In der UEFA Champions League und der UEFA Europa League wurden schon die ersten Partien der Saison 2019/20 absolviert. Bevor mit Sturm Graz der erste heimische Verein in den Bewerb einsteigt, wagen wir einen Ausblick auf die Chancen der österreichischen Vereine und analysieren die Konkurrenz im Kampf um die begeherten Europacup-Plätze. Österreich startet die Saison von Rang 11 und konnte sich in der Fünfjahreswertung in den letzten Jahren mit konstanten Leistungen nach oben arbeiten.


Wir beginnen unsere Analyse mit Belgien, das auf Rang Acht liegt. Zwischen Rang Sieben (Portugal) und eben den Belgiern gibt es ein großes Break mit einem Abstand von über acht Punkten und damit beinahe so viel Unterschied wie zwischen Belgien und Zypern auf Rang 15! Der Rückstand von Österreich auf den achten Platz beträgt zwar auch 3,175 Punkte, trotzdem können solche Rückstände durchaus aufgeholt werden. In der Saison 2017/18 holten die heimischen Vertreter z.B. über sieben Punkte mehr als die Vereine aus Belgien. Das es aber auch schnell wieder bergab gehen kann zeigt die Schweiz, die vor zwei Saisonen auf Rang 12 lag und die aktuelle Spielzeit nur von Rang 19 in Angriff nimmt.

Belgien (31,100 Punkte, Rang 8)

Etwas kompliziert gestaltet sich die Sache bei Belgien. Meister KRC Genk hat sein Ticket für die Champions League schon fix, wo man aber max. aus Topf 3 gezogen wird. Vizemeister FC Brügge steigt in der 3. Qualifikationsrunde des Verfolgerweges ein und ist dort ungesetzt, die Gruppephase der Europa League ist aber garantiert. Für eben diese Gruppenphase hätte sich auch KV Mechelen mit dem Pokalsieg qualifiziert. Der Verein wurde allerdings der Spielmanipulation schuldig gesprochen und daher von der Europa League ausgeschlossen. Den Platz in der Gruppenphase nimmt nun Standard Lüttich ein. Royal Antwerpen überspringt eine Qualifikationsrunde und steigt erst in der 3. Runde ein. Unverhofft in den Europacup kommt nun KAA Gent, das in der 2. Runde auf Constanta aus Rumänien trifft.

Ukraine (29,700 Punkte, Rang 9)

In der Ukraine holte sich Schachtar Donezk den Meistertitel und tritt somit in der Gruppenphase der Champions League an. Vizemeister Dynamo Kiew ist ein möglicher Gegner des LASK in der zweiten Qualifikationsrunde, hat aber zumindest die Europa League als Trost. Fix in der Europa League ist der Meisterschaftsdritte PFK Olexandrija. Durch die Qualifikation müssen FK Mariupol, der in der 3. Runde einsteigt und Sorja Luhansk, das eine Runde früher mit dem Bewerb beginnt und mit Buducnost Podgorica aus Montenegro eine machbare Aufgabe hat.

Türkei (29,400 Punkte, Rang 10)

Den türkischen Titel konnte sich Galatasaray Istanbul sichern und somit auch das Ticket für die Champions League buchen. Auf Rang zwei landete Istanbul Basaksehir und hat somit ebenfalls die Chance auf die Königsklasse, ist aber in der 3. Qualifikationsrunde ungesetzt, die Europa League ist für den Club aber fix. Für diese qualifizierte sich Besiktas Istanbul direkt und wird auch aus Topf 1 gelost werden. Trabzonspor beginnt in der 3. Qualifikationsrunde, Yeni Malatyaspor muss in der 2. Runde gegen Olimpija Laibach aus Slowenien ran.

Österreich (27,925 Punkte, Rang 11)

Erstmals kann Österreich drei Fixstarter in internationalen Gruppenphasen stellen. Red Bull Salzburg kann sich nach vielen vergeblichen Versuchen erstmals in der Bullen-Ära in der Königsklasse versuchen. Der LASK tritt in der 3. Qualifikationsrunde an und ist dort ungesetzt, hat aber zumindest das Ticket für die Europa League fixiert. Für diese qualifizierte sich auch der WAC, was den bisher größten Erfolg im Kärntner Fußball bedeutet. Um die Qualifikation für die Europa League kämpfen Austria Wien (3. Qualirunde) und der SK Sturm Graz der in der 2. Runde auf FK Haugesund aus Norwegen trifft.

Niederlande (26,350 Punkte, Rang 12)

Den Niederlanden fällt hier ihre extrem schwache Saison 2017/18 auf den Kopf, nach der die Startplätze für die aktuelle Saison vergeben wurden. Meister Ajax Amsterdam ist in der 3. Qualirunde der Champions League gesetzt, muss diese aber überstehen, um zumindest die Gruppenphase der Europa League zu fixieren. PSV Eindhoven bekommt es in der 2. Qualifikationsrunde mit dem FC Basel zu tun und ist bei einem Aufstieg ein potentieller Gegner des LASK. Feyenoord Rotterdam, AZ Alkmaar (gegen BK Häcken/SWE) und der FC Utrecht (gegen Zrinjski Mostar/BIH) treten allesamt in der Qualifikation zur Europa League an.

Tschechien (24,800 Punkte, Rang 13)

Slavia Prag steigt als Meister ins Play-Off für die Champions League ein und hat somit zumindest die Europa League sicher. Vizemeister wurde Viktoria Pilsen, das in der 2. Qualifikationsrunde des Verfolgerweges auf Olympiakos Piräus trifft und bei einem Aufstieg ein möglicher Gegner des LASK wäre. Durch die Qualifikation für die Europa League müssen sich Sparta Prag, FK Jablonec (gegen Pjunik Jerewan/ARM) und FK Mlada Boleslav (gegen Ordabassy Schymkent/KAZ) kämpfen.

Dänemark (24,375 Punkte, Rang 14)

Meister FC Kopenhagen steigt in der 2. Qualifikationsrunde in die Qualifikation für die Königsklasse ein und ist dort gegen die New Saints aus Wales klarer Favorit und wäre auch in der 3. Qualifikationsrunde gesetzt. Um ein Ticket für die Europa League spielen der FC Midtjylland und Esbjerg (gegen Schachzjor Salihorsk). Bröndby IF konnte sich in der ersten Runde gegen Inter Turku aus Finnland durchsetzen und trifft nun auf Lech Danzig aus Polen.

Auf Rang 15 folgt aktuell Zypern, das allerdings bereits einen Rückstand von 6,3 Punkten auf Österreich hat, auf den nächsten Plätzen liegen Griechenland, Kroatien und die Schweiz.

Grundsätzlich befindet sich Österreich in einer durchaus ansprechenden Position. Während man selber bereits drei Fixstarter in einer Gruppenphase hat, haben z.B. die Niederlande noch kein einziges Team in einer Gruppe. In sechs Gruppenspielen ist auch dem WAC als vermeintlich schwächstem heimischen Teilnehmer der eine oder andere Punkt zuzutrauen. Zusätzlich hat Österreich durch die fixe CL-Qualifikation von Salzburg bereits 0,800 Punkte (4 Bonuspunkte geteilt durch 5 Teilnehmer) auf dem Konto, was dem Gegenwert von zwei Siegen in einer Gruppenphase entspricht. Außerdem fällt nächste Saison die schwache Spielzeit 2015/16 aus der Wertung, in der Österreich nur 3,800 Punkte holte. Bei der Ukraine fällt hier beispielsweise eine Saison mit 9,800 Punkten weg.

So darf man den Blick durchaus etwas verstohlen nach vorne richten. Vor allem die Performance von Austria und Sturm wird für diese Saison entscheidend sein. Mit einem vierten Team, das zumindest bis zum Winter dabei ist, wären die Chancen, etwas auf die Nationen vor Österreich aufzuholen, durchaus intakt. So konnten die heimischen Vereine in den letzten beiden Saisonen auf die Türkei Punkte aufholen, auf die Ukraine wurden sogar in den letzten drei Jahren in Folge Punkte gutgemacht.

Man muss aber natürlich abwarten, wie die heimischen Teams die teilweise massiven Umbrüche in der Sommerpause verkraften. Alle fünf Europacupstarter gehen mit einem neuen Trainerteam in die Saison 2019/20. Für Sturm Graz ist das Hinspiel in der 2. Qualifikationsrunde erst das zweite Pflichtspiel. Die Austria hat vor ihrem Einstieg in die Qualifikation zumindest schon zwei Meisterschaftsrunden und ein Cupspiel in den Beinen. Selbes gilt auch für den LASK, der aber zumindest das Sicherheitsnetz Europa League hat. Für Salzburg und den WAC beginnt die internationale Saison erst Mitte September, bis dahin sollten die Teams wieder gut eingespielt sein.

Natürlich ist es noch deutlich zur früh um ernsthafte Prognosen abzugeben, aber das Feld wird sich durch die Qualifikation bald etwas lichten. Und vielleicht gelingt wahrhaft historisches und Österreich bringt alle fünf Teams durch die Qualifikation – träumen wird man ja noch dürfen.

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One thought on “UEFA Fünfjahreswertung – Ausgangslage vor der neuen Saison

  • Avatar
    20. Juli 2019 at 09:37
    Permalink

    Prinzipiell ist es meines Erachtens nach sogar zu begrüßen, dass nicht etwa Rapid oder Austria, sondern die kleineren Teams LASK und WAC die Fixplätze für sich beanspruchen. Diese Teams hätten nämlich in der Qualifikation kaum Chancen, als Ungesetzte zu reüssieren, eher noch der LASK, wenn er an die Leistungen aus dem Vorjahr anknöpfen kann.
    Schlecht aus Sicht der 5-Jahres-Wertung ist definitiv, dass Rapid nicht in der Quali ist. Ihnen wäre ein Überstehen nämlich mehr als nur zuzutrauen, sie haben sich regelmäßig qualifiziert und es auch ab und an ins Sechzehntelfinale geschafft. Sturm als 5. Qualifikant ist kein guter Tausch. Ihnen ist nämlich international schon ewig nichts mehr geglückt. Der Austria ist ein Überstehen zuzutrauen, eine Setzung würde allerdings einiges erleichtern. Salzburg ist auf jeden Fall zumindest das Sechzehntelfinale der Europa League zuzutrauen, da sie ja in Topf 3 gesetzt sind.
    Meine optimistischen Tipps:
    Salzburg: EL Halbfinale
    LASK: EL Sechzehntelfinale (über EL Gruppenphase)
    WAC: 4. Gruppenplatz, 3 Punkte
    Austria: EL Gruppenphase, 3. Platz
    Stutm: Aus in Q3 (0:5, 0:6)
    4 Vertreter international, 2 überwintern, sensationell für Österreich
    Nur meine Meinung.

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