Die Play-Off-Spiele der UEFA Champions League und UEFA Europa League sind gespielt. Österreich ist heuer mit drei Teams in den Hauptrunden vertreten. Während sich der FC Red Bull Salzburg endlich für die Königsklasse qualifizierte werden der LASK und der WAC in der Europa League antreten. Nach der Auslosung der Gruppenphase werfen wir einen Blick auf diese und analysieren die Auswirkungen auf die Fünfjahreswertung.


Belgien (33,700 Punkte, Rang 8) KRC Genk – FC Brügge – Standard Lüttich – Royal Antwerpen – KAA Gent

Meister KRC Genk wurde in die Salzburg-Gruppe gelost und bekommt es dort bekanntlich neben den Bullen mit Liverpool und Napoli zu tun. Die Chancen stehen ähnlich wie jene von Salzburg. Von wenigen Punkten bis zu einem zweiten Platz, ist vieles möglich. LASK-Bezwinger Brügge hat es mit Paris Saint Germain, Real Madrid und Galatasaray Istanbul noch schwerer erwischt. Ein Aufstieg scheint hier nahezu unmöglich, der dritte Platz ist aber realistisch. Standard Lüttich beginnt direkt in der Gruppenphase der Europa League und hat mit Arsenal, Eintracht Frankfurt und Guimares schwierige Gegner gezogen. Im belgisch-niederländischen Duell um die Europa League musste sich Royal Antwerpen gegen AZ Alkmaar in der Verlängerung doch noch deutlich mit 1:4 geschlagen geben. KAA Gent setzte sich auf dem Weg in die Europa League knapp gegen HNK Rijeka mit 3:2 durch und trifft nun auf Wolfsburg, Saint-Etienne und Olexandrija aus der Ukraine. 

Ukraine (30,700 Punkte, Rang 9) Schachtar Donezk – Dynamo Kiew – PFK Olexandrija – FK Mariupol – Sorja Luhansk

Meister Schachtar Donezk bekommt es in der Champions League Gruppe C mit Manchester City, Dinamo Zagreb und Atalanta Bergamo zu tun. Der erste Platz in der Gruppe dürfte an die Engländer vergeben sein, dahinter ist Donezk aber einiges zuzutrauen. Vizemeister Dynamo Kiew hatte in der 3. Qualifikationsrunde gegen den FC Brügge knapp das Nachsehen. Damit tritt der Club aus der Hauptstadt in der Gruppenphase der UEFA Europa League gegen Kopenhagen, Malmö und Lugano an. Ebenfalls in der Europa League ist der Meisterschaftsdritte PFK Olexandrija in einer Gruppe mit Wolfsburg, Gent und Saint-Etienne. Für Sorja Luhansk war im Play-off der Europa League gegen Espanyol Barcelona mit einem Gesamtscore von 3:5 Endstation.

Türkei (30,400 Punkte, Rang 10) Galatasaray Istanbul  Istanbul Basaksehir – Besiktas Istanbul – Trabzonspor– Yeni Malatyaspor

Der türkische Meister Galatasaray Istanbul erwischte mit Paris Saint Germain und Real Madrid zwei ganz große Brocken in der Champions League. Da wird es gegen Brügge wohl nur um den dritten Gruppenplatz gehen. Istanbul Basaksehir schied in der 3. Runde der Champions League Qualifikation klar gegen Olympiakos Piräus aus und spielt nun in der Europa League gegen AS Rom, Mönchengladbach und den WAC. Besiktas Istanbul wurde in eine Gruppe mit Sporting Braga, den Wolverhampton Wanderers und Slovan Bratislava gelost. Trabzonspor schaffte ebenfalls den Einzug in die Europa League und spielt gegen Basel, Krasnodar und Getafe. 

Niederlande (30,350 Punkte, Rang 11) Ajax Amsterdam – PSV Eindhoven – Feyenoord Rotterdam – AZ Alkmaar – FC Utrecht

Vorjahres-Halbfinalist Ajax Amsterdam qualifizierte sich dank eines 2:0 gegen APOEL Nikosia für die Champions League und trifft dort auf Chelsea, Valencia und OSC Lille. Ajax musste im Sommer zwar einige schmerzhafte Abwanderungen hinnehmen, mit der vergangenen Saison gewonnene Erfahrung ist ihnen in dieser Gruppe aber der Aufstieg zuzutrauen. PSV Eindhoven (Gesamtscore 7:0) gegen Apollon Limassol und Feyenoord Rotterdam (Gesamtscore 6:0) gegen Hapoel Be’er-Sheva hatten mit ihren Gegnern keine Probleme und zogen souverän in die Europa-League-Gruppenphase ein. PSV spielt gegen Sporting, Rosenborg Trondheim und den LASK während Feyenoord in einer Gruppe mit Porto, den Young Boys und den Glasgow Rangers antritt. AZ Alkmaar musste gegen Royal Antwerpen in die Verlängerung, setzte sich dann aber doch noch mit 4:1 im Rückspiel deutlich durch und spielt in einer Gruppe mit Manchester United, Astana und Partizan Belgrad.

Österreich (28,525 Punkte, Rang 12) Red Bull Salzburg – LASK – WAC – Austria Wien – SK Sturm Graz

Red Bull Salzburg darf sich erstmals in der Königsklasse beweisen und bekommt es direkt mit dem Titelverteidiger zu tun. Neben Liverpool wartete Napoli, gegen die man noch eine Rechnung aus der vergangenen Europa-League-Saison offen hat und der belgische Meister Genk. Liverpool und Napoli sind natürlich die Favoriten, aber wenn die Bullen über sich hinauswachsen ist Rang zwei nicht völlig utopisch, wie gerade auch das Rückspiel gegen Napoli im Frühjahr gezeigt hat, als man 3:1 gewinnen konnte. Genk ist zudem nicht unterschätzen, aus Topf vier hätte es leichtere Lose gegeben. Der LASK zog in der Europa League Sporting Lissabon, PSV Eindhoven und Rosenborg Trondheim. Ein wie zu erwarten war schwieriges Los aber wenn die Linzer ihr Selbstvertrauen aus den bisherigen Spielen mitnehmen können, ist ihnen einiges zuzutrauen. Für einen Aufstieg muss freilich sehr viel mitspielen, einige Punkte sind dem Vizemeister aber auf alle Fälle zuzutrauen. Ein Hammerlos hat der WAC bekommen. Gegen die AS Roma und Borussia Mönchengladbach ist man krasser Außenseiter. Zudem kennt Gladbach-Coach Marco Rose den Gegner aus Salzburger Zeiten sehr gut. Vervollständigt wird die Gruppe durch Istanbul Basaksehir. Der Klub mit einem Naheverhältnis zu Präsident Erdogan wurde letztes Jahr Vizemeister, startete in die neue Saison aber sehr holprig und ist nach vier Pflichtspielen noch ohne Sieg.

Tschechien (26,900 Punkte, Rang 13) Slavia Prag – Viktoria Pilsen – Sparta Prag – FK Mlada Boleslav – FK Jablonec

Mit dem Meister unserer nördlichen Nachbarn Slavia Prag hat es die Glücksfee gar nicht gut gemeint. Slavia bekommt es in Champions League Gruppe F mit dem FC Barcelona, Borussia Dortmund und Inter Mailand (Valentino Lazaro) zu tun. Den Verantwortlichen der Tschechen entlockte dieses Los in Monaco ein gequält selbstbemitleidendes Lächeln. Alles andere als der vierte Platz wäre ein Riesenüberraschung.

Dänemark (25,750 Punkte, Rang 14) FC Kopenhagen – FC Midtjylland – Esbjerg fB – Bröndby IF

Meister FC Kopenhagen schaffte mit Mühe und trotz der 0:1-Niederlage beim FC Riga dank eins Gesamtscore von 3:2 den Einzug in die Europa League. Als letzte Vertreter von Dänemark trifft man dort auf Dynamo Kiew, Malmö FF und den FC Lugano. Besonders das Duell mit Malmö ist brisant, liegen die beiden Städte doch am jeweils gegenüberliegenden Ufer des Öresund. Sportlich ist für Kopenhagen in dieser Gruppe sicherlich der Aufstieg möglich.

Fazit:

Auf den ersten Blick scheint die Spannung für Österreich schon ziemlich draussen zu sein. Die Niederlande haben durch die Qualifikationsspiele ihrer Mannschaften schon einen Polster von 1,825 Punkten auf Österreich und sind zudem noch mit vier Mannschaften vertreten. Andererseits hat Österreich auf die folgenden Tschechen ebenfalls bereits 1,625 Punkte Vorsprung und unsere Nachbarn und die auf Rang 14 liegenden Dänen sind auch nur mehr mit jeweils einem Team dabei. Ist also noch was drinnen? 

Belgien hat noch vier Teams im Bewerb die aber durch die Bank wirklich starke Gruppen erwischt haben. Selbes gilt für die Türkei, die ebenfalls noch vier Vertreter in den Bewerben hat die nicht gerade vom Losglück verfolgt wurden. Dass Österreich diese beiden Nationen überholt ist zwar aktuell utopisch, aber auf lange Sicht könnte man vielleicht wieder eine Kleinigkeit aufholen und so die Ausgangslage für die kommenden Saisonen verbessern. Die Ukraine kann durchaus zufrieden sein, Donezk und Kiew haben gute Chancen auf einen Aufstieg und Olexandrija wäre in jeder denkbaren Europa-League-Gruppe krasser Außenseiter gewesen. Bei den Niederlanden hat es Feyenoord ziemlich hart erwischt, alle anderen drei Mannschaften haben durchaus Potential um die Gruppe zu überstehen. Die Gefahr von hinten überholt zu werden ist aus aktueller Sicht vernachlässigbar.

Was kann man den drei österreichischen Vertretern zutrauen. Salzburg kann auch in der Champions League jedem Team weh tun, realistisch betrachtet wird es aber gegen Genk um den dritten Gruppenplatz und somit den Wechsel in die Europa League gehen. Hier gilt die Devise aus den Gruppenspielen so viele Punkte wie möglich mitzunehmen, das große Ziel muss sein auch im Frühjahr noch international dabei zu sein. Der LASK hat durchaus das Potential zumindest Rosenborg hinter sich zu lassen. Ob die Linzer wirklich ein Wörtchen um den Aufstieg mitreden können wird wohl auch an der Formkurve, Verletzungen, Sperren usw. liegen. Der Papierform nach ist Rang drei wohl das Optimum. Für den WAC wäre alles außer Rang vier eine Sensation, gegen Rom und Mönchengladbach wäre jeder Punkt ein riesiger Erfolg, am ehesten ist gegen Istanbul etwas zu holen, der türkische Vizemeister strauchelt aktuell in der Liga gewaltig.

Wie es aussieht liegt es wieder an Salzburg die Punkte bzw. Kohlen für Österreich aus dem Feuer zu holen. Die Bullen sind aktuell in guter Form und in der Champions League sicher nicht gewillt nur den Sparringpartner zu geben. Für den LASK und den WAC wird es darum gehen möglichst viel Erfahrung zu sammeln und die Punkte mitzunehmen, die möglich sind. So kann man sich in der Wertung nach oben arbeiten und hat bei den (hoffentlich) folgenden internationalen Auftritten in den kommenden Jahren bessere Chancen.

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