Aufopferungsvoll gekämpft, aber verdient verloren: Sturm Graz verlor sein Comeback in der Europa League beim französischen Topklub AS Monaco mit 0:1. Nachdem die Gäste lange nichts zugelassen hatten, konnte sich das hochkarätig besetzte Team aus Monaco auf seine Qualität von der Ersatzbank verlassen.


Die favorisierten Monegassen liefen nicht im ersten Anzug auf, mit Spielern wie Tormann Alexander Nübel und den Stürmern Gelson Martins und Kevin Volland standen dennoch einige international bekannte Namen in der Startelf. Sturm-Trainer Christian Ilzer setzte auf die bewährte Liga-Elf, wobei die Ausrichtung etwas defensiver als gewohnt ausfiel (4-3-1-2). Bei den Grazern, die erstmals seit zehn Jahren wieder auf internationalem Parkett antraten, lag der Fokus von Anfang an auf einer geordneten Defensive. Der Tabellendritte der vergangenen Ligue 1-Spielzeit fand offensiv kaum ins Spiel und fand erst nach 25 Minuten die erste nennenswerte Torchance vor. Flügelstürmer Martins scheiterte im Eins gegen Eins am aufmerksamen Sturm-Schlussmann Jörg Siebenhandl. Martins gelang wenig später ein weiterer gefährlicher Abschluss, sein Distanzschuss ging aber knapp am Tor vorbei. Kurz vor Pausenpfiff kam Volland freistehend aus kurzer Distanz zum Kopfball, setzte diesen aber nichts aufs Tor. In der 43.Minute brachte der erste Torabschluss der Grazer fast die sensationellen Führung: Nach schöner Kombination nahm sich Ivan Ljubic aus zwanzig Metern ein Herz und zirkelte den Ball an die Latte. Nübel wäre ohne Abwehrchance gewesen. Nach zögerlichem Beginn nahm das Spiel gegen Ende der Halbzeit deutlich an Fahrt auf, es blieb aber beim torlosen Remis.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich vorerst nicht viel am Spielgeschehen. Monaco hatte über 70% Ballbesitz und Trainer Nico Kovac brachte mit Spielern wie Cesc Fabregas, Aleksandr Golovin und Wissam Ben Yedder einiges an Qualität von der Bank. Sturm wechselte in Minute 61 erstmals, für den formstarken aber in diesem Spiel unauffälligen Jakob Jantscher kam Austria Wien-Neuzugang Manprit Sakaria. Nach den Einwechslungen legten die weitgehend enttäuschenden Gastgeber aus dem Fürstentum einen Gang drauf und konnten sich in Minute 65 über die Führung freuen. Nach einer schönen Flanke von Golovin köpfte der 22-jährige Senegalese Krepin Diatta aus wenigen Metern unhaltbar für Siebenhandl ein. Die Hausherren agierten daraufhin abgeklärt, wobei sich Sturm zu keinem Zeitpunkt wirklich an die Wand spielen ließ. Nur das Spiel nach vorne verlief über die gesamten 90 Minuten zu uninspiriert.

In der starken Gruppe B belegt Sturm nach dem ersten Spieltag trotz der knappen Niederlage den vierten und letzten Gruppenplatz, da sich PSV Eindhoven und Real Sociedad im Parallelspiel 2:2-Unentschieden trennten. Am 30.September geht es für die Grazer in der heimischen Merkur Arena gegen die Niederländer rund um den ehemaligen deutschen Starspieler Mario Götze um Wiedergutmachung und den ersten Punktgewinn im diesjährigen Bewerb. Der zweite Europa League-Teilnehmer aus Österreich Rapid Wien musste sich in seinem Auftaktspiel gegen KRC Gent zuvor nach einem Last-Minute-Gegentor ebenfalls knapp geschlagen geben.

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