen Torchancen kam er nicht, aber dazu braucht es auch Mitspieler, die einen sauberen Spielaufbau aufziehen – und daran mangelt es derzeit noch in Bremen. Lediglich zwei Torschüsse gaben die Bremer in Hälfte eins ab, beide von Arnautovic – wobei der zweite haarscharf am langen Eck vorbeistrich und fast zur überraschenden Führung des SVW geführt hätte. Sein Einsatz und seine Laufbereitschaft waren vorbildlich – ein Attribut, das ihm sowohl Sportdirektor Eichin als auch Trainer Dutt für sein Engagement im Training bescheinigten. Marko beißt sich zurück in die Startelf. Zum Verbleib in Bremen angesprochen meinte Eichin im Vorfeld der Begegnung "Wir sind derzeit ein Herz und eine Seele." und Robin Dutt ergänzte: "Wenn Marko nach Ende der Transferperiode noch in Bremen ist, wäre ich sehr froh!" – derzeit wirkt es also fast so, als könnte sich wider Erwarten doch noch ein Verbleib Arnautovic' in Bremen abzeichnen, aber im schnelllebigen Fußball weiß man ja nie…

Ebenfalls in der Startelf standen Abwehrchef Sebastian Prödl und Mittelfeld-Rackerer Zlatko Junuzovic. Prödl konnte seine Leistung im Vergleich zur Vorwoche, wo er lediglich 12,5% seiner Zweikämpfe für sich entschied, massiv steigern. Er gewann fast alle Kopfballduelle und steigerte seine Gesamtzweikampfquote auf 66,7 % (Passquote 71,4 %). Junuzovic war einmal mehr das Arbeitstier der Bremer, überall am Platz zu finden und mit 12,01 km einmal mehr der Mann mit der größten Laufleistung am ganzen Platz. Von seinen Zweikämpfen gewann er 46,2 %, gleichzeitig kamen auch fast 80 % seiner Pässe an. Die durch eine starke Einzelaktion von Marco Reus ausgelöste Führung der Dortmunder durch Lewandowski bedeutete auch den über das ganze Spiel gesehen hochverdienten Endstand. Wobei die Bremer in den letzten gut 10 Minuten doch tatsächlich Druck erzeugen und den BVB in der eigenen Hälfte binden konnten – eine zwingende Torchance kam dabei jedoch nicht mehr heraus. Wie gesagt, der Sieg der Dortmunder war in allen Belangen verdient, die Moral und der Einsatz der Bremer war jedoch aller Ehren wert! (thelex)

 

 

2:0

(0:0)

Einmal mehr können sich die Münchner bei "Robbery" bedanken, dass sie weiterhin eine weiße Weste haben, und drei Punkte in der Allianz Arena eingefahren haben. Die Star-Truppe der Bayern beherrschte das Spiel ganz klar. Unfassbare 81% Ballbesitz wurden nach den Schlusspfiff in die Matchbuchhaltung eingetragen. Fast wäre man jedoch geneigt zu sagen: "Ballbesitz schiesst keine Tore". Ein Kopfballtor (!) von Franck Ribery und ein herrliches Solo von Arjen Robben machten in diesem Spiel den Unterscheid, beide Tore fielen erst in der zweiten Halbzeit.

Einmal mehr wurden Schwächen in der Münchner Abwehr ans Licht gebracht, speziell wenn es um das so wichtige Umschaltspiel geht. Bitter für unseren David Alaba: Er spielte zwar neunzig Minuten durch, verschenkte jedoch einen weiteren Punkt in der Torschützenliste durch einen viel zu schwach geschossenen Elfmeter, den Torwart Schäfer relativ leicht halten konnte. Allerdings war der Elfmeter ohnedies völlig zu unrecht gegeben worden, da diesem ein Foul und ein Handspiel von Arjen Robben voranging. Bitter für die gesamte Mannschaft: Neuzugang Thiago verletzte sich am Syndesmoseband, wird zu Wochenbeginn operiert und fällt 7 Wochen aus. Der Münchner Kader sollte diesen Ausfall jedoch relativ leicht kompensieren können. Mann des Spiels Frank Ribery könnte in der kommenden Woche zu Europas Fußballer des Jahres gekürt werden. Seine "Man of the Match"-Leistung am Samstag könnte den letzten Ausschlag dafür geben. Gerechtfertigt wäre es in jedem Fall.

Auf Seiten der Nürnberger kämpfe Emanuel Pogatetz verbissen und in der ersten Hälfte auch durchaus erfolgreich, um für seine Mannschaft ein Remis zu halten. Muhammed Ildiz stand nicht im Kader der Nürnberger, wenn nicht ein Wunder passiert, wird dies auch so schnell nicht mehr der Fall sein. (kicknik)

 

 

4:2

(2:0)

Das 4:2 gegen Gladbach ist für Leverkusen saisonübergreifend der achte Sieg in Serie, das bedeutet einen neuen Vereinsrekord für Bayer. Kießling brachte die Heimmannschaft in der 23. Minute nach einem Handelfmeter in Führung. Auch beim 2:0 hatte Kießling seine Füße im Spiel, er legte perfekt für Sam ab der das Leder nur noch über die Linie drücken musste. Aber Gladbach gab nicht auf und so war es ausgerechnet Martin Stranzl der zum 2:1-Anschlusstreffer traf. Nur drei Minuten später konnte Arango sogar den Ausgleichstreffer erzielen. Aber Leverkusen zeigte sich zu abgebrüht und so war es erneut Sam der zum 3:2 netzte. Zehn Minuten später machte Castro den Deckel drauf und das Match war entschieden. Für Leverkusen war es der dritte Sieg im dritten Spiel, Gladbach hingegen liegt weiterhin im Mittelfeld der Tabelle und hält bei drei Punkten.

Martin Stranzl spielte neben Dominguez über die volle Distanz. Die beiden Innerverteidiger zeigten aber keine gute Leistung, Stranzl verlor 55 % seiner Zweikämpfe und gewann nur die Hälfte seiner Luftduelle. Sein Passspiel war sehr präzise (94%) aber ohne großes Risiko. Seine schwache defensive Leistung konnte er nur durch ein sehenswertes Tor kaschieren. Mund abwischen und weiter machen, nächste Woche kommt Bremen nach Gladbach, dort gilt es wieder zu überzeugen. (maha)

 

 

 

2:1

(2:0)

Mit großen Ambitionen ist man in Gelsenkirchen in die Saison gestartet – nach 3 Runden schaut man auf einen mickrigen Punkt, im Vergleich dazu die Konkurrenten aus München, Dortmund und Leverkusen haben bereits 9 Zähler auf dem Konto. Harte Zeiten stehen Trainer Jens Keller bevor, der Druck wird erst nachlassen, wenn die ersten Erfolge eingefahren werden UND auch die Champions League-Qualifikation geschafft wird.

Es war ein hartes Spiel in Hannover, gleich 3 Spieler mussten vorzeitig unter die Dusche. Darunter Kapitän Benedikt Höwedes (nach einer Notbremse in der 14. Minute) und auch Christian Fuchs. Der Österreicher kassierte zwei Gelbe Karten innerhalb von nur 6 Minuten und musste somit in der 85. Minute vom Feld. Insbesondere defensiv hatte er einen schweren Nachmittag, Lars Stindl beschäftigte ihn über weite Strecken und dabeei wirkte Fuchs eher überfordert. Nach vorne ging auch nicht viel, lediglich einen Torschuss, eine Torschussvorlage und eine Flanke konnte der ÖFB-Legionär am Ende vorweisen.

Nun kommen für die Königsblauen die Tage der Wahrheit: zuerst das Champions League-Playoff gegen PAOK, dann das Heimspiel gegen die in einem Erfolgslauf stehende Bayer-Werkself aus Leverkusen – jeglicher Misserfolg kann hier schon das Ende der Ära Jens Keller (und eventuell auch von Sportdirektor Horst Heldt) bedeuten… (xandi)

 

 

2:0

(0:0)

Der perfekte Saisonstart ist geglückt! Auch gegen die Wölfe bleibt man ungeschlagen und ist nach dem dritten Spieltag mit 9 Punkten gemeinsam mit Bayern, Leverkusen und Dortmund punktegleich. In einem spannenden und ausgeglichenen Match entschied eine Standardsituation das Spiel zugunsten von Mainz. Nach einer Ecke staubte Choupo-Moting (61. Minute) zum 1:0 ab. Nur 3 Minuten später flog Neuzugang Luiz Gustavo vom Platz, er foulte Nicolai Müller im Mittelfeld und sah daraufhin seine zweite gelbe Karte. Müller entschied dann 15 Minuten später das Spiel endgültig. Mit seinem vierten Saisontreffer im dritten Spiel liegt der Deutsche auch an der Spitze der Torjägerliste. Wolfsburg hält nach der Niederlage weiterhin bei 3 Punkten und liegt auf Tabellenplatz 9. Nächste Woche treffen die Wölfe daheim auf den starken Aufsteiger aus Berlin. Für Mainz geht es auswärts gegen Hannover.

Julian Baumgartlinger spielte wieder über die vollen neunzig Minuten neben Geis und Zimling im defensiven Mittelfeld. Er spielte eine unauffällige Partie und riskierte kaum gefährliche Pässe, was seine hohe Passsicherheit (96% Passqoute) bestätigt. Seine Zweikampfstärke hat er diese Saison noch nicht voll erreicht, nur 55 % seiner Duelle entschied er für sich. Insgesamt aber ein stabiles Match von Baumgartlinger. (maha)

 

 

1:0

(0:0)

Wahrscheinlich ein letztes Mal dürfen wir in dieser Saison vom Hamburger SV berichten. Nach der Vertragsauflösung eines Paul Scharner beim HSV wird das rot-weiß-rote Fähnchen nebem dem HSV-Logo verschwinden. Schade eigentlich, waren doch die Hansestädter immer ein Garant für gute Geschichten – und natürlich schade, weil wir sehr gerne möglichst viele Legionäre in der DFL sehen würden. Wobei einen Paul Scharner am Spielfeld haben wir schon länger nicht gesehen. Wann und für wen wir dieses Fähnchen wieder anheften werden dürfen, steht noch nicht einmal in unserer Hellseherkugel.

Das Spiel als solches zählte sicher nicht zu den Highlights dieses Spieltags. Nicht einmal eine rote Karte brachte das Spiel hervor, obwohl dies bei DFL-Spieltag Nummer 3 en vogue zu sein schien. Die beiden Torhüter waren jeweils die besten Spieler Ihrer Mannschaft. Nur Rene Adler musste einmal hinter sich greifen, der Treffer von Ramos fixierte auch den Endstand. Für die Hertha top, die Hanseaten bleiben weiterhin flop in der Bundesliga und zementieren sich langsam im Tabellenkeller ein.

Wie die Karriere eines Paul Scharner weiter gehen wird, steht sicher in den Aufzeichnungen seines Karriereberaters, aber leider zu Redaktionsschluss noch nicht fest. Ein Treffen bei einem Hamburger Radrennen mit dem Chef der Kärnten Werbung lässt einen Wechsel zum WAC vage vermuten, viel wetten würden wir darauf aber nicht. (kicknik)

 

 

2:1

(2:1)

Das Kellerduell im Schwaben-Derby bringt den ersten Dreier für den FCA. Ein immens wichtiger Sieg, der auch von den Fans nach dem Abpfiff frenetisch gefeiert wurde. Bei Augsburg gab es – wie von manchen erwartet – einen Wechsel im Tor. Mohamed Amsif auf die Bank, Marwin Hitz in den Kasten, so der Befehl des Übungsleiters Weinzierl.  Der Neuzugang vom VfL Wolfsburg feierte nach dem Patzer seines Kollegen in Bremen sein Punktpieldebüt bei seinem neuen Arbeitgeber. Alexander Manninger meldete sich beim Sky-Interview mit einer erfreulichen Meldung zu Wort: "Die Genesung verläuft super, ich werde am Montag ins Mannschaftstraining einsteigen können", so der Österreicher. Raphael Holzhauser durfte wie erhofft wieder von Beginn an für die Augsburger auf der linken Aussenbahn auflaufen. Der FCA bestimmte in der von vielen Fouls und Abspielfehlern geprägten Partie die erste Hälfte eindeutig. Vor allen Dingen eben jener ehemalige Stuttgarter und unser aktueller U21-Kapitän Holzhauser war an vielen gefährlichen Szenen beteiligt. Bereits nach zwei Minuten kam er aus 14 Metern frei zum Schuss, wobei VfB-Keeper Ulreich keine Mühe hatte. In Minute 36 sollte einer seiner zahlreich gefährlichen Freistösse zum Ziel führen: Eine Maßflanke auf Callsen-Brackers Kopf, der für das umjubelte 2:0 sorgte. Allerdings brachte der FCA in persona Paul Verhaegh den VfB wieder ins Spiel zurück. Der niederländische Nationalspieler foulte im Strafraum Maxim, den Strafstoß verwandelte Vedad Ibisevic zum 1:2-Anschlusstreffer. Holzhauser war es, der kurz vor der Pause beinahe wieder den alten Abstand hergestellt hätte, doch sein Eckball krachte nur an den Pfosten. In der nun packenden  Partie versäumte es Mölders für die Entscheidung zu sorgen, nachdem Stuttgart nach einer vollkommen überzogenen Reaktions des Scheisdrichters mir einem Platzverweis bestraft wurde. Der Stürmer hatte bereits Ulreich ausgespielt, doch statt den Ball in das leere Tor zu schieben, hämmerte er das Spielgerät ans Außennetz. Unfassbar. Doch die drei Punkte wurden festgehalten. Ein wichtiger Heimsieg, der die Stuttgarter weiter in Bedrängnis bringen wird.

Martin Harnik kam in der zweiten Halbzeit auf das Spielfeld und belebte das Stuttgarter Spiel ungemein. Leider kam nichts Zählbares dabei raus. Für Stuttgarts Trainer Bruno Labbadia war dies jedoch sein letztes Spiel im Amt, er wurde am Montagmorgen entlassen .(sami)

 

 


Leistungsdaten

Legende:
Min (Einsatzminuten)
TS (Torschüsse)
TSV (Torschussvorlagen)
ZK (gewonnenen Zweikämpfe in Prozent)
PQ (erfolgreiche Pässe in Prozent)
BK (Ballkontakte auf 90 Minuten hochgerechnet)
Distanz (gelaufene Kilometer während der gesamten Einsatzminuten, auf 90 Minuten hochgerechnet)
Läufe (die Anzahl der intensiven Läufe auf 90 Minuten hochgerechnet)
Vavg. (Durchschnittsgeschwindigkeit während der gesamten Einsatzminuten in km/h)
90M (Werte auf 90 Minuten hochgerechnet, falls nicht über die volle Distanz im Einsatz, Einsätze < 15 Min. werden nicht hochgerechnet)
+/- (Wertung ähnlich wie Eishockey: -1 bei Gegentor am Feld / +1 bei Tor am Feld (zusätzlich +1 bei Assist, +2 bei Tor)) 
Farbcodes der Zellen: hellgrün (Bestwert innerhalb der Mannschaft) / dunkelgrün (Bestwert aller Spieler der Partie) 


Legionärswertung

So sieht diese Woche unsere Wertung der Top-3-Legionäre aus ÖFB-Sicht aus:

  1. Raphael Holzhauser
  2. Emanuel Pogatetz
  3. Marko Arnautovic

 

(Autoren: kara, kicknik, maha, sami, thelex, xandi)

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