Die Saison des FC Schalke 04 war eine große Enttäuschung. Die Knappen erreichten immerhin das Viertelfinale in der Europa League, doch in der Bundesliga hat es nur für Platz zehn gereicht – damit sind die Königsblauen erstmals seit sieben Jahren nicht im Europapokal vertreten. Doch ein Spieler gibt Hoffnung für die Zukunft. Der rot-weiß-rote Winterneuzugang Guido Burgstaller hat eingeschlagen und ist heuer einer der wenigen Lichtblicke auf Schalke.

Ziele zu Saisonstart

Mit dem neuen Trainer Markus Weinzierl und guten Transfers wollten die Schalker heuer einiges erreichen. Ein Champions-League-Platz über die Bundesliga  war das große Ziel, doch auch im Europacup und im DFB-Pokal wollten die Königsblauen hoch hinaus.

Katastrophaler Start und großes Verletzungspech

Schalke verpflichtete im Sommer einige interessante Spieler. So wechselte Yevhen Konoplyanka leihweise von Sevilla nach Gelsenkirchen, außerdem wurden sein Teamkollege bei den Andalusiern Coke sowie Naldo, Breel Embolo, Baba, Nabil Bentaleb und Benjamin Stambouli geholt. Lange hielt die Freude auf Schalke aber nicht an, denn schnell hat das Verletzungspech bei den Hoffnungsträgern zugeschlagen.

Coke zog sich in seinem ersten Testspiel für die Königsblauen gleich mal einen Kreuzbandriss zu und auch Embolo, Naldo und Baba verletzten sich schwer. Vier ursprüngliche Schlüsselspieler fielen zu Saisonstart aus – die Folge war ein katastrophaler Bundesliga-Auftakt. Die Königsblauen verloren die ersten fünf Spiele, erst am sechsten Spieltag gab es den ersten Sieg im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach. 

In der Bundesliga standen die Knappen und Alessandro Schöpf auf dem Tabellenende und mit dem Rücken zur Wand, in der Europa League lief alles nach Plan. In einer Gruppe mit FC Salzburg, FK Krasnodar und OSG Nizza gab es fünf Siege aus den ersten fünf Partien, darunter einen 3:0-Heimerfolg über Salzburg. Erst am letzten Spieltag setzte es eine 2:0-Auswärtsniederlage gegen die Bullen. Auch im DFB-Pokal gelang der Einzug ins Achtelfinale, doch in der Bundesliga kam Schalke weiterhin nicht in Fahrt. 

Top-Transfer Burgstaller

Bis zur Winterpause konnten sich die Königsblauen vom Tabellenende lösen, doch der elfte Platz war nicht zufriedenstellend. So reagierte Sportdirektor Christian Heidel auf den schwachen Herbst und holte den Topscorer der 2. Deutschen Bundesliga Guido Burgstaller vom 1. FC Nürnberg.

Der Österreicher erwies sich als Glücksgriff und erzielte gleich in seinem ersten Bundesliga-Spiel das 1:0-Siegtor im Heimspiel gegen Ingolstadt. Doch auch der von vielen Fans gelobte Einsatz und die wichtigen Treffer von Burgstaller reichten nicht um in der Bundesliga den Anschluss an die Spitze schaffen.  

Kurzzeitig machte im Frühjahr sogar das Tabu-Wort Abstieg auf Schalke die Runde, von diesen Sorgen konnten sich die Knappen aber immerhin schnell befreien. Am Ende reichte es aber nur für Platz zehn und damit für keinen Europacup-Startplatz über die Liga.

Der Traum vom Europa League-Titel

In der Europa League hielten die Schalker gut mit. Im Sechzehntelfinale nahm man die Hürde PAOK, im Achtelfinale schalteten die Königsblauen Ligakonkurrent Borussia Mönchengladbach aus. Im Viertelfinale kam es zum spannenden Duell mit Ajax Amsterdam. Nach einer 2:0-Auswärtsniederlage, die mit Pech viel höher ausgefallen wäre, spielte sich Schalke im Rückspiel in einen Rausch. Ein überragender Guido Burgstaller und Leon Goretzka erzwangen die Verlängerung, dort gelang sogar das 3:0. Das Halbfinale war zum greifen nahe – doch auch im Europapokal platzte der Traum von einem Titel und Ajax gelang das Auswärtstor zum 3:1. Schalke war raus und ist nächste Saison auf europäischer Bühne nicht vertreten.

Denn auch im DFB-Pokal gab es kein Erfolgserlebnis. Im Frühjahr hat man zwar nach einem Sieg im Achtelfinale gegen Sandhausen das Viertelfinale erreicht, doch auch da war dann gegen die Bayern Endstation. 

Österreicher im Fokus

Alessandro Schöpf hat sich im Sommer zu einem wichtigen Stammspieler entwickelt. Er profitierte natürlich von den vielen Verletzten und war auch nach schwächeren Spielen gesetzt. Doch auch er musste, wie die gesamte Schalker Mannschaft, einige Tiefs wegstecken. Im Frühjahr wurde Schöpf ein paar mal nicht berücksichtigt, hat sich aber zurückgekämpft. Im Saisonfinish erwischte jedoch auch ihn das Verletzungspech und er fällt bis zum Sommer aus – und fehlt dem Nationalteam leider auch im wichtigen WM-Qualifikationsspiel in Irland am 11. Juni. In dieser Saison erzielte Alessandro Schöpf 42 Spielen acht Tore für Schalke und kam auf vier Assists. 

Guido Burgstaller war wohl einer der besten Schalker Transfers der letzten Jahre. Der Österreich kam im Winter vom 1. FC Nürnberg und schlug sofort ein. Im ersten Bundesliga-Spiel erzielte er das späte Goldtor gegen Ingolstadt und auch in den weiteren Spielen entwickelte er sich zu einem der Fanlieblinge in Gelsenkirchen. Sein Einsatzwille, Kampfgeist und natürlich die wichtigen Tore überzeugten auch Trainer Markus Weinzierl und er durfte in fast jedem Spiel von Beginn an ran. In der Bundesliga traf er für die Königsblauen in 18 Partien gleich neun mal und legte zudem zwei Tore vor. In der Europa League waren es drei Treffer und ein Assist in fünf Spielen. Für die kommende Saison ist er damit einer der großen Hoffnungsträger und die tragende Säule für einen Neuanfang.

Abschied von Klaas-Jan Huntelaar

Des einen Freud ist des anderen Leid. Während sich Guido Burgstaller zum Stürmer Nummer eins auf Schalke entwickelte, wurde es für Urgestein Klaas-Jan Huntelaar immer schwieriger. Der Holländer wurde kaum eingewechselt und damit war klar: Er wird nach sieben Jahren Schalke verlassen.

Er erzielte in 175 Spielen 82 Tore und blieb den Knappen trotz einiger Angebote immer treu. Im letzten Heimspiel wurde er von den Fans und vom Verein emotional verabschiedet. Wohin die Reise für Huntelaar gehen wird, ist noch unklaar.

Fazit

Eigentlich liegt es auf der Hand, dass die erste Saison von Markus Weinzierl als Schalker Trainer auch die Letzte gewesen ist. Seine Vorgänger Roberto di Matteo und André Breitenreiter mussten jeweils nach einem Jahr gehen. Eine durchwachsene Saison wurde beiden Trainern zum Verhängnis – immerhin haben aber Beide den Europapokal erreicht. Bei Weinzierl ist somit der Super-GAU eingetreten. Alle Saisonziele wurden verpasst. 

Auf teils gute Spiele folgten herbe Enttäuschungen und schwache Vorstellungen. Doch es ist schwer die katastrophale Saison auf den Trainer zurückzuführen. Das Verletzungspech wird oft als billige Ausrede verwendet – in dem Fall waren es aber doch fast schon zu viele verletzte Schlüsselspieler. In der Hinrunde sind vor der Verpflichtung von Burgstaller teilweise alle Stürmer ausgefallen, außerdem hat es mit Coke, Embolo, Baba und Naldo gleich zum Auftakt teure Transfers erwischt.  

Doch es kann nicht nur an den Ausfällen liegen, immerhin haben die Schalker keinen großen Kader. Am Ende meinte auch Sportdirektor Christian Heidel, dass die Saison durchwachsen war und der enttäuschende zehnte Platz in der Tabelle auch gerecht ist. So wird es im Sommer einige Veränderungen geben. Ob mit Coach Markus Weinzierl ist unklar. Auf alle Fälle dabei ist aber Guido Burgstaller, der die Hoffnung in Königsblau ist. 

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