Wenn man Alexander Manninger mit einem Wort beschreiben würde, kommt man sicher nicht an dem Folgenden vorbei: Legende! Der österreichische Torhüter gab heute sein Karriereende bekannt und wir blicken auf seine unglaubliche Karriere zurück. 

Es war einmal vor 39 Jahren in Salzburg als ein gewisser Alexander Manninger das Licht der Welt erblickte. Schon früh war klar, dass Manninger ein Talent im Tor ist. So wurde Alexander von Casino Salzburg entdeckt und startete dort seine fußballerische Laufbahn. Er durchlief alle Jugendteams bis er dann von Otto Baric in die erste Mannschaft geholt wurde. Um Spielpraxis zu sammeln schickte ihn Otto „Maximale“ zu Vorwärts Steyr, wo er sich für weitere Aufgaben empfehlen konnte. 

Im Jahre 1996 wechselte er dann in die Steiermark zum GAK. In der Saison 96/97 kam er auf 23 Einsätze für die Grazer. Nach der Saison folgte dann ein Wechsel, den nicht einmal er voraussehen konnte. Er wechselt für kolpotierte 15 Millionen Schilling zum FC Arsenal. Umgerechnet wären das heute 1.090.092 €. Eine stolze Summe für diese Zeit. Mit nur 20 Jahren hießen seine Mitspieler nicht mehr Bruno Friesenbichler oder Manfred Zsak, sondern Patrick Viera, Dennis Bergkamp und Ian Wright. Manninger war außerdem noch der erste Österreicher in der Premier League. Jedoch war er nur zweite Wahl. An David Seaman kam er nicht vorbei. Seine Einsätze beschränkten sich auf Cup-Bewerbe und Spiele, an denen Seaman wegen Verletzungen ausfiel. Jedoch schaffte er es als erster und bisher einziger Reservetorhüter den „Player of the month“-Award abzuräumen. In seiner ersten Saison kam er auf sieben Einsätze und konnte sogar die Premier League mit Arsenal gewinnen. Nennenswert ist auch, dass von der 97/98-Arsenal-Mannschaft nur mehr er aktiv Fußball spielt. 

In der darauffolgenden Saison war er auch wieder nur zweiter Goalie, in der Saison 99/00 kam Manninger schon auf 15 Einsätze und durfte auch in der Champions League ran. Noch dazu kommt, dass er am 18.08.1999 sein Nationalteam-Debüt gegen Schweden feierte. Sogar beim 1:1 gegen den FC Barcelona war er auf dem Platz. Auch in der nächsten Saison kam er zum Beispiel gegen Bayern München in der CL zum Einsatz.

Das Bestreben von Arsenal ihn als Nachfolger von Seaman zu etablieren, funktionierte nicht wie gewollt. Deswegen verliehen die „Gunners“ den 24-Jährigen zum AC Florenz. Dort kam er auf 23 Einsätze für den Verein aus der Toskana. Nach Leihende wechselte er zu Espanyol Barcelona und unterschrieb dort einen Vierjahresvertrag. Jedoch beehrte er den Klub aus Katalonien nur kurz, denn sein Vertrag wurde im Sommer schon wieder aufgelöst. Dann ging es für ihn im Jänner 2013 zum FC Turin, wo er zu drei Einsätzen kam. Im Sommer wechselte er nach Bologna. Ein Jahr später ging es zum AC Siena. Auch wieder nur für ein Jahr. Das Italien-Abenteuer wurde durch einen kleinen Zwischenstopp bei Red Bull Salzburg unterbrochen. Aber nach einem Jahr bei den „Bullen“ heuerte er wieder in Italien und wieder beim AC Siena an.

Dort brachte es der Salzburg in zwei Jahren auf 64 Einsätze und in 2008 einen Wechsel zu Udinese Calcio. Wie es leider öfters in seiner Karriere war, kam er dort kaum zum Einsatz. Deswegen verkaufte Siena Manninger wieder und der Käufer war kein geringer als Juventus Turin. Die „Alte Dame“ brauchte einen Ersatz für Gianluigi Buffon und investierte deswegen 2,5 Millionen Euro für Manninger. Nach ein langwierigen Verletzung von Buffon kam er fast eine ganze Saison zum Einsatz und wurde von der italienischen Zeitung La Gazzetta dello Sport zum besten Torhüter der Hinrunde gewählt. 

Nach der Verpflichtung von Marco Storari im Jahre 2010 wurde Manninger auf die dritte Torhüterposition verdrängt. Sein Vertrag wurde nicht verlängert und somit stand er nach der Saison 11/12 vereinslos da. Doch schon im Dezember meldete sich der FC Augsburg bei ihm. Nach der Verletzung von Simon Jentzsch brauchten die Bayern einen Ersatzkeeper und Manninger passte gerade perfekt zur Situation. In seiner Debüt-Saison (mit 35 Jahren angemerkt) in der deutschen Bundesliga kam er auf zwölf Liga-Einsätze und zu einem Einsatz im DFB-Pokal gegen Bayern München. Er war ein sicherer Rückhalt für eine Mannschaft, die knapp dem Abstieg entronnen ist. In den darauffolgenden Saisonen war „Manni“ immer da, wenn er gebraucht wurde. Vier Jahre verbrachte er beim FC Augsburg und mauserte sich zum Fanliebling.

Aber ich glaub, dieses Video zeigt noch viel besser welchen Stellenwert er in Augsburg hatte. Gänsehaut!

Danke, Alex! ❤️

Posted by FC Augsburg on Sonntag, 15. Mai 2016

Der Vertrag wurde daraufhin nicht verlängert und es folgte die größte Überraschung im Sommertransferfenster 2016. Alexander Manninger zum FC Liverpool. Jürgen Klopp holte den 39-jährigen als dritten Keeper hinter Loris Karius und Simon Mignolet. Sein Debüt feierte er bei einem internationalen Testspiel gegen den AS Rom. Daraufhin kam er leider nicht mehr zum Einsatz, aber alleine der Fakt, dass er mit 39 Jahren noch einmal in die Premier League wechselt, ist schon unbezahlbar. 

Manninger durfte das österreichische Trikot 34-mal überstreifen. Sein Debüt feierte er, wie schon oben erwähnt, im Jahr 1999 gegen die Schweden. Daraufhin folgten weitere Einsätze bei Qualifikationen für Weltmeisterschaften und Europameisterschaften, sowie auch einige Einsätze in Freundschaftsspielen. Er gehörte auch zum Kader der EURO 2008, kam dort aber nicht zum Einsatz. 2009 beendete er seine Nationalteamkarriere.

Der FC Liverpool hat Manninger noch einmal zum Interview gebeten. Dort sagte er:

„Ich war der erste Österreicher in der Premier League, der erste junge Torhüter bei Arsenal – es war alles neu und eine großartige Erfahrung. Aber man denkt immer zurück, dass es auch anders hätte laufen können. Aus einer kleinen Nation kommend, muss ich mich bedanken, Erfahrungen in großen Ligen bei großen Klubs gemacht haben zu dürfen. Ich habe großartige Spieler getroffen, mit Weltmeistern, Spielern des Jahres und Goldene-Schuh-Gewinner gespielt. Es waren großartige 22 Jahre.

Ich fühle mich gut, ich höre auf einem höhen Level auf, was ich mir nie erträumt hätte. Dass ich für große Klubs zu meiner besten Zeit gespielt habe, ist die eine Sache. Aber diese Erfahrung mit diesem Staff, den Trainern und Spielern bei Liverpool noch zu haben, ist fantastisch. Das war eine der größten Erfahrungen meiner Karriere hier.“

Auch wir wollen uns für diese unglaubliche Karriere bedanken. 22 Jahre! Manche Profis waren noch nicht einmal auf der Welt, als du schon voll im Einsatz warst. Du musstest einige Rückschläge einstecken, hast dich aber trotzdem immer zurückgekämpft. Dass du deine Karriere noch beim FC Liverpool beenden darfst, ist aller Ehren wert. Wir wünschen dir alles erdenklich Gute und erhol dich in der Kicker-Pension. Du hast es dir auf jeden Fall verdient! 

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