Mit dem heutigen Nord-Süd-Derby zwischen dem Hamburger SV und dem FC Bayern München startet die Deutsche Bundesliga (endlich) in die Rückrunde. Mit Alessandro Schöpf, Martin Hinteregger und Karim Onisiwo gibt es gleich drei neue ÖFB-Legionäre, womit Deutschlands höchste Spielklasse auf ingesamt 21 rot-weiß-rote Fußball-Exporte aufgestockt wurde – Rekord!

Aus diesem Anlass wollen wir euch einen Überblick über alle österreichischen Legionäre in der 1. DFL bieten, sowie deren Einsatzchancen am heute beginnenden 18. Spieltag.

Hamburger SV – FC Bayern München

Michael Gregoritsch

Der Sohn von U21-Teamchef Werner Gregoritsch war einer der Gewinner der Hinrunde. In 16 von 17 Bundesliga-Partien sowie in einem Spiel des DFB-Pokals kam er zum Einsatz und erzielte dabei insgesamt vier Treffer und legte einen weiteren auf. Der 21-jährige ist gewissermaßen die Universalwaffe von Bruno Labbadia in der Offensive, er wurde bisher als Linksaußen, als Rechtsaußen und als hängende Spitze eingesetzt. Mit einer erfolgreichen Rückrunde sollten seine Chancen auf eine Berücksichtigung im EM-Aufgebot von Marcel Koller durchaus gut stehen.

David Alaba

Der Superstar unter den österreichischen Legionären braucht sich – trotz zuletzt etwas gehäuftem Verletzungspech – um seinen Stammplatz im Dress des FC Bayern keinerlei Sorgen machen. Trainer Pep Guardiola ist ohnedies ein Riesenfan des 23-jährigen und würde ihn am liebsten zu seiner nächsten Station (Manchester?) mitnehmen. Alaba ist wieder fit und kann in der Startelf erwartet werden.

Ivan Lucic

Der 20-jährige wechselte im vergangenen Sommer in den Profikader des FC Bayern München, ist dort aber aktuell nur der vierte Torwart hinter Manuel Neuer, Sven Ulreich und Tom Starke. An Einsätze in der Kampfmannschaft ist daher derzeit nicht zu denken, er wird sich seine Sporen vorerst in der Regionalliga Bayern bei der 2. Mannschaft verdienen. Da Sven Ulreich jedoch derzeit verletzt ist, bräuchte nur einer der anderen beiden Torhüter ausfallen und Lucic fände sich zumindest auf der Bank der Millionentruppe wieder.

 

1. FC Köln – VfB Stuttgart

Philipp Hosiner

Der 26-jährige hat sich beim EffZeh noch nicht wirklich durchsetzen können – allein, dass er es nach seiner schweren Erkrankung überhaupt in die Deutsche Bundesliga geschafft hat, ist ein kleines Wunder. Bei 10 von 17 Bundesligapartien kam er zum Einsatz, davon viermal in der Startelf. Insgesamt steht ein Tor zu Buche. Von einem Startelfeinsatz ist definitiv nicht auszugehen, generell ist ihm eine erfolgreichere und effizientere Rückrunde zu wünschen.

Florian Klein

Der Rechtsverteidiger im ÖFB-Nationalteam bekam in der Winterpause mit Kevin Großkreutz einen Weltmeister vorgesetzt, der den Konkurrenzkampf auf der rechten Seite beleben soll. Derzeit soll der Österreicher knapp die Nase vorn haben, aber gerade im Hinblick auf die anstehende Europameisterschaft wäre es extrem wichtig, dass das auch so bleibt und er mit viel Matchpraxis nach Frankreich fährt.

Martin Harnik

Der sympathische „Team-Piefke“ ist in der aktuellen Bundesliga-Saison nicht vom Glück verfolgt. Zuerst steckte er in einem hartnäckigen Formtief, was ihm vom ungeduldigen Stuttgarter Publikum mit Pfiffen kommentiert wurde und gerade, als er seine Form zurückfand, verletzte er sich am 1.11. gegen Darmstadt am Knie (Außenbandanriss). Besonders Martin Harnik ist es zu danken, dass die Cannstätter nicht längst in Liga zwei spielen, er sorgte in den vergangenen beiden Spielzeiten mit seinem Einsatz und seinen Toren maßgeblich für den Klassenerhalt. Wenn alles gut läuft, kann Harnik kommende Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen – für den VfB und das Nationalteam wäre das extrem wichtig!



 

Hannover 96 – SV Darmstadt

Samuel Radlinger

Aktuell ist der 23-jährige Rieder Nr. 3 in der Torwarthierarchie der Hannoveraner und verdient sich seine Sporen in der Regionalliga Nord bei der zweiten Mannschaft. Ein Sperre oder eine Verletzung der beiden vor ihm gereihten Torhüter und er findet sich zumindest auf der Bank wieder.

György Garics

Auch György Garics war eine der positiven Erscheinungen der Hinrunde. Aus Italien vom FC Bologna gekommen war „Gyuri“ von Beginn am Stammspieler bei den Lilien und zeigte bisher stets beachtliche Leistungen als Rechtsverteidiger. Das ist auch gut so, denn er ist als Backup für Florian Klein derzeit fix im Aufgebot von Marcel Koller einzuplanen.

 

Hertha BSC – FC Augsburg

Alexander Manninger

Der „Unzerstörbare“ 38-Jährige ist beim FC Augsburg die Nummer 2 hinter Marwin Hitz, jedoch wird selbst ihn einmal die Biologie zum Rücktritt zwingen – abgesehen davon warten mit Ionannis Gelios ein junger, hungriger Torwart schon sehnsüchtig auf Einsätze beim Europa League-Teilnehmer.

 

FC Ingolstadt – 1. FSV Mainz 05

Ramazan Özcan

Soeben erst wieder als Nummer 1 im Kasten der Schanzer von Trainer Ralph Hasenhüttl bestätigt ist er unangefochtene Nummer 2 im ÖFB-Nationalteam und damit fix bei der Europameisterschaft in Frankreich dabei. Insgesamt spielte der George Clooney der Bundesliga sechs von fünfzehn Partien zu Null und musste im Schnitt weniger als ein Tor pro Spiel hinnehmen – Spitzenklasse!

Markus Suttner

Der 28-jährige Hollabrunner kam im Sommer vom FK Austria Wien zu den Schanzern und spielte – mit Ausnahme des ersten Spieltags – bis zu seiner Verletzung in jeder Begegnung, davon in 11 von 12 Spielen in der Startelf. Derzeit befindet sich der Linksverteidiger im Aufbautraining nach seinem Mittelfußbruch, bis zur EM sollte er als Backup für Teamkapitän Christian Fuchs wieder fit sein.

Lukas Hinterseer

Er hat für den FC Ingolstadt im Sommer Geschichte geschrieben, als er das allererste Tor der Schanzer in der höchsten Spielklasse erzielt hat. Leider sollten keine weiteren Treffer mehr folgen und mit Dario Lezcano kam ein starker Konkurrent für die Position des Mittelstürmers vom FC Luzern, der ihn bereits bei Testspielen in der Vorbereitung aus der Startelf spielte. Im Hinblick auf die Europameisterschaft sollte er dringend wieder in Torlaune kommen.

Julian Baumgartlinger

Die Pferdelunge aus Salzburg feierte jüngst seinen 28. Geburtstag und ist als Kapitän der Mainzer nicht aus der Startelf wegzudenken – selbiges gilt auch für das ÖFB-Nationalteam. Jules ist fit immer gesetzt.

Karim Onisiwo

Gespannt darf man auf den Winterzugang aus Mattersburg sein, wie schnell er sich an das deutlich höhere Tempo der Deutschen Bundesliga gewöhnt. Derzeit wartet Onisiwo noch auf die Spielgenehmigung der DFL, da der SV Mattersburg die Freigabe bisher verwehrt hat. Mit einer besonders starken Rückrunde könnte auch er noch auf den EM-Zug aufspringen, Marcel Koller hatte ihn ja bereits vorher auf dem Radar.



 

Borussia Mönchengladbach – Borussia Dortmund

Martin Stranzl

Der 35-jährige Burgenländer hat fast die komplette Hinrunde durch einen Augenbogenbruch verpasst und möchte jetzt in der Rückrunde als Kapitän der Fohlen wieder durchstarten. Ob es schon dieses Wochenende zu einem Startelfeinsatz reicht ist offen, wenn er spielt, dann ist er für jede Innenverteidiung wertvoll.

Martin Hinteregger

Der ÖFB-Teamverteidiger kam im Winter – vorerst auf Leihbasis – vom FC Red Bull Salzburg nach Mönchengladbach und wurde dort mit extrem viel Vorschusslorbeeren willkommen geheißen. Hoffentlich hält er der Erwartungshaltung Stand und kann möglichst schnell sein Fitnesslevel an die Deutsche Bundesliga angleichen – das wäre auch für die EM in Frankreich sehr wichtig. Am Samstagabend kann er es vielleicht gleich gegen die andere Borussia aus Dortmund unter Beweis stellen.



 

Eintracht Frankfurt – VfL Wolfsburg

Heinz Lindner

Kein Land in Sicht für den 25-jährigen, der im Sommer von der Wiener Austria zu Eintracht Frankfurt gewechselt ist. Ursprünglich machte er sich Hoffnungen auf das Einserleiberl, im Winter stand er nicht einmal bei Testspielen im Tor. Bisher in der gesamten Hinrunde keine einzige Einsatzminute, lediglich im DFB-Pokal durfte er einmal ran. Der dritte Platz im ÖFB-Nationalteam wackelt.

 

FC Schalke 04 – SV Werder Bremen

Alessandro Schöpf

Einer der auffälligsten Spieler in der 2. Deutschen Bundesliga und mit 6 Toren und 4 Assists mitverantwortlich für den Höhenflug des 1. FC Nürnberg in der Hinrunde, folgte dem Lockruf der Knappen und wechselte im Winter zum FC Schalke 04. Der ehrgeizige Tiroler hat definitiv das Zeug dazu, sich mit einer starken Rückrunde in die Herzen der Schalker aber vor allem in die Passagierliste nach Frankreich zu spielen. Auf unserer Liste ist er schon lange, er könnte das so wichtige Backup für Zlatko Junuzovic werden.

Michael Gspurning

Der 34-jährige wurde im Sommer von der U23 in die Kampfmannschaft befördert und durfte auch bereits eine Partie im DFB-Pokal bestreiten. Der verlässliche Goalie ist aktuell hinter Ralf Fährmann die Nummer 2 im Kasten. Wenn er nicht gerade trainiert, engagiert er sich – bereits zum zweiten Mal – bei unserer Charity zu Gunsten des SOS-Kinderdorfs. Das muss auch einmal gesagt werden…danke, Michi!

Zlatko Junuzovic

Der wohl unersetzbarste Spieler des ÖFB-Nationalteams ist zum Glück rechtzeitig zu Rückrundenstart wieder fit geworden. Ein Verletzung in der Schulter (Schultereckgelenkssprengung) zwang ihn ab dem 16. Spieltag zu einer Zwangspause. Vielleicht war die Pause für ihn gar nicht so schlecht, befand er sich doch in der Hinrunde in einem Formtief (lediglich zwei Tore und zwei Assists in der Bundesliga) und mit ihm der gesamte Verein. Ein fitter und formstarker Zladdi wird für Werder Bremen unerlässlich im Kampf um den Klassenerhalt sein.

Florian Grillitsch

Auch der 20-jährige Niederösterreicher darf zu den Gewinnern der Hinrunde gezählt werden. Im Sommer erhielt er bei Werder Bremen einen Profivertrag und übersiedelte von der U23 zur Kampfmannschaft, wo er sich mit starken Leistungen nach und nach in die Stammformation spielte. Drei Assists im DFB-Pokal sowie zwei weitere in der Deutschen Bundesliga stehen aktuell zu Buche, bei einer starken Rückrunde kann er endgültig zum Stammspieler avancieren.



 

Die neuen Motive für Fanshirts rund um das ÖFB-Nationalteam sind da!

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