Bittere Niederlage für Red Bull Salzburg gegen Napoli. Die Bullen müssen sich am 3. Spieltag der UEFA Champions League trotz guter Leistung und zweimaligem Ausgleich mit 2:3 (1:1) geschlagen geben. „Do you want to play a game with us?“, war auf der Salzburger Fantribüne zu den Klängen der Champions-League-Hymne selbstbewusst zu lesen und ihr Team zeigte sich ebenso. Einige Unachtsamkeiten in der Defensive und eiskalte Gäste kosteten vor vollem Haus jedoch Punkte.


Trainer Jesse Marsch konnte sechs Spieler von Beginn an aufbieten, die beim 1:1 am vergangenen Samstag gegen Sturm nicht oder maximal eine halbe Stunde lang gespielt hatten. Darunter, bis auf Erling Haaland, das gesamte Mittelfeld und der Angriff. Aber auch sein Gegenüber Carlo Ancelotti brachte vier neue Spieler gegenüber der letzten Ligapartie, die allerdings schon am Freitag war.

Abwechslungsreiche Anfangsphase

Die Partie hat gleich mit einer Salzburger Schrecksekunde begonnen. Dries Mertens tauchte bereits nach einer Minute gefährlich vor dem Tor der „Bullen“ auf. Cican Stankovic reagierte gut und konnte den Volley des Belgiers zu Ecke klären. Nach acht Minuten brauste in der Red Bull Arena erstmals Jubel auf. Haaland stand goldrichtig und vollendete einen Ping-Pong-Ball durch die italienische Abwehr, stand dabei allerdings im Abseits. Schiedsrichter Clement Turpin sah sich die Szene nochmals mittels VAR an und erkannte das Tor ab.

Dann ging es wieder auf der anderen Seite weiter. 16. Minute, Kapitän Jose Callejon verlängerte per Kopf perfekt in den Lauf von Mertens und der vollendete aus spitzem Winkel staubtrocken ins kurze Eck vorbei an Stankovic. 1:0 für die Gäste, die von einem Stellungsfehler von Andre Ramalho profitierten, der viel zu viel Platz ließ. Mertens zog damit mit Napoli-Tor Nummer 115 mit Klub-Ikone Diego Maradona gleich.

Wer ein 0:3 in Liverpool zwischenzeitlich egalisierte, lässt sich von so etwas aber nicht verunsichern. Der Norweger Haaland scheiterte aus kurzer Distanz an Torhüter Alex Meret und läutete damit eine starke Phase der Heimelf ein. Kurz darauf war für Salzburgs Topstürmer nach schöner Kombination über Zlatko Junuzovic und Takumi Minamino erneut beim Napoli-Schlussmann Endstation. 

Napoli war in dieser Phase nur am verteidigen, bis plötzlich Torschütze Mertens Stankovic aus 50 Meter zu überraschen versuchte. Der Teamgoalie war anscheinend die Minuten davor mangels Beschäftigung kalt geworden und zog sich bei einem schnellen Schritt eine Verletzung im Oberschenkel zu. Ersatztormann Carlos Miguel Coronel kam unerwartet zu seinem Champions-League-Debüt.

Salzburg blieb weiter am Drücker und kam durch den die letzten Wochen in Topform spielenden Patson Daka zur nächsten Chance. Sein gut angetragener Halbvolley wurde von Meret zu einer von insgesamt sechs Salzburger Ecken in Halbzeit eins abgewehrt.

Belohnung für gute Halbzeit

Kurz vor der Pause dann aber doch noch die Belohnung für die Mühen der Bullen. Hee-Chan Hwang düpierte mit einem „Gurkerl“ Kevin Malcuit, der sich nur mehr mit einem Foul helfen konnte – Elfer für Salzburg. Haaland schickte Meret ins falsche Eck und besorgte mit seinem 5. Tor im laufenden Bewerb für den wichtigen und verdienten Ausgleich vor der Pause. Gleichzeitig zog er mit Bayerns Robert Lewandowski in der Torschützenliste gleich.

Auch nach der Pause gehörte die erste Chance gleich wieder der Elf von Jesse Marsch. Maximilian Wöber spielte Daka perfekt frei, dessen Schuss ging jedoch am langen Eck vorbei. Zwei Minuten später wieder die gleiche Kombination, diesmal kam der Sambier per Kopf zum Abschluss. Insgesamt kam die Heimelf weit besser aus der Kabine. Für Napoli dauerte es fast eine Viertelstunde, bis sie wieder in die Nähe des nun von Coronel gehüteten Tores kamen. Leider verpasste Red Bull es, aus dieser Phase Profit zu schlagen.

Plötzlicher Schlagabtausch

Nach 62 Minuten hatten nämlich Allan und Malcuit auf der rechten Seite gegen Hwang und Minamino mit einem Doppelpass leichtes Spiel und Dries Mertens brachte nach abgefälschter Hereingabe mit seinem zweiten Treffer die Italiener abermals in Führung. Maradona ist nun abgehängt.

Salzburg brauchte nun ein wenig, um sich von dem Rückstand zu erholen. Minamino weckte das Stadion und seine Mannschaft wieder auf, und holte einen Corner heraus. Augenblicke später stand – na wer denn sonst – Haaland plötzlich goldrichtig und schoss sich nach feinster Junuzovic-Flanke per Kopf zur Führung in der Torschützenliste der Champions League. Lewandowski ist abgehängt. Mitten in den Salzburger Jubel allerdings die Ernüchterung. Der eingewechselte Lorenzo Insigne stellte mit seiner ersten gefährlichen Aktion die Gäste-Führung wieder her. Eine viertel Stunde war da noch zu spielen.

Napoli machte hinten zunehmend noch mehr dicht und so kamen die Bullen nicht mehr wirklich gefährlich vors Tor. Zudem schwebte immer die Gefahr eines Konters zur endgültigen Entscheidung in der Luft.

Am Ende steht eine unnötige Niederlage, bei der man vor allem Dries Mertens (zwei Tore, ein Assist) nicht in den Griff bekam. Salzburg war über weite Strecken der Partie die aktivere Mannschaft, die es jedoch verabsäumte ihre guten Phasen besser zu nutzen. Gleichzeitig stand auf der Gegenseite ein Team, das jeden Fehler in der Bullen-Defensive eiskalt nutzte und die drei Punkte am Schluss relativ sicher ins Trockene brachte.

Im Parallelspiel der Gruppe E setzte sich Titelverteidiger FC Liverpool beim KRC Genk klar mit 4:1 durch. Zweimal Alex Oxlade-Chamberlain, Sadio Mane und Mohamed Salah trafen für die Gäste, Stephen Odey gelang noch der Ehrentreffer. Salzburg benötigt damit im Kampf um den Aufstieg beim Auswärtsspiel in Neapel in zwei Wochen dringend einen Punktgewinn.

Highlights: FC Salzburg – SSC Napoli (UEFA Champions League). 

Spielstände bereitgestellt von Sofascore Live Ticker

 

NEU: Alle News direkt aufs Smartphone mit unserem Telegram-Newsservice (Instant-Messaging):

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.