Wenn der TSV Hartberg heute Abend um 20.00 Uhr sein Europacup-Debüt gegen Piast Gliwice gibt, schaut Fußball-Österreich nach Polen. Die Schopp-Truppe ist die neunte österreichische Mannschaft, die im aktuellen Jahrtausend ihr internationales Debüt feiert. Wir haben uns angesehen, wie die bisherigen Europacup-Anfänger abgeschnitten haben.


FC Kärnten

Jung war das Jahrtausend noch, als sich der FC Kärnten 2001 anschickte international die heimischen Fahnen hochzuhalten. Das Vergnügen für die Südösterreicher war jedoch nur von kurzer Dauer. Bereits in der ersten Runde der UEFA Cup-Qualifikation war für die Kärntner Endstadion. Mit 4:0 ging man bereits im Hinspiel auswärts gegen PAOK Thessanloniki regelrecht unter, das 0:0 im Rückspiel änderte nichts am jähen Ausscheiden der Europa-Cup-Debütanten.

Pasching

Nur ein Jahr später durfte erstmals der FC Pasching Europacup-Luft schnuppern. In der Saison 2003/04 starteten die Oberösterreicher im UI-Cup, dem damaligen dritten Europacup-Wettbewerb. Nach einem 2:2 gegen WIT Georgia Tiflis in der ersten Runde, die man dank der Auswärtstorregel überstand, hatte Pasching Blut geleckt. FK Pobeda Prilep aus Mazedonien wurde mit 3:2 in der zweiten Runde bezwungen und dem kasachischen Vertreter Tobyl Qostanai wurde mit 4:0 nicht der Hauch einer Chance gelassen. Im Halbfinale wartete schließlich Werder Bremen. Gegen den in dieser Saison künftigen deutschen Meister konnten die Österreicher ebenfalls überraschen und zogen nach einem 4:0 in Oberösterreich und einem 1:1 in Norddeutschland sensationell in das Finale ein. Mit dem großen Wurf wurde es dann leider nichts. Im Endspiel musste sich das Überraschungsteam Schalke 04 mit 0:2-Gesamtscore geschlagen geben, dennoch das Europacup-Debüt der Paschinger war ein wahrhaftiger Erfolg.

SW Bregenz

Auch in Vorarlberg wurde bereits vor Altach über eine Europa-Cup-Teilnahme gejubelt. So durfte sich SW Bregenz 2002/03 im UI Cup beweisen. Letztlich war der Auftritt der Westösterreicher jedoch nicht mehr als ein kurzes Gastspiel. Gegen den italienischen Spitzenklub FC Torino war für den Underdog aus Österreich in der ersten Runde Endstadion. Eine unglückliche 0:1-Auswärtsniederlage im altehrwürdigen Stadio delle Alpi konnte mit einem 0:0 daheim nicht mehr gedreht werden.

RB Salzburg

Klar ist, dass die Geschichte von Austria Salzburg vor 2005 zu Red Bull Salzburg gehört, wir nehmen die Bullen hier aber trotzdem in die Liste auf – immerhin ist es mit dem Einstieg von Red Bull doch ein ganz neues und andere Gesicht der Salzburger. Es war die Saison 2005/ 06 als sich erstmals eine neue Mannschaft in der österreichischen Bundesliga anschickte für Furore zu sorgen. Von einem schwerreichen Getränkefirma-Inhaber gesponsert, ergatterte RB Salzburg die Vizemeisterschaft. Im Jahr darauf versuchten sich die Kicker aus der Mozartstadt an der Qualifikation zur UEFA Champions League und scheiterten nach einem 3:2 über den FC Zürich mit 3:1 an Valencia – es war nicht das letzte Mal, dass die Bullen aus Salzburg die Königsklasse nicht erreichten. Im jedoch erreichten UEFA Cup war ebenfalls früh Schluss. In der damals noch üblichen ersten Runde waren die Blackburn Rovers mit einem 4:2-Gesamtscore eine Nummer zu hoch für die Bullen. Die Salzburger scheinen in unserer Liste auf, da sie nach der Übernahme von Red Bull klargemacht haben, dass es sich hierbei um einen neuen Klub handelt. Selbstverständlich wissen wir über die Erfolge von Austria Salzburg Bescheid.

SV Mattersburg

Die Burgenländer starteten nach dem Einzug ins Cup-Finale 2006/07 im Europacup. Das Debüt glückte jedoch nicht. Bereits in der zweiten Qualifikationsrunde zum UEFA Cup musste die Truppe von Franz Lederer Abschied nehmen. Im Wiener Ernst Happel Stadion scheiterten die Burgenländer am polnischen Vizemeister Wisla Krakau mit einer 1:0-Niederlage, das Hinspiel hatte man zuvor noch mit einem aussichtsreichen 1:1 ordentlich gestaltet.

SKN St. Pölten

2014 überstand der SKN St. Pölten als erster Zweitligist Österreichs eine Europacup-Runde und steht damit auch auf unserer Liste. Nach einer unglücklichen 1:2-Auswärtsniederlage gegen Botew Plowdiw drehten die Niederösterreicher das Ergebnis noch im Rückspiel mit 2:0. Mehr als achtbar, aber dennoch chancenlos schlug sich der SKN St. Pölten in der folgenden dritten Runde. Als amtierender österreichischer Cup-Finalist reisten die Niederösterreicher in die Niederlande zu PSV Eindhoven. Eine beachtliche Leistung bescherte schließlich eine knappe 0:1-Auswärtsniederlage. Auch im Rückspiel verlangte der heimische Eurofighter den Niederländern alles ab und verlor knapp mit 2:3 und schied erhobenen Hauptes aus der Europa-League-Qualifikation aus.

SV Grödig

Noch besser verlief die Europacup-Premiere für den SV Grödig. Ebenfalls 2014 fegten die Salzburger in ihrem ersten internationalen Spiel Cukaricki Belgrad 4:0 vom Platz. Die 1:2-Auswärtsniederlage fiel dabei nicht ins Gewicht. Leider konnten die Drittplatzierten der österreichischen Bundesliga des Vorjahres den Schwung nicht mitnehmen. Gegen Zimbru Chișinău aus Moldawien setzte es eine 1:2-Heimniederlage, die mit einem 1:0-Erfolg in Südosteuropa nicht mehr wett gemacht werden konnte.

SCR Altach

Beeindruckend startete im Jahr darauf der SCR Altach den Sturm auf Europa. In der vierten Runde musste der portugiesische Spitzenklub Vitória Guimarães mit einem 6:2-Gesamtscore den Österreichern den Vortritt lassen. Im Playoff rechte sich aber Belenenses Lissabon für deren Landsleute am Bundesligisten. Ein schmeichelhafter 1:0-Heimerfolg, dem eine Nullnummer in den österreichischen Alpen folgte, zerstörte den Traum Altachs von einer europäischen Gruppenphase.

WAC

Erstmals europäische Luft durfte der WAC 2015/16 schnuppern. Durch den erneuten Cupsieg der Salzburger Bullen rückten die Kärntner als Tabellenfünfter in den Europacup. Die Südösterreicher starteten in der zweiten Qualifikationsrunde der UEFA Europa League, wo man das weißrussische Team von FK Schachzjor Salihorsk zweimal (1:0 und 2:0) besiegte und die dritte Qualifikationsrunde erreichen konnte. Dort war aber gegen den deutschen Spitzenklub Borussia Dortmund Ende. Auf eine beachtliche 0:1-Heimniederlage in Klagenfurt folgte eine 0:5-Klatsche im Pott.