Im Halbfinale der UEFA Europa League ist Schluss mit der internationalen Reise des FC Salzburg. Begonnen hat sie im Juli des Vorjahres, mit der Qualifikation für die UEFA Champions League. Doch wie schon in den neun Versuchen davor scheitern die Salzburger erneut, es geht in der Europa League weiter. Ungeschlagen sichern sich die Salzburger den Gruppensieg, in den KO-Duellen haut man zuerst Real Sociedad und Borussia Dortmund raus, gegen Lazio Rom gelingt der Mannschaft von Trainer Marco Rose eine spektakuläre Aufholjagd. Erst gegen Olympique Marseille endet der Traum der Salzburger.

Wir blicken zurück auf die außergewöhnliche Leistung des FC Salzburg. 


 

 

Auch im zehnten Versuch gescheitert

Die internationale Reise des FC Salzburg beginnt, wie eigentlich jedes Jahr, mit der Qualifikation für die UEFA Champions League. Erster Gegner der Mozartstädter in der zweiten Qualifikationsrunde ist der maltesische Meister Hibernians FC, gegen die sich die Bullen mit einem Gesamtscore von 6:0 durchsetzen. Schon im Hinspiel legen die Salzburger den Grundstein, auf Malta gelingt ihnen ein souveräner 3:0-Sieg. Valon Berisha, der einen Elfmeter verwandelt, Hee-Chan Hwang und Takumi Minamino sind die Torschützen. Im Rückspiel eine Woche später siegen die Roten Bullen mit dem gleichen Ergebnis, wie im Hinspiel. Diesmal heißen die Torschützen Marc RzatkowskiFredrik Gulbrandsen und Amadou Haidara.

In der dritten Runde bekommen es die Salzburger mit HNK Rijeka zu tun, bei denen Alexander Gorgon unter Vertrag steht. Im Hinspiel, das die Bullen zuhause bestreiten, geht das Team von Trainer Marco Rose nach einer halben Stunde in Rückstand. Mario Gavranovic köpft den kroatischen Meister in Führung, mit dem 0:1 aus der Sicht der Mozartstädter geht es in die Halbzeitpause. Wenige Minuten nach Wiederanpfiff folgt der Ausgleich. Hwang trifft nach schöner Vorarbeit von Reinhold Yabo. Trotz weiterer Chancen gelingt den Salzburgern kein weiteres Tor, das Spiel endet mit einem 1:1.

Im Rückspiel in Rijeka muss der österreichische Meister einen Treffer erzielen, der ihnen in der ersten Halbzeit auch gelingt, doch Munas Dabbur steht im Abseits. Der Treffer wird zurecht aberkannt. Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit schießt Yabo die Salzburger zur vermeidlichen Führung, doch diesmal wird der Treffer zu Unrecht aberkannt. Wie schon im Hinspiel drängen die Salzburger auf ein Tor, doch wie schon die Woche zuvor lassen sie zu viele Chanen liegen. Der FC Salzburg muss sich zum zehnten Mal in der Red-Bull-Ära in der Champions-League-Qualifikation geschlagen geben.

 

Über Rumänien in die Europa League Gruppenphase

Weiter geht es für die Mozartstädter in der UEFA EUROPA LEAGUE Qualifikation. Der Gegner ist der rumänische Meister FC Viitorul, der gleich im ersten Jahr in der obersten Liga des Landes den Titel feiern konnte. Das Hinspiel in Rumänien können die Salzburger mit 3:1 gewinnen. Hwang, Hannes Wolf und Dabbur sorgen für die Tore der Gäste, den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt George Tucudean. Eine Woche später macht der österreichische Meister den Aufstieg in die Gruppenphase der Europa League perfekt, in der Red Bull Arena Wals-Siezenheim gelingt ein 4:0-Erfolg. Die Torschützen heißen Dabbur, Gulbrandsen, Berisha und Haidara. Am Tag danach wird die Gruppenphase ausgelost, die Salzburger treffen in der Gruppe I auf Olympique Marseille (Frankreich), Konyaspor (Türkei) und Vitória Guimaraes (Portugal). 

 

Ungeschlagen auf Platz eins

Als erstes treten die Mozartstädter bei Vitória Guimaraes an. Berisha kann noch vor der Pause den Führungstreffer von Pedrao ausgleichen. Die Salzburger sind zwar die bessere Mannschaft, lassen aber erneut zu viele Chancen liegen und müssen sich mit einem 1:1 zufrieden geben. Das nächste Spiel findet in Salzburg statt, Gegner in der Red Bull Arena ist Olympique Marseille. Der österreichische Meister zeigt sich im Duell gegen den Gruppenfavoriten aus Frankreich bissiger und gieriger, Dabbur erzielt in der 73. Minute den einzigen Treffer der Partie. Auch das nächste Spiel können die Salzburger gewinnen, diesmal heißt der Gegner Konyaspor. Beim 2:0-Auswärtserfolg der Roten Bullen heißen die Torschützen Gulbrandsen und Dabbur. Die Mannschaft aus der Türkei zeigt sich insgesamt zu ungefährlich, während die Salzburger bis auf wenige Momente eine konzentrierte Leistung bieten können.

Das Rückspiel findet zwei Wochen später in Salzburg statt, dieses Mal schaffen es die Mozartstädter aber nicht ihre Chancen in Tore umzuwandeln. Konyaspor-Tormann Serkan Kirintili hat einen guten Tag und lässt den österreichischen Meister verzweifeln, das Spiel endet mit einem torlosen Remis. Den Aufstieg in die nächste Runde machen die Salzburger beim Heimspiel gegen Vitória Guimaraes perfekt. Während von den Portugiesen in der ganzen Partie wenig zu sehen ist, machen die Hausherren drei Tore. Die Torschützen sind Dabbur, Andreas Ulmer und Hwang. Schon vor dem letzten Gruppenspiel gegen Marseille stehen die Mozartstädter als Sieger der Gruppe I fest. Die Partie in Frankreich endet mit einem 0:0, beide Mannschaften lassen ihre Chancen ungenützt. Die Salzburger kassieren in den sechs Gruppenspielen nur ein Gegentor und erreichen als ungeschlagener Gruppenerster die Runde der letzten 32. Mit Stefan Lainer schafft es ein Akteur in das Team der Europa League Gruppenphase.

 

Real Sociedad zum Auftakt in der KO-Phase

Im Sechszehntelfinale treffen die Mozartstädter auf den spanischen Vertreter Real Sociedad San Sebastián. Im Hinspiel, das der österreichische Meister auswärts bestreitet, bekommen die Salzburger erst nach einer Viertelstunde Zugriff auf das Spiel, zuvor zeigte sich Sociedad gefährlicher. Durch ein Eigentor von Mikel Oyarzabal, nach einer Ecke, gehen die Gäste aus Österreich in Führung. Danach kann Salzburg das Spiel bis zur Pause kontrollieren. Nach Wiederanpfiff bemühen sich die Spanier den Ausgleich zu erzielen, der ihnen in der 57. Minute gelingt. Álvaro Odriozola spielt den Ball durch die Beine von Ulmer, sein Schuss geht ins kurze Eck. Nach dem Ausgleichstreffer will Sociedad mehr, der eingewechselte Adnan Januzaj setzt einen Kopfball an die Latte. Ein paar Minuten später hat der Belgier, sein Freistoß landet im Tor der Salzburger, die Spanier können die Partie drehen. Die Roten Bullen kommen dann aber noch einmal zurück, Minamino gelingt in der letzten Minute der Ausgleich.

Beim Rückspiel eine Woche später beginnen die Spanier gut, ein Kopfball von Oyarzabal geht an die Latte. Besser machen es die Salzburger die mit ihrer ersten Chance in Führung gehen, Dabbur ist der Torschütze. Danach kann sich Sociedad wieder fangen, in der 28. Minute gelingt der Ausgleich durch Raúl Navas. Nach der Pause will Salzburg wieder in Führung gehen, Xaver Schlager scheitert an Sociedad-Schlussmann Gerónimo Rulli, ein Kopfball von André Ramalho landet neben dem Tor. Torschütze Navas wird vom Platz gestellt, nachdem ihm Schiedsrichter Sergey Karasev die Gelb-Rote Karte zeigt. Kurz danach holt Rulli im Strafraum Hwang von den Beinen, den Strafstoß verwandelt Berisha mit ein bisschen Glück. Im Anschluss bringen die Salzburger das 2:1 souverän über die Zeit und sind bereits seit 17 Europacup-Spiele unbesiegt. 

 

Hammerlos Borussia Dortmund

Für das Achtelfinale bekommt der österreichische Meister den deutschen Vizemeister Borussia Dortmund, der von Peter Stöger trainiert wird, zugelost. Salzburg erlebt einen Boom, Menschen stehen stundenlang an um an Karten zu kommen. Beim Auswärtsspiel sind über 2.000 in Dortmund dabei – Rekord in der Red-Bull-Ära. Salzburg beginnt gut, Dortmund hat allerdings mehr Anteile am Spiel, nennenswerte Chancen gibt es erst kurz vor der Pause. Marcel Schmelzer rettet einen Schuss von Dabbur auf der Linie, der Versuch von Hwang geht an den Pfosten. Kurz nach Wiederanpfiff wird Hwang im Sechszehner von Ömer Toprak niedergerissen, den Elfmeter verwandelt Berisha souverän. Der Norweger schießt wenige Minuten danach seinen zweiten Treffer des Abends, nachdem er im Strafraum frei zum Schuss kommt. André Schürrle erzielt kurze Zeit darauf den Anschlusstreffer, mehr gelingt den Dortmundern in dieser Partie nicht. Das 2:1 der Mozartstädter ist gleichzeitig der erste Auswärtssieg einer österreichischen Mannschaft im Europacup gegen eine deutsche Mannschaft. 

Beim Rückspiel ist die Red Bull Arena mit 29.520 Fans das erste Mal seit vier Jahren wieder ausverkauft. Während Dortmund nicht mit dem Pressing der Salzburger zurechtkommt, erspielen sich die Hausherren Chance um Chance. Hwang scheitert zweimal an Roman Bürki und auch den Schuss von Schlager kann der BVB-Tormann parieren. Auf der Gegenseite zeigt sich Dortmund harmlos, eine richtige Chance können die Borussen nicht erspielen. Nach der Pause zeigt sich der BVB ein wenig verbessert in der Offensive, die Roten Bullen lauern auf Konter. Salzburg-Schlussmann Alexander Walke kann sich bei einem Kopfball von Schmelzer und einem Schuss von Alexander Isak auszeichnen. In der Schlussphase trifft Dabbur die Latte. Mit einem Gesamtscore von 2:1 zieht der österreichische Meister ins Viertelfinale ein.

 

Das Wunder gegen Lazio Rom 

Der Gegner des FC Salzburg, in der Runde der letzten Acht, ist Lazio Rom. Wie schon in den beiden KO-Duellen zuvor müssen die Salzburger zuerst auswärts ran. In der italienischen Hauptstadt muss der Österreicher einen frühen Rückstand hinnehmen, Senad Lulic ist der Torschütze. Im Gegensatz zu den Spielen davor spielt Salzburg hektischer und ungenauer, was den Römern immer wieder Chancen ermöglicht. Nach einem Foul von Dusan Basta an Dabbur im Sechszehner gibt es mit einer Zeitverzögerung Strafstoß für die Roten Bullen, den Berisha verwandelt. Die Spieler von Lazio versuchen ebenfalls einen Elfmeter zu bekommen, in typisch italienischen Stil lassen sich die Spieler im Strafraum fallen. Die Pfeife von Schiedsrichter Ovidiu Hategan bleibt aber stumm. Wenige Minuten nach der Pause gehen die Römer erneut in Führung, diesmal trifft Marco Parolo. Salzburg tut sich schwer Chancen zu erspielen, den Ausgleichstreffer erzielt dann der kurz zuvor eingewechselte Minamino. Die Freude über diesen Treffer hält allerdings nicht lange, Felipe Anderson trifft nach einem Sololauf. Fast im Anschluss stellt Ciro Immobile den 2:4-Endstand aus der Sicht der Salzburger her. 

Trotz der schlechten Ausgangssituation ist die Red Bull Arena erneut ausverkauft. In der Anfangsphase scheitert Hwang an Lazio-Schlussmann Thomas Strakosha, es bleibt die einzige Chance für eine lange Zeit, denn Salzburg findet gegen gut stehende Römer kein Mittel um durchzukommen. Kurz vor und nach der Pause kann Walke gegen Immobile klären. Trotz der Rettungstaten des Torhüters gehen die Salzburger in Rückstand, denn ein Schuss von Immobile geht unhaltbar ins Tor. Die Antwort der Roten Bullen kommt aber sofort. Der Schuss von Dabbur wird von Basta noch abgefälscht und landet im Kasten der Römer. Die Salzburger merken, dass etwas möglich ist, ein Versuch aus der zweiten Reihe von Schlager geht an den Pfosten. Mehr Erfolg als sein Teamkollege hat Haidara, dessen Distanzschuss ins Tor geht. Zwei Minuten danach reagiert Hwang, nach einem genialen Pass von Berisha, am schnellsten und macht das dritte Tor der Heimmannschaft. Und die Salzburger haben immer noch nicht genug, nach einem Eckball von Berisha und einer Verlängerung von Ramalho köpft Lainer den Ball zum 4:1 ein. Innerhalb von fünf Minuten ist es der Mannschaft von Marco Rose gelungen drei Treffer zu erzielen. Die Salzburger bringen das Ergebnis über die Zeit und stehen als erstes österreichisches Team seit 22 Jahren in einem Europacup-Halbfinale.

 

Wiedersehen mit Olympique Marseille

Im Semifinale treffen die Salzburger erneut auf Olympique Marseille, gegen die man schon in der Gruppenphase gespielt hat. Erneut müssen die Mozartstädter zuerst auswärts ran. Mit 63.370 Fans sorgen für ein ausverkauftes Stade Vélodrome, für die Salzburger eine Rekordkulisse. Der österreichische Meister hat die Partie gut im Griff, geht aber in der 15. Minute in Rückstand. Bei einer Freistoßflanke von Marseille-Superstar Dimitri Payet verschätzt sich Walke und kommt nicht an den Ball, Florian Thauvin köpft das Spielgerät ins Tor. Doppelt bitter für die Salzburger, denn der Franzose hat den Ball wohl an die Hand bekommen, die dem Sportgerät die entscheidende Richtung gibt. Den Gästen gelingt es erst nach der Pause sich gute Chancen zu erspielen. Marseille-Tormann Yohann Pelé klärt in großer Not vor Hwang, einen Schuss von Wolf lenkt er über die Latte. Wenige Minuten vor dieser Aktion wird Lainer im Strafraum zu Fall gebracht, Schiedsrichter William Collum lässt weiterspielen. Dass hohe Stellungsspiel der Salzburger ermöglicht der Heimmannschaft den zweiten Treffer. Payet bedient den eingewechselten Clinton N´Jie, der den Ball eiskalt ins Tor schießt. Salzburg versucht alles, um einen Treffer zu erzielen, Gulbrandsen trifft in der 77. Minute den Pfosten. Die Mozartstädter müssen sich, trotz einer guten Leistung, mit 0:2 geschlagen geben. 

Im Rückspiel macht Marseille in der Anfangsphase das Spiel, eine Freistoßflanke von Payet sorgt erstmals für Gefahr. Auf der anderen Seite verunsichtert ein Schuss von Dabbur Pelé. Weder Salzburg noch Marseille schaffen es danach sich gute Chancen zu erspielen. Wie schon zu Beginn sorgt Payet für Gefahr, sein Versuch geht knapp neben das Tor. Eine Einzelaktion führt schließlich zum ersten Treffer der Salzburger. Haidara setzt sich gegen mehrere Gegenspieler durch und schießt den Ball mit dem Außenrist in das kurze Eck. Salzburg drängt auf den zweiten Treffer, doch weder ein Distanzschuss von Ramalho noch Dabbur mit der Ferse bringen den Ball über die Linie. Eine Flanke in den Strafraum von Haidara wird schlecht geklärt, Schlager schießt und Bouna Sarr fälscht den Ball unhaltbar für Pelé ab. Die Salzburger egalisieren das Hinspielergebnis und legen fast noch einen drauf, doch den Schuss von Hwang kann Pelé gerade noch parieren. Ein Kopfball von Thauvin landet auf der Oberkante der Latte, einige Minuten später geht sein Schuss an die Hand von Duje Celeta-Car, es hätte einen Strafstoß geben müssen. Das Spiel geht in die Verlängerung. Bei einem Kopfball von Celeta-Car verhindert eine schnelle Reaktion von Pelé den dritten Treffer der Salzburger. Ein fälschlicherweise gegebener Eckball, fünf Minuten vor dem Ende, sorgt für die Entscheidung. Der eingewechselte Rolando trifft und beendet somit die Finalträume der Salzburger. Die Enttäuschung bei den Spielern ist groß, doch für die Mannschaft gibt es nach dem Abpfiff minutenlangen Beifall von ihren Fans.

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