Rapid trifft in der zweiten Qualifikationsrunde der UEFA Champions League auf NK Lokomotiva Zagreb und damit auf den kroatischen Vize-Meister. Für viele ist Lok Zagreb noch ein unbeschriebenes Blatt, dabei hat der Verein sogar einen Österreich-Bezug und eine sehr interessante Transferhistorie. Im Sommer kehren nämlich 21 Leih-Spieler zurück, die vorwiegend in der zweiten kroatischen Liga gespielt haben. 


Der Kurier bezeichnete Lok 2014 als den FC Liefering von Dinamo Zagreb. Die beiden Vereine starteten 2006 eine Kooperation, es folgte ein Aufstieg von der vierten Liga bis in die 1. HNL – mit vielen Leih-Spielern von Dinamo. Heute haben die beiden Teams zwar offiziell keine Kooperation, trotzdem werden immer wieder Spieler von Dinamo an Lok verliehen. 

Lok selbst setzt auch auf Leihen. In diesem Sommer sind laut transfermarkt.at gleich 21 Spieler zum Verein zurückgekehrt, die vor allem in die 2. HNL oder nach Albanien, Bosnien und Spanien verliehen worden sind. Es sind aber auch wichtige Stützen der letzten Saison nicht mehr im Team. Mit Myrto Uzuni (Ferencvaros) und Lirim Kastrati (Leih-Ende, zurück zu Dinamo) haben außerdem gleich zwei wichtige Spieler in der Offensive den Verein verlassen. Zudem sind auch die Stammspieler Iyayi Atiemwen und Fran Karacic zurück zu Dinamo. Mit Nikola Pejovic hat Lok übrigens auch einen Innenverteidiger an die Admira ausgeliehen. Insgesamt haben 13 Spieler den Verein verlassen.

Im Kader steht weiter der Ex-Austrianer Petar Gluhakovic, 2019/20 hat es bei ihm aber nur für sechs Pflichtspiel-Einsätze gereicht. Trainer ist Goran Tomic, der von 2001 bis 2005 bei Austria Salzburg gekickt hat. Der Blick auf die letzte Saison zeigt, dass Rapid eine schwierige Aufgabe vor sich hat. Lok Zagreb hat in Kroatien zwar noch keinen Titel gewonnen und auch noch nie eine europäische Gruppenphase erreicht, letzte Saison war der Verein aber nah dran. Neben des Vize-Meistertitels in der Liga, hat Lok mit ansehnlichem Fußball auch das Cup-Finale erreicht. Dort setzte sich aber HNK Rijeka durch. 

Lokomotiva hat nach dem Corona-Restart am 30. Mai sportlich überzeugt. Das Team von Goran Tomic hat lediglich zwei von zwölf absolvierten Pflichtspielen verloren. So ist Lok am 30. Spieltag erstmals in der Saison auf den zweiten Ligaplatz geklettert. Am letzten Spieltag ist dann im direkten Duell gegen NK Osijek mit einem Eigentor des Gegners in der 88. Minute der 2:1-Siegestreffer gelungen und damit der Vize-Meistertitel fixiert worden. Gegen die Topteams der Liga Dinamo Zagreb, Hajduk Split, HNK Rijeka und NK Osijek hat Coach Tomic auf ein 3-4-1-2-System gesetzt, gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellenmittelfeld meistens auf ein 4-2-3-1.

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Trotz vieler Zu- und Abgänge wird Lok am 25. oder 26. August einen größeren Vorteil haben. Die kroatische Liga startet nämlich bereits kommendes Wochenende, auf Lok wartet zum Auftakt gleich das Derby auswärts gegen Dinamo, eine Woche später ein Heimspiel gegen Rijeka. Bereits am ersten August haben Lok und Rijeka das Cupfinale der Saison 2019/20 bestritten, die Liga ist außerdem erst am letzten Juli-Wochenende zu Ende gegangen. Für Rapid wird das Duell mit Lok hingegen das erste Pflichtspiel seit fünften Juli sein. 

Bei Rapid hat es zuletzt wegen zwei positiver Coronafälle Aufregung gegeben. Doch auch Lok Zagreb hat am Wochenende als erste Mannschaft der 1. HNL einen positiven Coronatest vermeldet. Um welchen Spieler es sich handelt ist unklar, er hatte jedenfalls keinen Kontakt zu seinen Teamkollegen. Der Betroffene muss also in Heim-Quarantäne, während sich der Rest der Mannschaft normal auf die Saison vorbereiten kann. Aber auch bei Rapid hat es bereits Entwarnung gegeben, und das ist gut so. Denn bei einem Sieg gegen Lok – das Duell wird wegen des straffen Zeitplans in nur einem Spiel entschieden – wartet nicht nur die dritte Qualirunde der Champions League auf Rapid, sondern im Falle eines späteren Ausscheidens auch die fixe Europa League-Gruppenphase. Und damit ein in dieser Zeit unglaublich wichtiger Millionenregen.