Der österreichische Meister FC Red Bull Salzburg hat nach dem Achtelfinal-Einzug in der Vorsaison erneut seine Ambitionen in der Königsklasse des Fußballs anklingen lassen und luchste dem italienischen Meister und mehrfachen Champions League-Gewinner AC Milan in der heimischen Red Bull Arena ein 1:1-Unentschieden ab. Das Team von Matthias Jaissle spielte die Rossoneri am ersten Spieltag der UEFA Champions League in der Gruppe E teilweise an die Wand und hätte vor allem zu Beginn der jeweiligen Spielhäften deutlich mehr herausholen können. So ging die Punkteteilung, ob des spielerischen Übergewichts und großer Chancen der Gäste in der Schlussphase, am Ende in Ordnung.

Die Hausherren starteten hochmotiviert ins Spiel und konnten nach zwei Minuten in Form von Nicolas Capaldo die erste vielversprechende Torannäherung verzeichnen. Mit seinem Kopfball nach einer Paradeflanke von Andreas Ulmer brachte er Milan-Schlussmann Mike Maignan aber nicht in Bedrängnis. Der italienische Meister kam mit der anfänglichen Intensität und dem aggressiven Pressing der Salzburger kaum zu Recht und konnten froh sein, nach den ersten zehn Minuten ohne Gegentor zu bleiben. Erst in weiterer Folge kamen die Gäste besser ins Spiel und konnten vor allem durch Mittelfeld-Stratege Sandro Tonali sehenswerte Aktionen verzeichnen, die allerdings noch nicht die große Gefahr brachten. Eine haarschafe Hereingabe von Alexis Saelemaekers konnte Amar Dedic im letzten Moment noch vereiteln, auch Starstürmer Olivier Giroud verzog bei einem Versuch nur knapp.

Nach einer halben Stunde rächte sich die Passivität des AC. Einen Fehler von Ismael Bennacer nutzte Fernando gnadenlos aus und setzte Noah Okafor perfekt in Szene. Dieser hatte daraufhin seinen großen Auftritt: Er tantze Pierre Kalulu spielerisch aus, dieser ging zu Boden und auch Maignan konnte er aus spitzem Winkel problemlos überwinden – 1:0 Salzburg! Die Mailänder reagierten aber kaum geschockt und setzten im Stile eines Champions nahtlos an die Leistungssteigerung im Verlauf des Spiels an. Das wurde kurz vor Halbzeitpfiff belohnt. Der bis dahin unauffällige Rafael Leao drückte Dedic in den Strafraum, Giroud ließ seinen Querpass perfekt durch und Saelemaekers hatte keine Mühe, Philipp Köhn aus neun Metern zu überwinden. Direkt danach musste Jaissle Oumar Solet auswechseln, der sich bei der Aktion verletzte, für ihn kam Bernardo. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit, in der Salzburg besonders zu Beginn dominierte, ging es in die Kabinen.

Die Bullen starteten wieder besser in die Halbzeit und Fernando versuchte es gleich mit einem Fernschuss aus 25 Metern, der aber zu hoch ausfiel. Einen deutlich leichteren Abschluss vergab der Brasilianer wenig später kläglich: Einen wunderschönen Pass von Okafor konnte Maurits Kjaergaard ideal auf den rechten Pfosten legen, den Fernando einschussbereit und alleinstehend über das Tor jagte. Zwei Minuten danach scheiterte er nach einem Sololauf an Maignan. Salzburg war zu diesem Zeitpunkt wieder das deutlich gefährlichere Team, das trotz wenig Ballbesitz konsequenter nach vorne spielte, nur die Chancenverwertung ließ die Wals-Siezenheimer im Stich. Sie blieben am Drücker und spielten sich durch einen Freistoß von Ulmer, den der eingewechselte Divock Origi fast ins eigene Tor lenkte und einen Hammer aus 25 Meter von Nicolas Seiwald weitere gute Chancen heraus.

In der 65. Minute musste Jaissle erneut aufgrund einer Verletzung wechseln. Diesmal traf es den bis dahin besten Spieler am Platz, Fernando. Benjamin Sesko, der überraschenderweise nicht von Anfang an spielte, ersetzte ihn. Die Aktivität des Vorlagengebers des Führungstores fehlte Salzburg in Folge sichtbar und Milan konnte das Geschehen wieder besser kontrollieren. Wirklich zwingend wurden die Gäste aber weiterhin nicht. Vielmehr waren es jetzt Fouls und kleine Nickligkeiten, die Überhand gewannen. In der 84.Minute verhinderte eine Last-Minute-Rettungstat von Köhn gegen den eingewechselten Brahim Diaz den Lucky Punch für die Mailänder. Generell hatte Milan nach Fernandos Auswechslung klares Übergewicht, konnte sich bis auf die Diaz-Chance aber nichts Brauchbares herausspielen. In der 92. hatte Origi, der nach seiner Einwechslung für enorm viel Gefahr sorgte, eine große Abschlusschance, Strahinja Pavlovic verhinderte den Einschlag aber mit einem hervorragenden Block. In der letzten Minute hatten die Salzburger schließlich das Glück des Tüchtigen: Ein abgefälschter Schuss von Leao landete an der Stange, der Nachschuss von Theo Hernandez fand ebenfalls den Weg nicht ins Tor – und so holte der österreichische Meister am Ende einen glücklichen Punkt, der aber auf keinen Fall unverdient war.

 

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