Der österreichische Transfersommer wird natürlich vom teuersten ÖFB-Transfer aller Zeiten überstrahlt. Marko Arnautovic wechselte bekanntermaßen um 28 Millionen Euro zu West Ham United und wurde dort nebenbei auch noch zum teuersten Spieler der Klubgeschichte und Topverdiener. Neben dem Wechsel des 62-fachen Teamspielers vollzogen im Sommer 2017 aber auch einige Youngsters einen wichtigen Karriereschritt. Viele junge rot-weiß-rote Talente wurden sozusagen erwachsen.

Den wohl spektakulärsten Transfer der jungen Garde absolvierte Konrad Laimer. Der Ex-Salzburger wechselte zwar nicht die Farben aber die Stadt und heuerte beim deutschen Vizemeister RB Leipzig an. Als „Spieler der Saison“ 2016/17 in der heimischen Bundesliga war er dem Verein von Ralph Hasenhüttl satte sieben Millionen Euro wert. So viel Geld legte – zum Zeitpunkt des Wechsels – zuvor kein Verein für einen derart jungen Österreicher hin, der zudem noch auf sein Länderspieldebüt wartet. Dieses kann aber nicht mehr lange auf sich warten lassen. Beim Auswärtsspiel im Juni in Irland war der Mittelfeldspieler erstmals im A-Team-Kader von Marcel Koller. An Länderspielerfahrung im Nachwuchsbereich mangelt es dem gebürtigen Salzburger aber nicht. Die U17-EM 2013, die U19-EM 2014 und die U20-WM 2015 finden sich im bereits gut gefüllten Steckbrief des 20-Jährigen. Und auch der Start in Deutschland verlief vielversprechend. Coach Ralph Hasenhüttl setzte sowohl in der 1. DFB-Pokal-Runde als auch zu Beginn der Bundesliga-Saison von Beginn an auf die Qualitäten des „Sechsers“. Konrad Laimer ist definitiv ein „Men to watch“ in den kommenden Monaten.

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Die Ablösesumme von Laimer wurde nun aber doch noch überboten. Nachdem sich der Transfer bereits seit einigen Tagen angekündigt hatte unterschrieb Maximilian Wöber gestern einen Vierjahresvertrag beim niederländischen Rekordmeister Ajax Amsterdam. Der 19-Jährige Wiener war dem Europa-League-Finalisten satte 7,5 Millionen Euro Wert und würde somit zum teuersten Österreicher, der jemals aus der heimischen Bundesliga ins Ausland transferiert wurde – und das ohne A-Nationalteam- bzw. U21-Länderspiel. Wöber wurde im Februar 2016 vom damaligen Rapid-Trainer Zoran Barisic im Europa League-Sechzehntelfinale gegen Valencia ins kalte Wasser geworfen und absolvierte seither 26 Pflichtspiele für Grün-Weiß. In Amsterdam soll er nun den zu Tottenham abgewanderten Davinson Sanchez ersetzen. „Die Verantwortlichen von Ajax Amsterdam wollen mich unbedingt sofort in ihre junge Mannschaft integrieren und haben mir sehr überzeugend vermittelt, dass ich der absolute Wunschspieler für die Innenverteidigung bin“, weiß der Innenverteidiger nach seinem Transfer zu berichten. Wenn man sich die derzeit doch relative chaotische Situation in Hütteldorf anschaut kann man dem Linksfuß zu seinem Wechsel wohl nur gratulieren. Wie schnell er sich in Amsterdam wirklich zu Einsätzen kommen wird ist schwer zu sagen, Ajax ist aber auf jeden Fall weltbekannt dafür, jungen talentierten Spielern eine ehrliche Chance zu geben.

Wir blicken wieder in die deutsche Bundesliga, genauer gesagt in den Breisgau. Dort ist nämlich der SC Freiburg der neue Arbeitgeber von Philipp Lienhart, auf den mit 21 die erste Profisaison wartet. Der Kapitän der U21-Nationalmannschaft verbrachte die letzten zwei Jahre bei Real Madrid und durfte dort vor allem im vergangenen Jahr im Training von Sergio Ramos und Co lernen. Nachdem der Konkurrenzkampf in Madrid doch noch eine Nummer zu groß für den Niederösterreicher war, folgte der logische Schritt in Form eines einjährigen Leihgeschäfts. Und da dürfte Lienhart eine tolle Wahl getroffen haben. Mit Christian Streich wartet auf den gelernten Innenverteidiger einer der momentan spannendsten und auch sympathischsten  Trainer der deutschen Bundesliga. Dass sich der Wechsel ausgezahlt hat zeigen bereits die ersten Wochen. Lienhart zählt zum Stammpersonal der Freiburger und hat sich mit starken Leistungen bei den Fans bereits einen Namen gemacht. Der leihweise Wechsel war somit goldrichtig und auch ein wenig überfällig, ein weiteres Jahr „Castilla“ wäre wohl ein verlorenes gewesen.

Den nächsten Schritt machte auch Valentino Lazaro. Der Rechtsaußen und achtmalige Nationalspieler verließ Salzburg in Richtung Berlin zu Hertha BSC. Dort unterschrieb der schnelle Flügel zuerst einen Leihvertrag für ein Jahr, der allerdings nach einer gewissen – angeblich nicht allzu hohen – Anzahl an Einsätzen eine Kaufoption beinhaltet. Für Lazaro war der Wechsel nach fast 90 Einsätzen in der österreichischen Bundesliga und 19 Europacupmatches mit gerade einmal 21 Jahren der logische Schritt. In Deutschlands Hauptstadt hält man große Stücke auf den gebürtigen Grazer. Er wird uns mit seiner Qualität und Flexibilität in der Offensive weiterbringen. Dass wir ihn schon länger im Blick hatten, ist ja kein Geheimnis“, verkündete  Hertha-Sportdirektor Michael Preetz. Auf den ersten Einsatz für die „Alte Dame“ muss Lazaro jedoch noch warten, ein Außenbandanriss im Sprunggelenk macht ihm aktuell zu schaffen.

Einen etwas überraschenden Schritt ins Ausland gab es für den Austrianer Marko Kvasina. Nachdem der Vertrag des U21-Nationalteamstürmers in Favoriten ausgelaufen war folgte der ablösefreie Wechsel in die Niederlande zu Twente Enschede. Twente? Da war doch was. Der großgewachsene Mittelstürmer tritt nämlich in die Fußstapfen von Marko Arnautovic und Mark Janko. Möge die Fußstapfen nur nicht zu groß sein, das Omen jedoch umso besser. Und wer dachte, dass Kvasina als Ergänzungsspieler verpflichtet wurde, konnte in den ersten beiden Runden der Eredivisie bereits eines besseren belehrt werden. Der 20-Jährige spielte jeweils von Beginn an, musste aber ohne Torerfolg zwei Niederlagen einstecken. Die holländische Liga ist aber mit Sicherheit eine gute Entscheidung gewesen, um als aktueller U21-Nationalspieler zukünftig auch für höhere Aufgaben gewappnet zu sein.

Wir bleiben bei der U21-Nationalmannschaft und wechseln zurück nach Deutschland. Dort darf sich nämlich Marco Friedl seit dieser Saison fix zum Kader von Rekordmeister FC Bayern München zählen. Trainer Carlo Ancelotti sieht in dem Tiroler, der in den Jugendauswahlen der Bayern meist Linksverteidiger spielte, einen hochtalentierten Innenverteidiger und setzte ihn demnach in den bisherigen drei Pflichtspielen (Supercup, Cup und Liga) auf die hochdekorierte Ersatzbank der Münchener. Neben dem Bundesligaalltag kommt der 19-Jährige aber auch weiterhin in der Regionalliga Bayern bei den Amateuren zum Einsatz. Die ersten Einsätze in der Bundesliga könnten aber bereits in den kommenden Wochen und Monaten folgen. Zudem steht auch immer wieder eine mögliche Leihe zu einem anderen Bundesligisten im Raum. Dies brachte bereits bei David Alaba den gewünschten Erfolg, als er nach einem halbjährigen Gastspiel bei der TSG 1899 Hoffenheim als Stammspieler nach München zurückkehrte.  

Apropos Hoffenheim. Dort zog Trainer Julian Nagelsmann Stefan Posch im Sommer von den Amateuren in die Bundesligamannschaft hoch. Der U21-Nationalspieler unterschrieb bei den Kraichgauern einen Lizenzspielervertrag bis Juni 2020. Der Innenverteidiger nahm bereits im Februar erstmals in der Bundesliga auf der Bank Platz und stand nun beim Auftakt im DFB-Pokal (1:0 gegen Erfurt) im Kader. Ähnlich wie Nationalteamkollege Marco Friedl wird auch Posch immer wieder bei den Amateuren in der Regionalliga Südwest zum Einsatz kommen, ein Bundesliga-Debüt in der laufenden Saison erscheint aber nicht komplett utopisch für den 20-Jährigen.

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Als Folge einer starken Entwicklung wurde auch Christoph Klarer beim FC Southampton mit einem Profivertrag belohnt. Der Niederösterreicher wechselte im Sommer 2016 von Rapid in die Nachwuchsabteilung des Premier-League-Vereins und ist dort in der U18, ebenso wie in der ÖFB-U17, mittlerweile zum Kapitän aufgestiegen. Der Innenverteidiger wird vorerst sowohl in der U18 als auch der U21 der „Saints“ Spielpraxis sammeln, das große Ziel Premier League muss sicherlich noch einige Zeit warten. 

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