Die vergangenen Tage und vor allem der gestrige waren die turbulentesten, die Fußball-Österreich seit langem erlebt hat. Dabei ist es fast schon untergegangen, dass mit dem Auswärtsspiel beim noch sieglosen Tabellenschlusslicht Moldawien (Montag, 20:45 Uhr) ein weiteres Pflichtspiel am Programm steht. Es wird das 54. und letzte Spiel unter dem Teamchef Marcel Koller und der letzte Akt einer schlussendlich enttäuschenden WM-Qualifikation sein. Aufgrund zahlreicher Ausfälle – seit Freitag gesellen sich auch noch Aleksandar Dragovic (Gelbsperre) und Stefan Ilsanker (Zehenverletzung) dazu – wird das Team dabei ein Gesicht haben, das sich extrem stark von jenem zu Beginn der Quali und vor allem der EURO 2016 unterscheidet. 

Ende einer gebrauchten Qualifikation

Über die Gründe der misslungenen WM-Qualifikation wurde in den vergangenen Wochen bereits viel gesprochen. Fakt ist, dass auch ein wenig das oft nicht unwesentlich wichtige Glück gefehlt hat. Nimmt man die Bilanzen des ÖFB-Teams gegen die direkten Konkurrenten um das WM-Ticket ins Auge, wird offensichtlich, dass die Chance zur Qualifikation durchaus vorhanden war. Gegen den wahrscheinlichen Gruppensieger Serbien hat man bei einem Gesamtscore von 5:5 drei Punkte einsacken können. Gegen die Insulaner aus Wales und Irland gab es jeweils ein Remis und eine knappe 0:1-Niederlage. Zwei der größten Feinde im Laufe der Qualifikation waren sicherlich die Chancenverwertung sowie die fehlende Konstanz über 90 Minuten. Beides wäre Marko Arnautovic und Co. ja auch am Freitag beim Heimsieg gegen Serbien beinahe zum Verhängnis geworden. Das Spiel hat aber auch gezeigt, dass das Nationalteam lebt. Die Spieler bewiesen durchwegs, dass sie für die rot-weiß-roten Farben alles geben und stolz sind, ein Teil des Teams zu sein. Als momentan größte Motivation kann man jedoch den scheidenden Teamchef bezeichnen. Aufgrund der Dankbarkeit dem Schweizer gegenüber, den österreichischen Fußball ins 21. Jahrhundert gehievt zu haben, sehen es die Spieler als ihre große Pflicht, Marcel Koller einen gelungenen Abschied zu bescheren. Der Verband selbst hat das übrigens nicht geschafft. Beim letzten Heimspiel gegen Serbien wurde der EM-Trainer zwar von der österreichischen Kurve mit einem Spruchband verabschiedet, für den ÖFB war eine offzielle Verabschiedung allerdings zu viel des Aufwands. Anstand von Seiten des Verbandes somit Fehlanzeige. So geht man nach sechs Jahren Zusammenarbeit nicht miteinander um. Eigentlich unfassbar und ein weiteres trauriges Kapitel der letzten Tage. 

Ein neues Gesicht

Almer, Fuchs, Dragovic, Hinteregger, Klein, Arnautovic, Alaba, Baumgartlinger, Harnik, Junuzovic, Janko. Das sind jene elf Herren, die in der Qualifikation zur EURO 2016 das Stammpersonal von Marcel Koller bildeten und dann auch im ersten Gruppenspiel gegen Ungarn von Beginn an aufgelaufen sind. Von diesen elf Namen werden morgen wohl nur zwei, höchstens aber drei in der Startaufstellung zu finden sein. Dem Verletzungsteufel sei Dank. Das soll aber gar nicht negativ gemeint sein. Die zweite, zum Teil sehr junge, Garde darf sich momentan beweisen und hat am Freitag gezeigt, dass sie dazu imstande ist. Als interessant stellt sich vor allem die Situation in der Innenverteidigung dar. Lange, und eigentlich eh noch immer, als die Position mit der höchsten Dichte an teamreifen Spielern gesehen, fehlen nach den Absagen von Sebastian Prödl und Martin Hinteregger, der Sperre von Aleksandar Dragovic und der Nichtberücksichtigung von Kevin Wimmer nun alle vier Spieler der EM in Frankreich. Das Positive ist, dass mit Kevin Danso, Maximilian Wöber und Philipp Lienhart bereits drei hochtalentierte Leute nachrücken konnten. Sehr wahrscheinlich, dass alle drei in Moldawien von Anfang an auflaufen. Koller hat vor der Abreise nach Chisinau diesbezüglich eindeutige Hinweise gegeben. Der 25-Jährige Russland-Legionär Moritz Bauer würde sich dann wohl plötzlich als „alter Hase“ in der ÖFB-Viererkette wiederfinden.
Mit Florian Grillitsch und Louis Schaub haben zudem eine Reihe weiter vorne zuletzt zwei junge Spieler gezeigt, dass auch hier das zweite Hemd des Nationalteams ganz gut sitzt. Der Konkurrenzkampf, den es in den vergangenen Jahren teilweise kaum gegeben hat, nimmt deutlich zu. Eine durchaus sehr erfreuliche Nachricht. Man möchte ja fast meinen, um das Team muss einem in den nächsten Jahren nicht bange sein.

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