Werder Bremen nützte seine letzte Chance auf den Klassenerhalt. Die Norddeutschen rangieren nach einem 6:1 gegen den 1. FC Köln auf Platz 16 und treffen nun im Relgationsspiel entweder auf den HSV oder den 1. FC Heidenheim.


Werder Bremen zählt in der laufenden Spielzeit zu einem der verbliebenen Bundesliga-Dinos. Als Gründungsmitglied der Bundesliga waren die Norddeutschen mit Ausnahme der Saison 1980/ 81 stets im Oberhaus vertreten. Nach einem 6:1 gegen den 1. FC Köln muss der deutsche Meister von 2004 nun in die Relegation, um den Klassenerhalt zu fixieren. Mitverantwortlich für das Spiel der letzten Chance ist Marco Friedl, der mit einem Assist zum zwischenzeitlichen 3:0 noch seinen vierten Scorerpunkt in der laufenden Saison feiern konnte.

Weil sich Fortuna Düsseldorf mit Kevin Stöger auswärts gegen Union Berlin mit 0:3 geschlagen geben musste, darf Bremen weiter hoffen. Dennoch blicken wir auf den tiefen Fall des Bundesliga-Traditionsvereins, dessen Supergau vorerst verschoben ist. Wie konnte der einstige Spitzenklub binnen eines Jahrzehnts zum Abstiegsaspiranten werden?

Nach einer Reihe an erfolgreichen Saisonen in der Zeit von 2004 bis 2010 etablierte sich Bremen als absolutes Spitzenteam in der deutschen Bundesliga. Doch bereits in den darauffolgenden Jahren geriet der Motor immer mehr ins Stocken. Die notwendige Verjüngungskur fruchtete nicht und so musste Kult-Trainer Thomas Schaaf 2013 einvernehmlich seinen Schreibtisch im Weser-Stadion räumen. Auch die Nachfolger Schaafs konnten die Mannschaft nicht mehr zur alter Stärke zurückführen. Nur die individuelle Klasse einiger weniger Spieler wie Max Kruse oder Thomas Delaney hielten die Bremer erstklassig. Mit dem Abgang dieser vielversprechenden Leistungsträger ins In- und Ausland zog sich die Schlinge enger um den Hals und Bremen verzog es mehr und mehr in den Abstiegssumpf.

Mit 69 Gegentoren stellen die Werderaner die zweitschlechteste Defensive der abgelaufenen Bundesliga-Saison. Mitbeteiligt an diesem schlechten Wert ist auch Friedl, der mit zahlreichen Stellungsfehlern und Konzentrationsschwächen im Defensivspiel mitverantwortlich für das schlechte Abschneiden ist. Ein Lichtblick für Bremen steht jedoch an der Seitenlinie. Mit Trainer Florian Kohfeld konnte sich Bremen doch noch retten und nächste Saison mit vollem Elan, das Ziel Europa nach überstandenen Klassenerhalt schaffen. Dafür muss zuerst der HSV oder Heidenheim bezwungen werden. Mit wem es die Bremer zutun bekommen, erfahren wir morgen am letzten Spieltag in der 2. Deutschen Bundesliga.