Ursprünglich wurde der Video Assistant Referee (VAR) mit dem Ziel eingeführt, klare Fehlentscheidungen von Schiedsrichtern mit Hilfe des Videobeweises richtigzustellen. Damit wollte man den Fußballsport fairer machen und vor allem Diskussionen vermeiden.


Doch auch nach Einführung des technischen Hilfsmittels wird über manche Szenen teilweise immer noch heftig diskutiert. Deshalb fordert FIFA-Schiedsrichter Manuel Gräfe im Gespräch mit dem kicker Veränderungen: „So, wie es jetzt läuft, gefällt es den Leuten nicht. Wir Schiedsrichter stehen zu oft im Mittelpunkt der Berichterstattung, das gefällt uns selbst auch nicht.“, moniert der 46-Jährige. Die Technik werde bleiben, da sei er sich sicher, man müsse jedoch im dritten Jahr nach der Einführung des VAR Anpassungen vornehmen. „Man kann die Schiedsrichter immer weiter schulen, aber ihre Perfektionierung stößt irgendwann an Grenzen. Also sollte man über die systembedingten Probleme des VAR reden.“

Deshalb schlägt Gräfe die Einführung von „zwei Challenges pro Trainer pro Spiel“ vor, wie es in anderen Sportarten bereits üblich ist. Auch die Zuschauer sollen mehr eingebunden werden. „Man muss die Zuschauer im Stadion und an den Bildschirmen mitnehmen. Wenn ich rausgehe, mir die Szene am Spielfeldrand anschaue und meine Entscheidung über Headset meinen Kollegen mitteile, muss ich sie auch den Fans im Stadion mitteilen können.“. So schaffe man Klarheit für Zuschauer und Medien. Gräfe stellt aber auch fest: „Wir wollen das besser machen, wir können das auch besser machen. Aber klar ist auch: Es gibt Grenzen für den VAR. Dessen Einführung hat bei vielen Beteiligten auch wegen des Ausdrucks ‚Video-Beweis‘ unrealistische Erwartungen geweckt. Fußball wird nie ohne Fehler sein, auch nicht vom Schiedsrichter.“

In Österreich wird der Video Assistent Referee ab März 2021 eingeführt. Mehr dazu hier:

Der Videobeweis kommt – alle Infos zur VAR-Einführung in Österreich

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