Wie Spielerberater Talente verhunzen

Spielerberater – viele denken dabei an die Millionenprovisionen, etwa die von Jorge Mendes, seines Zeichens Berater von Christiano Ronaldo, der sich den Wechsel seines Schützlings zu Juventus Turin zu Beginn der aktuellen Saison mit gut 10 % Provision aus der Transfersumme von 117 Millionen Euro vergolden ließ. Insgesamt kassierte er laut „Forbes“-Liste im vergangenen Jahr etwa 86,6 Millionen Euro an.

Damit führt der Portugiese die europäische Rangliste der Beraterzunft deutlich an. International kann ihm nur Scott Boras, ein Berater im US-Baseballgeschäft mit etwas über 90 Millionen Euro das Wasser reichen.

Hinter Jorge Mendes rangieren im Weltfussball  Jonathan Barnett, mit 68,5 Millionen Euro, der unter anderen Gareth Bal und Jesse Lingard unter Vertrag hat und der bei vielen Vereinen gefürchtete Mino Raiola. Raiola rät seinen Schützlingen wie Paul Pogba, Mario Balotelli, Romelu Lukaku, Marco Verratti oder Zlatan Ibrahimovic schonmal zu einem plötzlichen Wechsel des Vereins, vermutlich nicht ganz ohne Eigennutz.

 

Verträge gelten nichts mehr

In den letzten Jahren gab es immer wieder Beispiele, welche Blüten das Transfergeschäft treiben kann, indem Spieler alle Mittel einsetzen, um aus ihre Verträge zu kommen. Meist tragen dann auch noch die Spielerberater ihr Scherflein für eine schnelle schmutzige Trennung bei.

Es geht um Millionen. Für die Berater, soweit sie nicht auch am Gehalt der Spieler beteiligt sind, bringen im Grunde genommen nur Wechsel der Spieler Goldstücke in die Schatulle und gerade junge Fußballspieler, die auf einmal mit einer Millionenschwemme auf dem Konto klarkommen müssen, ist eigentlich alles egal. Hauptsache das Geld stimmt. Gerade junge Spieler vertrauen ihren Beratern oft blind. Tagsüber ein paar Einheiten Fußball, in der Freizeit wird dann wird an der Playstation oder Poker gespielt.

Das geht jedoch nicht immer gut, wie einige Beispiele in Deutschland gezeigt haben. Ein ehemaliger deutscher Nationalspieler verlor sein Geld, dass er in Online Casinos gewonnen hat im Taxi und machte Schlagzeilen, die im in der Nationalmannschaft das Ausgekostet haben und ein anderer deutscher Spieler hatte aufgrund seines Alkoholkonsums zum Schluss gar nichts mehr im Griff. Ob die Spieler immer genau verstehen, was um sie herum passiert und was das Beste für ihre Zukunft ist, darf bezweifelt werden. Jedenfalls sind nachweislich 25 % der Fußballprofis bei Karriereende bankrott.

 

Spieler werden ohne Rücksicht auf die sportlichen und persönlichen Belange vermittelt

Das Problem in der Branche ist, dass eigentlich jeder Spielerberater werden kann. Es gibt keinerlei Qualitätssiegel. Auf der Onlineplattform transfermarkt werden 3106 Beraterfirmen und 7235 Berater in 113 Ländern aufgezählt.

Es gibt natürlich auch seriöse Berater und Firmen. Aber mindestens doppelt so viele, die letztlich nur auf das schnelle Geld aus sind. Anstatt die Spieler bei einem Verein aufzubauen auch über mehrere Spielzeiten, werden sie oft hin und her vermittelt. Oft geschieht das auch über Ländergrenzen hinweg, unabhängig davon, ob das kulturelle Umfeld passt oder die Sprache gesprochen wird.

Viele junge Spieler haben gerade dann, wenn sie die Sprache nicht sprechen und somit auch keinen Anschluss finden erhebliche Probleme. Das färbt natürlich auch auf die Leistungen ab. So manch ein Talent ist auf diese Weise schon vergeudet worden.

Natürlich kann nicht aus jedem Spieler ein Star werden. Allerdings sind es viel zu oft zu frühe Wechsel oder Wechsel in andere Kulturkreise, die den Spielern zu schaffen machen. So manch ein „Brasilianer“, von dem man sich mehr versprach und der sich sicher auch selbst mehr erhofft hatte, ist auf diese Weise schon im Abseits gestrandet.

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