Am ersten Spieltag der Gruppenphase der UEFA Europa League bekam es der LASK mit dem Champions-League-Finalisten von 2019, Tottenham, zu tun. Die Linzer mussten sich gegen das Team von José Mourinho mit 0:3 geschlagen geben.


Der Portugiese lässt zu Beginn unter anderem Starspieler wie Harry Kane, Dele Alli oder Heung-min Son auf der Bank. Dafür feiert der „Rückkehrer“ Gareth Bale sein Startelf-Debüt für die Spurs. LASK-Coach Dominik Thalhammer setzt auf die altbewährte 3-4-3-Formation.

Und der Ex-Teamchef des Frauen-Nationalteams muss schon früh reagieren. James Holland verlässt bereits in der fünften Spielminute verletzungsbedingt das Feld, für ihn kommt Lukas Grgic ins Spiel.

In Folge nehmen die Nordlondoner ihre Favoritenrollen an und lassen den Ball gut in den eigenen Reihen laufen, bis es nach rund einer Viertelstunde das 0:1 für den ASK setzt. Nach einem Steilpass legt Vinicius den Ball zur Mitte wo Moura zur Stelle ist und freistehend vor Alexander Schlager keine Probleme mehr hat (17.). Doch nicht nur in dieser Szene tun sich die Oberösterreicher mit dem hohen Tempo der Tottenham-Offensive schwer. Reguilón prescht nach rund einer halben Stunde stark nach vorne. Über Lamela landet der Ball bei Bale, der das Spielgerät per Außenrist in die Mitte bringt, wo LASK-Verteidiger Andrade unglücklich ins eigene Tor einschiebt (27.). Nur wenige Sekunden nach dem Wiederanpfiff hätten die Spurs beinahe auf 0:3 gestellt. Der LASK vertändelt leichtfertig den Ball, den Schuss von Lamela kann Schlager jedoch abwehren (28.). In Spielminute 39 der nächste Rückschlag für die Schwarz-Weißen: Rene Renner war mit Hojbjerg zusammengerauscht und konnte nicht weitermachen. Für ihn kommt Petar Filipovic ins Spiel.

Vor dem Ende der ersten Hälfte nimmt Tottenham etwas Tempo aus dem Spiel. So kann der LASK in dieser Phase den ersten gefährlichen Abschluss aufs Tor verzeichnen. Andreas Gruber prüft mit einem Distanzschuss Tottenham-Keeper Joe Hart, der allerdings keine Probleme hat (45.). Für die Linzer geht es somit mit einem 0:2-Rückstand in die Kabine.

Zur Halbzeit nimmt Thalhammer einen Doppelwechsel vor und bringt Marvin Potzmann und Johannes Eggestein für Gruber und Andrade.

Wie in der ersten Halbzeit zieht Tottenham auch in Hälfte zwei das Tempo von Beginn weg an und kommt nur wenige Momente nach dem Wiederanpfiff durch Lamela zum ersten Abschluss (47.). In Folge nehmen Marko Raguz und Co. die Zweikämpfe besser an und agieren im Allgemeinen aktiver. Gefährlich werden sie hauptsächlich über Standards, wie nach einer Ecke, als Filipovic den Ball übers Tor köpft (64.). Auf der Gegenseite setzt Doherty den Ball nach einer Ecke per Kopf über den Kasten (66.).

Der LASK hat aber weiterhin Probleme, wenn die Mourinho-Elf das Tempo anzieht. Nach einem schnell vorgetragenen Vorstoß scheitert der eingewechselte Son jedoch an Keeper Schlager (72.). Nur drei Minuten später verzeichnen die Spurs dann seit längerem mal wieder eine richtige Top-Chance. Schlager kann sich aber erneut auszeichnen und pariert zuerst einen Schuss vom ebenfalls eingewechselten Alli und rettet den Ball anschließend erfolgreich vorm Überqueren der Torlinie (75.).

In der Schlussphase wird auf Seiten der Linzer nicht mehr mit voller Konsequenz verteidigt, womit sich offene Räume ergeben, was Tottenham in der 84. Spielminute eiskalt ausnutzt. Nach Flanke aus dem Halbfeld nimmt sich Son den Ball gut mit und schiebt zum 3:0 ein. Kurz vor dem Ende verpasst Clarke nur knapp das 4:0 (90.+1).

So müssen sich mutige Linzer gegen ein solides Tottenham, dass in den richtigen Momenten das Tempo anzog und die Unordnung in der Linzer Hintermannschaft perfekt auszunutzen wusste, geschlagen geben. Wobei der LASK vor allem gegen Royal Antwerp und Ludogorets punkten muss. Den qualitativen Unterschied zwischen Tottenham und dem LASK hat man heute deutlich zu sehen bekommen.