Eintracht Frankfurt hat es tatsächlich geschafft. Die Mannschaft von Oliver Glasner hat die UEFA Europa League gewonnen! In einem hart umkämpften Match gegen die Glasgow Rangers setzt sich die Eintracht im Elfmeterschießen mit 6:5 (1:1 nach regulärer Spielzeit) durch und zeigt, dass Fußballmärchen auch im Jahr 2022 erfolgreich zu Ende geschrieben werden können.


Das Finale begann mit einem sehr intensiven Start von der Eintracht. Die Frankfurter beschäftigten die Rangers durchgehend. Zu Beginn verzeichnete auch die Eintracht die meisten Chancen. Trotzdem waren es die Rangers, die von einem sehr ungeschickten Fehler der Eintracht profitieren konnten. Ein Kopfball im der Frankfurt-Hälfte verunglückte, sodass Joe Aribo ins direkte Laufduell mit Tuta kam. Letzterer hatte es dann noch mit zusätzlichem Pech zu tun und verstolperte sich. Aribos einzige Hürde war dann nur noch Keeper Trapp, die er auch meisterte und links einschob.

Danach wirkte die Eintracht ein kurz geschockt, aber nicht geschlagen. Denn nur zwölf Minuten später kam die Antwort. Der hart arbeitende Kostic brachte eine Flanke von links in den Strafraum, wo Borré einen Schritt schneller war als sein Bewacher und Rangers-Keeper das 1:1 einschenkte. Bei hochsommerlichen Temperaturen und einer kochenden Stimmung im Rámon Sánchez Pizjuán entwickelte sich die Partie zu einem körperbetonten Feuerwerk, das nach 90 Minuten keinen Sieger hervorbringen konnte. Es ging in die Verlängerung – leider oder Gott sei Dank, kommt drauf an wie viele Nerven man im Spiel liegen gelassen hat.

Leider reichten auch keine zusätzlichen 30 Minuten für eine Entscheidung – es ging ins Elfmeterschießen. Und dort soll sich dann die Geduld der Fußball-Fans auszahlen. Rafael Borré trifft den letzten von fünf Elfmetern und sichert somit den Eintracht-Fans eine unvergessliche Nacht in Sevilla.

Für die Eintracht ist es der zweite internationale Titel in der Vereinsgeschichte seit 42 Jahren. Damals sicherte man sich den UEFA-Cup. Für die Österreich-Riege bei der Eintracht ist es für jeden eine Premiere. Für Oliver Glasner ist es der erste internationale Titel. Er ist außerdem der zweite Trainer in Österreichs Geschichte, der in einem internationalen Klubfinale stand und dieses gewonnen hat. Er reiht sich somit neben Ernst Happel ein. Für Martin Hinteregger, der das Spiel verletzte von der Bank verfolgen musste, ist es ebenfalls der erste internationale Titel. Und selbst Stefan Ilsanker, der in der Gruppenphase 26 Minuten für die Eintracht auf dem Platz stand, darf sich Europa League-Sieger nennen.