Die neuen ÖFB-Legionäre in der 2. Bundesliga.

Deutschland zählt für österreichische Spieler mittlerweile als erste Option wenn es darum geht, ins Ausland zu wechseln – aus nachvollziehbaren Gründen. Auch in der aktuellen Transferperiode zog es bisher den einen oder anderen Österreicher ins Nachbarland. Keine andere Nation hatte in der abgelaufenen Saison mehr Legionäre in der 2. Bundesliga als Österreich. Insgesamt standen 14 Spieler bei Vereinen der zweithöchsten deutschen Spielklasse unter Vertrag. In der kommenden Saison werden es Stand heute 17 sein. In diesem Artikel wollen wir einen Blick auf Alessandro Schöpf und Rubin Okotie werfen, die zukünftig in der zweiten Liga ihrem Job nachgehen werden. Auf unserer Partnerseite abseits.at erscheint außerdem zeitgleich ein Artikel, der sich mit den Transfers von Lukas Hinterseer und Stefan Hierländer befasst.

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Alessandro Schöpf (20 Jahre, 1.FC Nürnberg, Mittelfeld)

Viel Hoffnung setzen die österreichischen Fans in Alessandro Schöpf, der vom FC Bayern München zum 1. FC Nürnberg wechselte. Der 20-Jährige, der 2009 aus der Tiroler Akademie nach Deutschland kam, trug in der letzten die Kapitänschleife bei den Amateuren des deutschen Rekordmeisters und kam dabei auf elf Tore und vier Vorlagen. Entscheidender für seine Entwicklung war aber, dass er sich in das erweitere Blickfeld der Profis spielen konnte. Schöpf reiste im Winter mit der ersten Mannschaft ins Trainingslager in Katar und stieg zu Jahresbeginn offiziell zum Bayern-Profi auf.

 

 

In Nürnberg wartet auf Schöpf eine andere Welt. Die Franken sind in der abgelaufenen Saison aus der ersten Liga abgestiegen und streben einen Neuaufbau an. Leistungsträger wie Josip Drmic, Daniel Ginczek, Marvin Plattenhardt oder Makoto Hasebe und Per Nilsson verließen den Verein bereits, das neue Team wird erst neu zusammengestellt. Es ist durchaus vorstellbar, dass der neue Trainer Valerien Ismael dabei auch Schöpf als Fixpunkt ins Visier nimmt.

Doppelpack von Alessandro Schöpf beim Testspiel 1. FC Nürnberg – TSV 09 Gräfenberg (13:0)

Am besten zur Geltung kommt Schöpf im offensiven Mittelfeld – eine Position, die aktuell noch mit Hiroshi Kiyotake besetzt ist; der Japaner wird den Club aber mit Sicherheit noch verlassen. Pep Guardiola erinnert die Spielweise des Österreichers an Thiago Alcantara, was ein durchaus passender Vergleich ist. Schöpf ist technisch sehr ausgereift, führt den Ball eng am Fuß und ist überaus dynamisch. Inwiefern ihm der Sprung von der vierten in die zweite Leistungsklasse gelingen wird, bleibt abzuwarten.

Rubin Okotie (27 Jahre, TSV 1860 München, Angriff)

Rubin Okotie galt einst als großer Hoffnungsträger im Angriff des ÖFB-Teams. Besonders die äußerst starke U20-WM 2007 ließ die Erwartungen stark anwachsen, allerdings konnte der heute 27-Jährige diese nicht erfüllen. So sieht sich das ÖFB-Team ständig mit dem vielzitierten Stürmerproblem auseinandergesetzt und Okotie selbst musste die eine oder andere Tiefphase in seiner Karriere durchleben. Mit dem Wechsel zum TSV 1860 München könnte er einen erneuten Aufschwung schaffen.

Für den in Pakistan geborenen Stürmer ist es die zweite Station in Deutschland, denn zwischen 2010 und 2012 stand er beim 1.FC Nürnberg unter Vertrag. Die erste Saison bei den Franken verlief für Okotie allerdings äußerst schlecht, denn er kam nur zu vier Einsätzen. Zu schaffen machte ihm dabei wohl auch eine schwere Knorpelverletzung, aufgrund der er zuvor acht Monate pausieren musste. Obwohl die Konkurrenz in Nürnberg überschaubar war, wurde Okotie anschließend an VV St. Truiden verliehen, wo er ebenfalls nicht aufzeigen konnte.

 

 

So landete er über den Umweg Sturm Graz letztlich wieder bei der Wiener Austria, wo er sich allerdings mit dem damaligen Trainer Nenad Bjelica überwarf und zum dänischen SønderjyskE verliehen wurde – ein weiterer Tiefpunkt mochte man meinen. Tatsächlich blühte Okotie dort allerdings auf und erzielte in 15 Ligaspielen ganze elf Treffer (siehe Video). Besonders herausstechend dabei war seine Strafraumpräsenz, die man in dieser Form beim ihm bisher selten sah.

11 Tore in 15 Spielen – die Erfolgsbilanz von Rubin Okotie bei SönderjyskE

In München wird Okotie die Rolle von Yuya Osako übernehmen, der nach Köln wechselt. In einigen Aspekten sind sich die beiden durchaus ähnlich. Prinzipiell sind beide nämlich keine klassischen Strafraumstürmer, wissen sich aber durchaus durchzusetzen. Während Osako aber ein dynamischer Arbeiter ist, ist Okotie eher ein spielerisch stärkerer Angreifer, der dem Japaner technisch sogar einen Tick überlegen sein dürfte. Die starken Anlagen konnte Okotie schon immer vorweisen, abrufen konnte er sein ganzes Potenzial jedoch kaum – Zeit, es den Kritikern zu zeigen.

 

Die neuen ÖFB-Legionäre in der 2. DFL: Lukas Hinterseer und Stefan Hierländer

(Autor: Alexander Semeliker)

2 thoughts on “Alessandro Schöpf & Rubin Okotie – die Neuen in der 2. DFL

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