Dominik Glawogger hat vergangene Saison mit Holstein Kiels U19 den Aufstieg in die A-Junioren-Bundesliga geschafft. Dort läuft es für den österreichischen Trainer bisher gut – die Kieler sind bester Aufsteiger. Wir haben mit Glawogger über den Herbst in der höchsten Spielklasse im deutschen Nachwuchfußball gesprochen.


Holstein Kiels U19 steht in der A-Junioren-Bundesliga Nord/Nordost zur Winterpause gut da. Nach dem starken Aufstieg aus der Regionalliga ist heuer der Klassenerhalt das Ziel. Platz neun nach 14 Spieltagen in der 14er-Liga zeigt, dass die Kieler auf bestem Weg sind, dieses Ziel zu erreichen. Dominik Glawogger zeigt sich gegenüber 12terMann aber trotzdem nicht zufrieden und möchte noch einiges verbessern.

Ich durfte in den letzten Monaten viel lernen und glaube, dass ich dadurch als Trainer und auch als Mensch reifer geworden bin.“ Für das Trainerteam um Glawogger war es zu Saisonbeginn eine große Herausforderung aus einer Gruppe mit 13 Zugängen und 17 Abgängen bestehenden aus den Jahrgängen 2001 und 2002 ein Team zu formen. Der Schwerpunkt war es daher am Anfang die Spielidee in die Mannschaft zu implementieren. „Dass alle Jungs davon überzeugt sind am Ende Tages – dass es gut ist, so wie wir spielen. Das ist eben ein Prozess. Und Prozesse im Fußball sind nie vollständig abgeschlossen. Es gibt im taktischen Bereich immer etwas, das man verbessern kann. Sei es gruppen,- mannschafts- oder individualtaktisch. Schließlich wollen wir nicht nur die Spiele am Wochenende gewinnen, sondern auch jeden einzelnen Spieler besser machen, um seine Chancen zu erhöhen, irgendwann im Profi-Fußball anzukommen.“

Glawogger wollte zu Beginn der Saison im Spiel mit dem Ball die dynamische Raumbesetzung, welche in der Vorsaison bereits in Ansätzen gut funktioniert hat, weiter verfeinern, im Ballbesitz aber auch darauf achten bei einem möglichen Ballverlust immer eine gute Staffelung im Team zu haben, um dann sofort wieder ins Gegenpressing zu kommen. „Meine Spieler wollen immer den Ball. Die Kunst ist es aber sich so zu positionieren, dass man entweder anspielbar ist oder seine Position so wählt, dass man bei Ballverlust sofort Zugriff auf den Gegner hat. Wir brauchen also kurze Abstände zwischen den Spielern – es wird quasi ein “Netz“ gespannt, das bei Ballverlust sofort zuschnappt, um dem Gegner nicht die Chance zu geben den Ball länger in den eigenen Reihen zu halten. Wer den Ball hat, hat in der Regel die Kontrolle und kann Spieltempo und Rhythmus bestimmen. Eine unserer Waffen ist neben dem schnellen Umschalten auch die dynamische Raumbesetzung, durch die wir immer wieder für Zuteilungsprobleme sorgen können. Wir möchten außerdem gegen den Ball früh Anlaufen und durch hohes Pressing den Gegner nicht zum Atmen kommen lassen. Dabei geht es geht um einen Mix aus hoher Intensität in den Aktionen und einen klaren Plan wo wir am Spielfeld wie den Ball erobern wollen.“

Die Saison läuft über den gesamten Herbst gesehen gut. Platz neun, 16 Punkte – der Klassenerhalt bisher zum Greifen nahe. Auch wenn der Start mit vier Niederlagen in fünf Spielen sehr holprig war. „Leider haben wir das erste Spiel gegen Cottbus durch einen individuellen Fehler verloren und sind dann in eine kleine negative Spirale geraten. Das ist aber völlig normal, wenn man mit jungen Spielern arbeitet. Wichtig ist, dass man daraus die richtigen Schlüsse zieht und hart weiterarbeitet.“ Nach dem ersten Sieg am dritten Spieltag verlor Kiel zwei Mal gegen Hertha und Union aus Berlin. Danach folgten aber drei Siege in Serie gegen den HSV, Leipzig und Dresden. “Die Spieler waren am Boden und alle haben gezweifelt. Wir haben es aber geschafft wieder positive Energie in die Gruppe reinzubringen und haben an unserer mutigen Spielweise festgehalten. Das spricht für die Moral der Mannschaft, dass wir es geschafft haben, den Bock umzustoßen und wieder gute Energie in die Mannschaft zu bringen“, so Glawogger im Gespräch mit 12terMann.at.

Seitdem setzt sich Holstein Kiels U19 oberhalb der Abstiegsplätze fest und blickt schon zuversichtlich Richtung Frühjahr. Die Mannschaft hat für Glawogger enormes Potenzial. „Trotz der guten Tabellensituation darf man nicht restlos zufrieden sein. Wir haben im Herbst viele Punkte liegen gelassen. Das Ziel muss es sein mehr Punkte zu holen als im ersten Halbjahr und die Spieler noch effizienter zu entwickeln. Generell macht es auf jeden Fall extrem Spaß mit den Jungs zu arbeiten. Aber wir haben eben noch sehr viel zu tun. Deshalb wird das ein sehr spannendes Frühjahr, in dem wir jede Woche vor einer neuen großen Herausforderung stehen werden – mit Gegnern, die uns alles abverlangen. Wir müssen jede Woche am Limit spielen und schauen, dass wir für weitere Überraschung sorgen können.“ Die Chance auf die nächste Überraschung gibt es am zweiten Februar. Mit dem Spiel gegen Hannover 96 endet die Winterpause für Holstein Kiels U19.

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