Nachdem bereits die Leistungen der Österreicher im oberen Bereich der Tabelle beleuchtet wurden, geht 12terMann.at in der Serie “Die große Pause” in Teil sechs der Frage nach, wie sich die heimischen Legionäre in der unteren Tabellenhälfte geschlagen haben.

Titelbild-Credits: 1. FC Köln Website, TSG Hoffenheim Website, 1. FSV Mainz 05 Website

Der Abstiegskampf hat für Österreicher in der deutschen Bundesliga schon fast Tradition. Das letzte Mal war es 2018 der Fall, dass kein heimischer Kicker bei einem Absteiger unter Vertrag war. Auch heuer befinden sich viele österreichische Spieler im Kampf um den Klassenerhalt.

Aufsteiger spielt groß auf

Nicht dazu zählen vermutlich Marco Friedl und Romano Schmid von Werder Bremen. Beide standen bereits beim Bremer Abstieg 2021 unter Vertrag, kämpften sich als Schlüsselspieler zurück in die Bundesliga und sind auch jetzt nicht aus der Stammelf wegzudenken. Marco Friedl ist seit dieser Saison Kapitän an der Weser. Der 24-jährige Innenverteidiger stand in 15 der 17 Pflichtspielen in der Startelf. Einmal fehlte er rotgesperrt, einmal angeschlagen. Als Abwehrchef hat er einen gewichtigen Anteil daran, dass der Aufsteiger auf Platz neun überwintert.

Gleiches gilt für Romano Schmid. Der 22-jährige Mittelfeldspieler verlor zu Saisonbeginn kurz seinen Stammplatz, in den letzten 14 Pflichtspielen stand er aber dreizehnmal in der Startelf und lenkt im zentralen Mittelfeld vor allem das Offensivspiel der Bremer. Ein Tor im Pokal und zwei Assists in der Liga konnte er dazu beitragen, dass Bremen vermutlich nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird und vielleicht mit einem Auge noch auf die internationalen Plätze schielt.

Doppelsturm mit halber Freude

Der 1. FSV Mainz 05 ist seit geraumer Zeit eine graue Maus in der Bundesliga. Seit mittlerweile 13 Jahren spielt man nämlich im Oberhaus, den ganz großen Eindruck konnte man aber in keiner Saison hinterlassen. Karim Onisiwo spielt mittlerweile auch schon seine achte Saison in Mainz und auch dieses Jahr kann der 30-jährige Stürmer durchaus seine Spuren hinterlassen. 17 Pflichtspiele hatte Mainz in diesem Herbst, dabei kommt Onisiwo auf 17 Startelfeinsätze, vier Tore und vier Assists. Einmal durfte der Wiener auch die Kapitänsbinde des Tabellenzehnten tragen.

Noch nicht ganz so weit ist Marlon Mustapha. Der 21-jährige Stürmer kam im Sommer von einer Leihe zur Admira zu Mainz zurück, sammelte im Herbst fünf Kurzeinsätze, fällt aber seit Mitte September verletzungsbedingt aus. Vielleicht können die beiden Stürmer ja im Frühjahr als Duo Mainz bei der Mission Klassenerhalt helfen.

Baumgartner mit Früh- und Spätform

Als Christoph Baumgartner nach drei Bundesligaspielen zwei Tore für die TSG Hoffenheim am Konto hatte, sah alles nach der endgültigen Durchbruchssaison für den 23-jährigen Mittelfeldspieler aus. Er stand auch in allen 17 Pflichtspielen diese Saison in der Startelf, die anderen zwei Tore im Herbst gelangen ihm aber erst in den beiden letzten Spielen vor der Winterpause. Die Leistung Baumgartners ist ein Spiegelbild der Saison der Kraichgauer, überwintert man nach einem guten Start doch nur auf Platz elf und muss seit Mitte Oktober auf einen Sieg warten. Baumgartner ist mit vier Toren und drei Vorlagen Topscorer der TSG und vielleicht ist bei einer kollektiven Leistungssteigerung im Frühjahr noch der Sprung auf die internationalen Plätze möglich.

Kölns Rückkehr in die Realität

Der 1. FC Köln ging letztes Jahr als Abstiegskandidat in die Saison, begeisterte aber mit einem intensiven Fußball, belegte schließlich Platz sieben in der Tabelle und spielte in dieser Saison in der Europa Conference League. Auch in dieser Saison startete der Effzeh großartig in die Saison, gegen Ende machte sich aber die Dreifachbelastung bemerkbar und man stürzte auf Platz 13 ab. Ein kleines Spiegelbild der Kölner Saison ist Florian Kainz. Der 30-jährige Flügelspieler sammelte in 22 Pflichtspielen elf Scorerpunkte, seit dem 9. Oktober allerdings nur mehr einen. Nichtsdestotrotz spielt Kainz eine hervorragende Saison, trug auch fünfmal die Kapitänsbinde und darf sich auch über die Rückkehr ins Nationalteam freuen.

Auch Dejan Ljubicic startete richtig gut in die Saison und sammelte bis Mitte Oktober sieben Scorerpunkte in 15 Spielen. Dann riss sich der 25-jährige Mittelfeldspieler allerdings das Innenband im Knie und es kam seither kein Spiel mehr dazu. Es ist aber gut möglich, dass die Kölner mit der Rückkehr von Ljubicic und dem Wegfall der Doppelbelastung im Frühjahr noch einmal voll angreifen und die sechs Punkte auf den letztjährigen siebten Platz noch aufholen können. 

Teilzeitarbeiter Baumgartlinger

Mit den internationalen Plätzen wird der FC Augsburg wohl nichts mehr zu tun haben, die Fuggerstädter sind mittlerweile absolut im Abstiegskampf angekommen. Nach einem respektablen Saisonstart liegt der letzte Sieg mittlerweile mehr als zwei Monate zurück, daran konnte auch Julian Baumgartlinger nichts ändern. Der 34-jährige Ex-ÖFB-Kapitän kam im August ablösefrei von Bayer Leverkusen nach Augsburg. Er kam seither in sieben Spielen zum Einsatz, zweimal von Beginn an. Gewinnen konnte Baumgartlinger aber noch nicht in dieser Saison, möchte man in Augsburg auch nächstes Jahr Bundesliga spielen muss sich diese Statistik im Frühjahr ändern, damit man nicht von Platz 14 noch in den Keller rutscht.

Bochum kommt wieder

Kevin Stöger kommt zwar nicht wie Herbert Grönemeyer aus Bochum, trotzdem ist der VfL seit Sommer wieder seine sportliche Heimat. Nachdem die ersten acht Bundesligaspiele nicht gewonnen werden konnten, sah man bereits wie ein sicherer Absteiger aus. Dann kam Ex-Austria-Trainer Thomas Letsch ins Revier und seitdem läuft es im Ruhrpott wieder. Zur Winterpause steht man mit 13 Punkten aus 15 Spielen zwar noch auf Rang 17, das rettende Ufer ist aber nur einen Punkt entfernt. Stöger stand in 15 von 17 Pflichtspielen in der Startelf, erzielte bereits ein Tor in dieser Saison und ist unter Letsch nicht aus der Stammformation wegzudenken. Der 29-jährige Mittelfeldspieler nimmt eine etwas defensivere Rolle als bisher in seiner Karriere ein und gestaltet das Spiel der Bochumer aus dem Zentrum heraus. Wenn Stöger und der VfL im Frühjahr weiter so aufspielen, ist der nicht mehr für möglich gehaltene Klassenerhalt wieder absolut in Griffweite.

Schalker Sorgenfalten

Nachdem sich der Hamburger SV in den letzten Jahren etwas rehabilitiert hat, ist der FC Schalke 04 in letzter Zeit der Chaosverein Nummer eins in Deutschland. Nach dem krachenden Abstieg 2021 und dem wilden Aufstieg in diesem Jahr, findet sich Schalke zur Winterpause am Tabellenende wieder. Die Königsblauen haben auch zwei heimische Legionäre im Kader, die in dieser Saison aber nicht viel beitragen haben können. Leo Greiml wechselte im Sommer von Rapid nach Gelsenkirchen. Nachdem er am Saisonstart noch seinen Kreuzbandriss ausheilen lassen musste, kam der 21-jährige Innenverteidiger zwischen Mitte September und Mitte Oktober zu vier Einsätzen in der Liga, zwei davon über 90 Minuten. Drei dieser vier Spiele gingen allerdings verloren, danach musste sich Greiml einer Operation am Meniskus unterziehen und fällt seither wieder aus.

Über noch weniger Einsatzzeit musste sich Michael Langer ärgern, der 37-jährige Tormann ist nämlich nur die Nummer vier auf Schalke und stand in dieser Saison noch nicht im Kader. Es wird spannend zu beobachten, ob sich zumindest Greiml im Frühjahr über mehr Einsätze freuen darf und ob die Königsblauen noch das Comeback schaffen und doch irgendwie in der Liga bleiben.

Hier geht es zu den anderen Teilen der “Großen Pause”, wo die Österreicher vielleicht größere Erfolge feiern können.

 

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